Gehweg bei Brenz : Hier geht es sich gefährlich

Zwischen Baum und B 191 ist auf dem Weg nur wenig Platz.
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Zwischen Baum und B 191 ist auf dem Weg nur wenig Platz.

Lebensgefahr: Gehweg zwischen Brenzer Ortsteilen entlang der B 191 zu eng und marode. Straßenbauamt Schwerin eingeschaltet

svz.de von
23. Juni 2016, 21:00 Uhr

Der Gehweg ist recht schmal, die Platten teilweise Schrott. Der Gehweg an der B 191 zwischen Alt Brenz und Neu Brenz soll die Nutzer eigentlich schützen – doch das Gegenteil ist der Fall. Die Lage ist offenbar so dramatisch, dass das zuständige Amt Neustadt-Glewe jetzt einen Brief an das Straßenbauamt Schwerin geschickt hat.

Der Gehweg wurde etwa 1989/90 gebaut und verbindet beide Ortsteile auf einer Länge von rund 450 Metern. Bürgermeister Henry Topp: „Die Wegplatten haben sich zum Teil verschoben und über den Baumwurzeln auch angehoben. Gerade im Bereich der Straßenbäume ist der sonst 1,20 Meter breite Weg zum Teil keinen Meter mehr breit.“ Und hier liegt auch das Hauptproblem: Fußgänger und auch Radfahrer, die den Weg mangels eines Radwegs nutzen, haben zwischen Bäumen und Bundesstraße kaum Platz. Donnert dann gerade ein Laster vorbei, wird es durch den Luftzug lebensgefährlich.

Siegfried Teichert aus Brenz hat es erlebt. „Ich fuhr abends heim in Richtung Alt Brenz. Noch vor dem Ortseingang sah ich eine Radlerin auf dem Weg, die offenbar mit der Schulter gegen einen Baumstamm prallte und dann auf die Fahrbahn stürzte, nur 25 Meter vor mir. Zum Glück war ich nicht allzu schnell und konnte rechtzeitig stoppen.“

Teichert half der älteren Frau, die sich glücklicherweise nicht ernsthaft verletzt hatte, wieder auf die Beine. „Ein Lkw und auch ein Pkw mit mehr Tempo hätte wohl nicht mehr rechtzeitig anhalten können“, so Siegfried Teichert. „Das Erlebnis lässt mir keine Ruhe und ich selbst würde meinen Seelenfrieden nicht finden, wenn der Zustand so bliebe.“

Die Gemeindevertretung jedenfalls, der Teichert angehört, hat das Thema aufgenommen und das Amt Neustadt-Glewe eingeschaltet. Dessen zuständige Sachbearbeiterin Dörte Ecks: „Es geht um den außerorts gelegenen Weg, der um die Wende durch den Bund gebaut wurde. Speziell sechs Eichen, die mehr oder weniger schief stehen, engen den Weg auf einer Länge von 220 Metern teilweise auf bis zu 90 Zentimeter Breite ein und bilden so eine Gefahrenquelle für Fußgänger und Radfahrer. Zumal die Wurzeln die Platten angehoben haben.“

Laut Bürgermeister könne ein neuer Weg weiter von der Bundesstraße entfernt wegen Eigentumsfragen nicht gebaut werden. Eine Alternative sei, Gehölze zu roden und dann einen neuen und vor allem breiteren und sicheren Weg zu bauen, bestätigt Dörte Ecks. Der Gehweg liegt außerorts und so müsste eigentlich das Straßenbauamt auch für einen Neubau zuständig sein.

Genau diese Frage wird auch in erwähntem Brief des Amtes Neustadt-Glewe aufgeworfen. Dörte Ecks: „Wir bitten darin das Straßenbauamt, zu prüfen, ob der Weg in dessen Zuständigkeit liegt. Wenn dem so ist, möchten wir wissen, wie das Amt in dem Fall fort fahren will.“ Man bitte um eine Rückantwort aus Schwerin bis 29. Juni, weil dann die Brenzer Gemeindevertreter beraten.

Kommt es zu keiner schnellen Lösung, sieht Bürgermeister Henry Topp nur eine Lösung: „Der Gehweg müsste gesperrt werden. Nur, wie kommen Fußgänger und Radfahrer dann von Alt- nach Neu Brenz?“

Aus dem Straßenbauamt hieß es gestern, der Vorgang werde derzeit geprüft.

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