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Ludwigsluster Tageblatt

20. November 2017 | 03:17 Uhr

Ludwigslust : Herausforderung für Forst-Azubis

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Drei junge Männer sind mit Ausbilder Heinz-Detlef Blank im Revier Schlossgarten in Ludwigslust beim Bucheneinschlag im Einsatz

von
erstellt am 09.Jan.2015 | 14:17 Uhr

Das Geräusch von Motorkettensägen durchdringt die Stille des Waldes. Drei junge Männer, allesamt Auszubildende des Forstamtes Ludwigslust zum Forstwirt, sind hier zusammen mit ihrem Ausbilder Heinz-Detlef Blank in einem Abschnitt des Reviers Schlossgarten im Einsatz. „Hier werden auf einem Abschnitt rund 200 Festmeter Buchenholz geschlagen“, war von Frank Mahler zu erfahren, im Forstamt für Öffentlichkeitsarbeit und Holzvermarktung zuständig. „Das Holz geht zu einem brandenburgischen Holzverarbeiter.“

Immer wieder gibt Forstwirtschaftsmeister Blank seinen Schützlingen Anweisungen, was beim Bucheneinschlag zu beachten ist. Da geht es um die richtige Schnitttechnik, die Bearbeitung der Stubben. Die Anforderungen beim Buchenholzeinschlag sind, was z.B. den Durchschnitt des Holzes und die Güte betrifft, höher als jene beim Kieferneinschlag, sagen die beiden Forstfachleute, „Es ist eine anspruchsvolle und abwechslungsreiche Arbeit. Jeder Baum ist anders“, sagt Heinz-Detlef Blank. Er winkt die drei Azubis zu sich heran. Hendrik Bieber ist mit 16 Jahren der Jüngste. Er hat sich über eine Berufsinformationsmesse am Stand des Forstamtes über das Berufsbild des Fortstwirtes informiert, hat dann beim Forstamt ein Praktikum absolviert und ist jetzt im ersten Lehrjahr. „Mir gefällt es, in der Natur zu arbeiten, man lernt auch viel über den Wald“, so der 16-Jährige. „Körperlich zu arbeiten, das liegt mir, das macht Spaß“, ergänzt Malte Hamann, der im zweiten Lehrjahr ist. Er ist bereits 29 und damit der Älteste der Azubis in der Runde. „Ich habe Geografie studiert, habe aber gemerkt, dass ich lieber etwas Praktisches machen wollte, und so habe ich mich für eine Arbeit in der Natur entschieden“, erklärt Malte. „Eigentlich geht eine Ausbildung zum Forstwirt über drei Jahre, aber wer schon ein Studium absolviert oder Abitur gemacht hat, kann seine Ausbildung, wie in diesem Fall Malte, in zwei Jahren abschließen“, erklärt Frank Mahler. Insgesamt werden jetzt aktuell sechs junge Leute im Forstamt Ludwigslust ausgebildet, eines von zehn Ausbildungsbetrieben in der Landesforst MV. Jährlich werden von der Landesforst 20 junge Leute ausgebildet, darunter sind auch Mädchen. Fünf bis sechs werden übernommen. „Die anderen stehen aber deswegen nicht auf der Straße, sie finden aufgrund ihrer guten Ausbildung auch eine Arbeit in privaten Unternehmen“, ergänzt Frank Mahler. „Wir sind demnächst durch den Umzug des Forstamtes in das Schützenhaus Grabow in der Lage, auch weibliche Bewerber auszubilden, da es dort getrennte Sanitär- und Umkleideräume geben wird.

Zu den Hauptaufgaben des Forstwirtes gehören nicht nur alle Maßnahmen und Aufgaben rund um die Holzproduktion. Ebenso zählen Naturschutz, Pflege der Landschaft, Schaffung und Erhaltung von Lebensräumen für Tiere und Pflanzen sowie von Erholungsmöglichkeiten für die Bevölkerung dazu. Die Azubis werden ebenso vertraut gemacht mit moderner Technik, so im Einsatz mit Traktor und Harvester, einer Holzerntemaschine, auch die Arbeit eines Hubsteigers lernen sie kennen. „Vier bis sechs Wochen praktische Arbeit wechseln sich mit zwei Wochen Theorie in der Berufsschule ab“, so Heinz-Detlef Blank. „Und dass die Azubis im ersten und zweiten Lehrjahr zur Harvesterausbildung eine Woche nach Ungarn und im dritten Lehrjahr eine Woche nach Finnland fahren, finde ich eine gute Sache“, sagt Julian Matz.

Werbung in eigener Sache, um junge Leute für die Arbeit in der Forst zu gewinnen, betreibt das Forstamt Ludwigslust auch am kommenden Sonnabend auf dem Berufsstartertag in Ludwigslust wieder. Frank Mahler: „Wir sind dann auch wieder mit einem eigenen Stand dabei und werden uns ebenso am 31. März auf der Messe in Parchim präsentieren.“

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