Ludwigslust : Hier erhält eine Stufe ihr Profil

Matthias Heldmann bearbeitet eine Stufe mit Klüpfel und Scharriereisen.
Matthias Heldmann bearbeitet eine Stufe mit Klüpfel und Scharriereisen.

Im Steinmetzbetrieb von Thomas Mahnke in Ludwigslust werden Stufen und Platten des Zugangs zur Stadtkirche saniert

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02. Juni 2015, 07:00 Uhr

Mit Klüpfel und Scharriereisen bearbeitet Matthias Heldmann den Stein. Es ist nicht einfach nur so ein Stein, sondern eine Stufe – und die soll künftig wieder mit vielen anderen Sandsteinstufen und -platten den Zugang zur Stadtkirche Ludwigslust bilden.

Auch am gestrigen Montag waren Steinmetzmeister Thomas Mahnke und sein Kollege Matthias Heldmann im nur wenige Hundert Meter vom Gotteshaus entfernten Unternehmen dabei, Stufen zu sanieren. Es handelt sich um insgesamt 42 Stufen-Steine und 43 Platten aus dem Bereich vor dem Haupteingang der Kirche. Thomas Mahnke: „Das sind weniger als 50 Prozent der ursprünglich dort gelegenen Stufen. Und von ehemals 226 Platten sind, wie gesagt, nur 43 hier in der Werkstatt.“

Alle anderen der einst verbauten Stufen und Platten sind im Laufe der Jahrhunderte so geschädigt worden, dass sie nun nicht mehr verwendet werden können. Allerdings werden aus diesen Stufen einzelne Teile heraus gesägt. Von ihnen wird sozusagen die äußere „Hülle“ entfernt, die einst der Witterung ausgesetzt war. Die so enstehenden „Vierungswürfel“ wiederum werden als Ersatzstücke in jene Stufen eingearbeitet, die zwar beschädigt sind, aber trotzdem wieder vor der Kirche verlegt werden können. Diese Ersatzteile erhalten dann mittels Werkzeug ein Profil, das im Aussehen der gesamten Stufe entspricht. Genau damit war gestern, wie eingangs erwähnt, Matthias Heldmann beschäftigt. Eine nicht einfache und vor allem zeitaufwändige Tätigkeit. „Wir arbeiten oft auch an den Wochenenden, damit wir es vom Zeitplan her schaffen“, sagt Thomas Mahnke und ergänzt: „Wir liegen gut in der Zeit.“ Dabei werden und wurden in die wieder verwendbaren Stufen nicht nur Flicken eingesetzt.

So haben Mahnke und Kollegen Teile gebrochener Stufen wieder zusammen gesetzt, verdübelt und verklebt. Die Platten erhielten einen Epoxidharz-Anstrich als Steinfestiger, damit sie lange halten.

Bereits vor Beginn der Sanierung wurden Stufen und Platten mit Scheuerbürste und Wasser gereinigt. Bei den Arbeiten fiel übrigens eine Kuriosität auf. Thomas Mahnke: „Wir haben drei Stufen entdeckt, die vor ca. 100 bis 150 Jahren offenbar schon einmal ,saniert’ wurden. Man hat sie damals wohl kurzerhand umgedreht, mit dem verwitterten und abgenutzten Profil voran wieder ins Fundament gelegt und den nun freiliegenden Teilen ein Profil gegeben.“

Wie bereits gesagt: Nicht einmal die Hälfte der Stufen und Platten, die einst den Kirchenzugang bildeten, können wieder genutzt werden. Der weitaus größere Teil wird derzeit im Freistaat aus sächsischem Elbsandstein produziert und soll voraussichtlich in der letzten Juniwoche im Steinmetzbetrieb von Thomas Mahnke eintreffen. Dann werden sie in die inzwischen von der Grabower Tief- und Straßenbau Haack & Stewering GmbH neu geschaffenen Fundamente verlegt. Laut Plan sollen die Restaurierungsarbeiten Ende Juli abgeschlossen sein.

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