Neustadt-Glewe : Hier gibts bald wieder einen Wald

So sah der Wald im Mai 2015 aus: Stadtförster Uwe Galonska in der vom Tornado geschlagenen Schneise.
So sah der Wald im Mai 2015 aus: Stadtförster Uwe Galonska in der vom Tornado geschlagenen Schneise.

Nach Tornado im vergangenen Jahr: In den Laascher Tannen begann jetzt die Wiederaufforstung

svz.de von
22. März 2016, 21:00 Uhr

Entwurzelte Bäume, in der Mitte gebrochene Stämme. Das Foto mit Neustadt-Glewes Stadtförster Uwe Galonska entstand vor knapp zehn Monaten. Damals, im Mai 2015, hatte ein Tornado in den Laascher Tannen eine Schneise der Verwüstung geschlagen. Rund 3000 Kiefern, alle zwischen 40 und 70 Jahre alt, waren betroffen. Die beiden anderen Fotos entstanden an fast gleicher Stelle im Wald – vor weniger als 48 Stunden. Eines zeigt einen Arbeiter, der gerade ein Pflanzloch für eine neue Kiefer „buddelt“, das andere das gleich danach in den Boden gesetzte winzige Bäumchen.

Uwe Galonska: „Wir haben jetzt mit der Wiederaufforstung begonnen. In den kommenden Wochen werden auf insgesamt 2,70 Hektar 18 000 Kiefern und 4500 Roteichen gepflanzt.“

Jörn Manske, einer der Forstarbeiter im Bauhof Neustadt-Glewe, ist auf der nun kahlen Fläche mit dem Pflanzspaten, dem sogenannten „Fahrradlenker“, unterwegs. Damit „buddelt“ er rund 10 cm tiefe Löcher in den Sandboden und steckt die kleinen Kiefern hinein. „In fünf Jahren wird es dann hier eine Schonung mit Bäumen geben, hinter denen man sich immerhin schon verstecken kann“, schmunzelt Uwe Galonska. Etwas weiter stecken auch bereits kleine Roteichen im Boden.

Bereits im Frühjahr vergangenen Jahres war die Fläche, auf der jetzt neue Bäume gepflanzt werden, von dem Windbruch geräumt worden. Uwe Galonska: „Wir haben das Holz noch sehr gut verkauft bekommen.“ Stubben und Reisig wurden dann im Winter beseitigt.

Warum werden denn nun neben den Kiefern eigentlich auch Roteichen im Laascher Wald gepflanzt? „Wir wollen hier keine Monokultur, sondern auch Mischwald haben“, erklärt Stadtförster Uwe Galonska. „Die Roteiche wächst, wie auch die Kiefer, auf armen und sandigen Böden, die wir hier haben. Mischwälder sind resistenter gegen mögliche Schäden durch Sturm und Insekten.“ Für den Mischwald mit Kiefern und Roteichen sorgen übrigens auch die benachbarten großen Kiefern selbst. Deren Samen landen zwischen den jungen Eichen und säen praktisch neue Kiefern an.

Bis Anfang April, so hoffen die Neustädter Forstleute, sind alle kleinen Kiefern und Roteichen im Boden. „Unser Vorteil ist, dass die Vegetation noch nicht in Gang gekommen ist“, so Uwe Galonska. Für die kommenden Wochen hoffen er und seine Kollegen auf viel Regen, damit die gepflanzten Bäumchen gut anwachsen.

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