zur Navigation springen

Kolbow: Hechtsforthgraben renaturiert : Hier können sich Fische tummeln

vom

Er wurde in diesem Jahr renaturiert. Jetzt trafen sich Vertreter beteiligter Unternehmen, Verbände und Behörden zur endgültigen Abnahme der abgeschlossenen Baumaßnahmen.

svz.de von
erstellt am 19.Jul.2013 | 06:24 Uhr

Kolbow | Stetig fließt das Wasser wie in einem Bach durch die einsam gelegene Landschaft. An einigen Stellen können kleinste Fische beobachtet werden, die pfeilschnell durch die Fluten schießen. Der Wasserlauf, es ist der Hechtsforthgraben. Er wurde in diesem Jahr renaturiert. Jetzt trafen sich Vertreter beteiligter Unternehmen, Verbände und Behörden zur endgültigen Abnahme der abgeschlossenen Baumaßnahmen.

Der Hechtsforthgraben ist 4,9 Kilometer lang. Er speist sich durch Grundwasser, fließt am Zierzower Ortsteil Kolbow vorbei und mündet unterhalb der Hechtsforthschleuse in die Müritz-Elde-Wasserstraße. Im Herbst begannen die Renaturierungsarbeiten. Walter Jahnke, Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbandes "Untere Elde", der für 2200 Kilometer Gewässer mit 1500 Wehren zuständig ist: "Es ging darum, die ökologische Durchgängigkeit des Wasserlaufes und damit einen naturnahen Zustand herzustellen. So setzen wir auch die EU-Wasserrahmenrichtlinie um."

Hintergrund der jetzt beendeten Maßnahme: Vier Wehre stauten früher das Wasser des Hechtsforthgrabens. Fische, aber auch andere Wassertiere, konnten die künstlichen Barrieren nicht überwinden. Weiterhin konnte oft kein gleichmäßiger Wasserstand erreicht werden. Walter Jahnke: "Oft drehte man wild an den Wehren, so dass plötzlich innerhalb kurzer Zeit das gesamte Wasser abfloss und der Graben praktisch leer war."

So etwas wird es in Zukunft nicht mehr geben. Alle vier Wehre am Hechtsforthgraben wurden abgebaut und durch sogenannte Sohlgleiten ersetzt. Diese unterhalb der Wasserlinie liegenden und relativ flach geneigten Sohlgleiten ermöglichen es Fischen und Amphibien, problemlos lange Strecken durch das Wasser zurückzulegen und kleine Hindernisse zu überwinden. Planungsingenieurin Nancy Rechenbach vom Schweriner Ingenieurbüro Pöyry erklärt weiter: "Wir haben außerdem das Ufer des Grabens naturnah ausgebaut. So wurden Abflachungen geschaffen, die sich als Laichplätze für Amphibien eignen." Die Sohlgleiten sind so projektiert, dass bei Hochwasser keine höhere Gefahr als früher besteht und das Wasser abfließen kann. Andererseits - und das zeigte sich in dieser Woche - fließt selbst nach wochenlanger Trockenheit noch Wasser im Graben.

Mit im Boot bei den Renaturierungsmaßnahmen waren auch das Landesforstamt Ludwigslust und die Wemag. Die Wemag musste als Ausgleichsmaßnahme für eine neue Freileitung in der Region (Eingriff in die Natur) Renaturierung durchführen. Das Landesforstamt bot dafür insgesamt 1,3 Hektar in seinem Besitz befindliche Flächen am Hechtsforthgraben an.

Landesforstamtsleiter Dr. Holger Voß: "Unter anderem wurden Ahorn, Erlen, Vogelkirsche, Eichen und Lärchen geplanzt.Dazu kommen auch Rosen, so dass wir einen natürlichen Waldrand haben. Auch eine Uferbepflanzung wurde vorgenommen. Mit der Renaturierung und den Anpflanzungen haben wir einen guten ökologischen Zustand des gesamten Gebietes herstellen können." Auch wenn es noch viele Jahre dauert, bis die jungen Bäume ihre volle Größe erreicht haben, kann man schon jetzt auch bei der Anpflanzung von einem Erfolg sprechen. Walter Jahnke: "Nach ersten Besichtigungen kommen wir auf fast 100 Prozent Anwuchs. Offenbar sind nur einzelne Nachpflanzungen notwendig.

Die Gesamtmaßnahme (Kosten 250 000 Euro brutto) wurde durch die Anschubfinanzierung der Wemag und Fördermittel von EU und Land finanziert.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen