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Fritz-Reuter-Platz verwaist zusehends : Herbe Verluste für ältere Mallisser

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Die Wirtschafts- und Steuerkraft der Gemeinde Malliß erfährt einen Abwärtstrend: Seit wenigen Tagen hat dort eine Filiale des Drogerie-Discounters Schlecker geschlossen. Die Bürgermeisterin sieht keinen Handlungsbedarf.

svz.de von
erstellt am 26.Nov.2011 | 05:50 Uhr

Malliss | Die Einwohner in Malliß traf die Schließung "ihres" Schleckermarktes schon überraschend und hart, wie eine älteren Bürgerin gestern vor den zugeklebten Fenstern und Türen der Filiale des Drogerie-Discounters bedauerte. Betroffen von der Schließung sind auch drei Mitarbeiterinnen des Drogeriemarktes. Bereits Wochen zuvor hatte eine ganz in der Nähe ansässige Bäckerei-Filiale geschlossen. In Malliß nimmt das Geschäftsleben derzeit ab. Und auch auf dem neu geschaffenen Industrie- und Gewerbepark ist keine Bewegung zu erkennen. Allein, der bis dahin lang ersehnte Gewerbewegweiser und zwei genutzte Hallen stehen auf dem riesigen Terrain.

Besonders die älteren Mallisser seien von dieser Geschäftsaufgabe betroffen, meinte eine Einwohnerin, die gern weil schnell und zudem nur mit dem Fahrrad das Einkaufsrund "Fritz-Reuter-Platz" erreichen kann. Viele kleine, aber wichtige Dinge für den täglichen Haushalt konnten sie dort einkaufen. Selbst zu Fuß bereitete es keine Mühen dorthin zu kommen. Mit dem Verschwinden von Bäckerei und Drogerie ist die Einkaufsvielfalt kleiner geworden. Doch noch gibt es für die Mallisser Alternativen im Ort, räumt die Rentnerin ein.

Bürgermeisterin sieht keinen Handlungsbedarf

Geblieben sind auf dem linksseitigen Platz in Richtung Ludwigslust das Geschäft der Investorin des Gebäudekomplexes. Sie betreibt dort einen Kleinwarenladen mit Postannahme und anderen Serviceangeboten. Ihre Nachbarn sind die unbesetzte SB-Filiale der Volksbank Osterburg-Lüchow-Dannenberg eG und eine Versicherungsagentur. Und dann gibt es da noch unweit entfernt den Döner-Laden.

Bürgermeisterin Brigitte Gäth sieht offensichtlich keinen Handlungsbedarf, wie ihre Antwort auf Anfrage der SVZ lautete: "Damit hat die Gemeinde nichts zu tun. Da kann ich nichts weiter zu sagen", lautete ihre einzige Auskunft. Allerdings informierte sie in einem Atemzug darüber, dass sich der Gewerbeverein Malliß mit der Thematik befasse und sich dort auch etwas getan habe. Die SVZ rief beim Vorsitzenden ab.

Die derzeitige Situation müsse entspannt gesehen werden, hieß es von Gerald Steinfatt, der als Inhaber eines Küchen-Studios diese Vereinigung führt. Dass Geschäfte aufgegeben werden, sei eine Normalität in der Wirtschaft, ordnete er beide Schließungen ein. Steinfatt bestätigte die Informationen der Bürgermeisterin, dass die Schließungen ein Thema im Gewerbeverein gewesen seien.

Neue Nutzer bereits ernsthaft an Räumen interessiert

Und der Vorsitzende gab dann auch eine beschwichtigende Entwarnung in Richtung Firmenschwund im Ort. Nach seinen Informationen existieren bereits ernsthafte Interessen, die die Räumlichkeiten als Geschäft oder Betrieb nutzen möchten. Allerdings könnten spezielle Vertragsvereinbarungen, wie beispielsweise die Mietzeit eines Objektes, dazu führen, dass Neuinvestitionen ihre Zeit benötigten. Solche unverrückbaren Fakten könnten einem Neubezug sicherlich kurzfristig im Wege stehen, blickt Steinfatt dann doch eher optimistisch in die Zukunft für ein geschäftiges Treiben auf dem gesamten Fritz-Reuter-Platz. Noch existieren Geschäfte und Gewerbetreibende, die das Leben in Malliß lebenswert machen, doch die müssen gepflegt und die Vielfalt möglichst kontinuierlich ausgebaut werden, rät auch Burkhard Thees, Bürgermeister der Nachbargemeinde Neu-Kaliß.

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