zur Navigation springen

Ludwigslust : „Helfende Hände werden benötigt“

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Seit Januar absolviert Karina Hamann bei den Lewitz-Werkstätten in Ludwigslust ihren Bundesfreiwilligendienst

Mit einem freundlichen Lächeln und ohne zu zögern, greift Karina Hamann nach der Hand der körperlich und geistig behinderten Steffi, um diese zu massieren. So kann einerseits Vertrauen aufgebaut werden und andererseits der Betreute entspannen. Dies ist jedoch nur eine von vielen Aufgaben, die Karina Hamann während ihres Bundesfreiwilligendienstes in der Fördergruppe der Lewitz-Werkstätten gemeinnützige GmbH in Ludwigslust ausführt.


Sie wird als Ruhepol wahrgenommen


Die 32-Jährige, gebürtig aus Laupin, hat im Januar begonnen als so genannter „Bufdi“ zu arbeiten. „Helfende Hände werden immer benötigt“, ist sie der Meinung. Nach ihrer Ausbildung zur Hauswirtschaftshelferin bekam Karina Hamann ihren ersten Sohn, der mit einer Behinderung zur Welt kam. Zwischen der Geburt ihrer weiteren zwei Kinder, die gesund das Licht der Welt erblickten, jobbte die junge Frau viel und engagierte sich ehrenamtlich. „Ich habe damals noch eine Weiterbildung vom Jobcenter aus gemacht und bin dann auf den Bundesfreiwilligendienst aufmerksam geworden“, sagt Hamann.

Ihr Sohn ging damals in die Kindertagesstätte „Lewitz-Zwerge“ in Ludwigslust, die eine ganztägige Förderung und Betreuung für geistig, körperlich oder mehrfach behinderte Menschen anbietet. Dadurch konnte sie sich mit den Betreuern der Einrichtung schon vor dem Bundesfreiwilligendienst austauschen.

„Ich habe keine Berührungsängste vor Menschen mit einem Handicap“, erzählt Hamann. An ihrem ersten Arbeitstag im Januar diesen Jahres sei sie von den Mitarbeitern und den Teilnehmern der Fördergruppe herzlich begrüßt worden. „Bei den Betreuten musste ich natürlich erst einmal das Vertrauen gewinnen“, erinnert sich Hamann. „Aber das ging ganz schnell, weil ich ein Ruhepol bin.“

Ihr Arbeitstag beginnt werktags um 7.30 Uhr mit der Vorbereitung des Frühstücks. Dann werden die Teilnehmer der Fördergruppe vom Bus abgeholt und es wird mit einem Morgenkreis in den Tag gestartet. Anschließend wird gegessen: Sie helfe dann den Besuchern der Fördergruppe beim Essen und Trinken.


Aufgabenbereiche als Bufdi sind vielfältig


„Ich führe beispielsweise den Löffel mit der Hand des Betreuten zum Mund, wenn derjenige es nicht selbstständig kann“, erklärt Hamann. Sie sei vor allem auch für die Betreuung von Steffi zuständig, die körperlich und geistig eingeschränkt ist und Unterstützung benötigt. Auch die Hilfestellung und verbale Begleitung bei der Körperpflege sowie bei Toilettengängen gehöre zu ihren Aufgaben. Ab 9.30 Uhr beginnt die Arbeit für die Teilnehmer der Fördergruppe: So werden unter anderem Schrauben mittels einer Schablone abgezählt und diese dann verpackt. Zudem gibt es auch Bewegungs- sowie Entspannungsangebote und die Möglichkeit sich kreativ zu betätigen. Anschließend wird das Mittagessen aus der Kantine geholt und wiederum Hilfestellungen bei der Nahrungsaufnahme gegeben. Im Anschluss daran ist Zeit, um Organisatorisches für die nächsten Tage zu klären. Um 13.45 Uhr endet dann der Arbeitstag für Karina Hamann.

„Wir haben die Arbeitszeit an das Leben der dreifachen Mutter angepasst“, verrät Tina Jauert, Fachkraft für Arbeit mit Behinderten in den Lewitz-Werkstätten. So bringe Karin Hamann auch durch ihren behinderten Sohn viel Verständnis für Menschen mit einer Einschränkung mit. „Sie strahlt Ruhe und Gelassenheit aus. Das kommt gut bei den Teilnehmern der Fördergruppe an, die allgemein meist unter einer Reizüberflutung leiden“, so Jauert.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen