ludwigslust : Hier geht es jetzt hoch hinaus

Überzehn Meter geht es am Turm in die Höhe. Fotos: muen
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Überzehn Meter geht es am Turm in die Höhe. Fotos: muen

Neuer Steigeturm auf Feuerwehr-Übungsplatz in Techentin eingeweiht / Nutzung für Wettkämpfe und Einsatzübungen

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12. Juni 2017, 19:00 Uhr

Die Männer rennen mit Metallleitern unterm Arm über die Wiese, stellen die Leitern an die Hauswand und klettern in Windeseile die Fassade empor. Es könnte um Menschenleben gehen. Ist an diesem Nachmittag und an diesem Ort allerdings nicht der Fall. Die „Hausfassade“ nämlich ist der neue Steigeturm der Gemeindefeuerwehr auf dem Übungsplatz am Karstädter Weg in Techentin. Die Konstruktion wurde jetzt auf dem 25. Techentiner Feuerwehrtreffen offiziell eingeweiht.

Gemeindewehrführer Bodo Thees freute sich verständlicherweise: „Der Turm ermöglicht uns sportliche Betätigung beispielsweise bei Wettkämpfen. Und dann dient er natürlich der Ausbildung. Wir können hier realitätsnah die Rettung von Menschen aus den oberen Etagen von Häusern trainieren.“

Und das ist eine ganz schöne Herausforderung. Der Steigeturm ist 14,50 Meter hoch, bis zum obersten Fenster sind es immerhin noch 13,25 Meter. Einige Kameraden probierten den neuen Turm dann auch gleich aus. Den ersten offiziellen Lauf auf den Turm aber bestritten (in alten DDR-Feuerwehranzügen) Bodo Thees und Boizenburgs Wehrführer Reinhold Tiede. Bodo Thees: „Ein gutes Gefühl, da hochzusteigen. Reinhold Tiede übrigens hatte die einstigen TGL-Unterlagen des Turms aufgetrieben.

Der Turm hat nämlich eine Geschichte. Er stand einst in Lübtheen und an ihm fanden dort im Jahre 1988 die letzten DDR-Meisterschaften der Feuerwehren statt. Im Jahre 2013 dann sollte die in die Jahre gekommene Konstruktion verschrottet werden. Doch die Ludwigsluster Kameraden hörten davon und beschlossen: Das Gerät kommt zu uns. „Wir haben den Turm dann 2013 in Lübtheen abgebaut und ihn gemeinsam mit dem THW hierher gebracht, was eine logistische Herausforderung war“, so Bodo Thees.

Es dauerte einige Zeit, bis der Turm dann auch für künftige Aufgaben zur Verfügung stand. Vor allem entsprach er nicht mehr den gesetzlichen Anforderungen an die Statik. Hier sprang ein Sponsor aus Schwerin ein, der die entsprechenden Berechnungen durchführte, so dass 2016 schließlich die Baugenehmigung eingereicht werden konnte. Bodo Thees: „So konnten wir dann im September 2016 mit den Erdarbeiten beginnen und am 22. November wurde der Turm aufgestellt.“

Danach waren noch einige Arbeiten, unter anderem zur Entrostung, notwendig, ebenso Sicherungsmaßnahmen. „Wir haben alles mit Handwerkern aus der Region und tollen Sponsoren gemacht. Unsere Kameraden selbst haben über 1000 Arbeitsstunden geleistet“, sagt Bodo Tees voller Stolz. Ausdrücklich dankte er auch Bürgermeister Reinhard Mach. „Die Stadt hat uns in jeder Beziehung unterstützt, auch dadurch, dass sie uns den Platz hier zur Verfügung gestellt hat.“ Reinhard Mach wiederum betonte gegenüber SVZ das „tolle Engagement“ von Bodo Thees. Anlässlich der Übergabe wurde der Steigeturm übrigens von Militärseelsorger Michael Reis geweiht.

Die Einweihung des Turms erfolgte, wie erwähnt, im Rahmen des 25. Techentiner Feuerwehrtreffens. 36 Mannschaften kämpften in verschiedenen Disziplinen um den Sieg, neben Erwachsenen waren auch Jugendwehren, Floriangruppen sowie Ü-40-Teams aus der Region dabei.

Die Gesamtwertung bei den Männern gewann die Mannschaft aus Techentin, bei der Jugend war Kummer I erfolgreich, ebenso bei den Floriangruppen. Das gute Abschneiden der Kummeraner komplettierte deren Ü-40-Team, das beim Löschangriff siegte.

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