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Neustadt-Glewe : Hier entsteht eine „Lebensschale“

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Besucher können Pfingsten zur Aktion „Kunst Offen“ Kreativ-Projekt neben der Kirche in Neustadt-Glewe besichtigen

von
erstellt am 05.Jun.2014 | 07:00 Uhr

Lukas (11) meißelt gerade Holzstücke aus dem ehemaligen Baumstamm, und auch Ernst-Otto Rehm ist fleißig bei der Sache. Die beiden bilden eines der fünf Paare, die vor über einem Vierteljahr ein Kreativ-Projekt starteten. Zehn Frauen, Männer und Kinder bearbeiteten seitdem auf der Burg Neustadt-Glewe alte Pappelstämme. Ziel ist es, Skulpturen zu schaffen, die einen Bezug zwischen biblischen Geschichten und der Gegenwart haben (SVZ berichtete). Inzwischen sind die fast fertigen Skulpturen auf den Platz neben der Neustädter Stadtkirche „umgezogen“, wo die fleißigen Kunsthandwerker letzte Arbeiten ausführen.

Pastorin Silke Draeger, die großen Anteil an den Arbeiten nahm, sagt: „Besucher haben über Pfingsten im Rahmen der landesweiten Aktion ,Kunst Offen‘ Gelegenheit, ihnen über die Schultern zu schauen (Zeiten: siehe unten – d. R.). Am Pfingstmontag gibt es dazu ab 15 Uhr Musik im Freien unter anderem mit Bläsern. Anschließend werden die Teilnehmer am Projekt geehrt. Dazu sind auch Sponsoren eingeladen.“

Übrigens sind die Skulpturen noch bis zum Herbst neben der Kirche zu bewundern. Dann sollen sie versteigert werden. Der Erlös kommt der weiteren Sanierung der Kirche zugute. Silke Draeger: „Wir hoffen, dass die Versteigerung großes Interesse findet und auch Firmen daran teilnehmen.“

Immer wieder haben Einwohner und Touristen in den vergangenen Monaten die Skulpturen bewundert. So auch Besucher aus Leipzig am vergangenen Dienstagabend. Margita und Axel Schulze machen hier zusammen mit Nina und Lothar Lachmund Urlaub. „Wir finden es gut, mit welchem Eifer hier Ältere und Jüngere gemeinsam bei der Sache sind“, sagte Margita Schulze. Die Urlauber lobten überhaupt die Region. „Es gibt hier so schöne Ecken und sehr gepflegte Ortschaften. Und von der Burg sind wir total begeistert.“

Ganz viel Lob für die jungen und älteren Kunsthandwerker auf Zeit fand auch Bildhauer Christian Wetzel, der das Projekt künstlerisch und handwerklich begleitete. „Das Ganze war eher ein sozialpädagogisches als ein künstlerisches Projekt“, blickt Wetzel auf die vergangenen Monate zurück. „Es kam darauf an, etwas gemeinsam zu schaffen und dabei miteinander zu kommunizieren. Denn jeder im Paar, das vom Alter her unterschiedlich zusammengesetzt ist, hat natürlich seine Gedanken, die er in die Arbeit einbringen möchte.“

Wie Christian Wetzel betont, hat sich im Laufe der Monate eine Eigendynamik entwickelt, so dass er gar nicht so viel in die Arbeit der jeweiligen Paare eingreifen musste. „Das Projekt hätte auch scheitern können. Das Ganze basierte auf absoluter Freiwilligkeit und ohne Druck. Alle haben die Sache aber mit viel Engagement durchgezogen.“

So, wie Ernst-Otto Rehm und Lukas, deren Holzskulptur eine Lebensschale darstellt, die von vier Frauen getragen wird. Jede schaut in eine andere Himmelsrichtung. „Es ist wie im wirklichen Leben: die Frau trägt die Last“, sagt Ernst-Otto Rehm. Und Lukas meint: „Am Anfang war es noch ziemlich schwer, aber jetzt geht es viel einfacher. Wir haben viel dazugelernt.“

 

 

 

 

 

 

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