Fahrbinde : Heiße Dusche für die Tanks

Chef Jan Neumann (m.) packt mit an: Hier entsteht die Zufahrt für die neue Reinigungshalle (im Hintergrund).  Fotos: münchow
Chef Jan Neumann (m.) packt mit an: Hier entsteht die Zufahrt für die neue Reinigungshalle (im Hintergrund). Fotos: münchow

TSclean Tank- und Siloreinigung Neumann in Fahrbinde erweitert Kapazitäten / Investitionen in Höhe von über 900 000 Euro

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28. November 2014, 07:00 Uhr

Es zischt und dröhnt, heißer Dampf steigt auf. Man könnte glauben, es ist eine Autowaschanlage. Ist es in gewissem Sinne auch, nur ziemlich überdimensional: Wir sind in der TSclean Tank- und Siloreinigung Neumann in Fahrbinde. Hier werden die Laster-Tanks gereinigt – Tanks, in denen Lebensmittel und Zutaten für die Nahrungsmittelindustrie quer durch Europa transportiert werden. Jetzt ist die Anlage zu klein geworden. Inhaber Jan Neumann: „Wir haben nun eine neue Halle, in der es statt bisher zwei künftig vier Spuren geben wird.“ Heißt, dass voraussichtlich ab Anfang 2015 gleichzeitig nicht nur zwei, sondern vier Laster in die Halle fahren und ihre Lebensmitteltanks reinigen lassen können. In der alten Halle wird es dann keine Reinigung mehr geben.

Vor rund zehn Jahren ist Jan Neumann auf die Idee mit der Tankreinigung gekommen. „Ich bin früher selbst Lkw gefahren und fand, dass es hier in der Region eine Marktlücke gab, was die Tankreinigung betrifft“, sagt der aus Demmin stammende Neumann. „Also haben wir in Fahrbinde eine entsprechende Reinigungsanlage errichtet.“

Heute besitzt Jan Neumann außer in Fahrbinde auch in Kavelstorf bei Rostock und in Neudietendorf bei Erfurt solche Tankreinigungen. Insgesamt beschäftigt der erfolgreiche Unternehmer 30 Mitarbeiter. Allein 12 Beschäftigte gibt es in Fahrbinde, drei neue Arbeitsplätze kommen mit der neuen Halle dazu. „Die Nachfrage nach dieser Reinigung ist sehr groß“, weiß Jan Neumann.

„Ich habe die Anlage auch deshalb erweitert, weil wir dann künftig doppelt so viele Tanks gleichzeitig reinigen können, die Wartezeiten der Lkw-Fahrer so reduzieren.“ Denn Wartezeit ist Arbeitszeit für die Brummifahrer. Die Fahrer dürfen aber laut Gesetz nur eine bestimmte Stundenzahl am Stück arbeiten, so dass sich bei langen Wartezeiten die Fahrtstrecke pro Tag verkürzt, weil die Lenkzeiten einzuhalten sind. Jan Neumann macht kein Hehl daraus, auch aus eigenen Erfahrungen als Brummifahrer, dass er bestimmte Vorschriften im Bereich der Lenk- und Ruhezeiten als unsinnig betrachtet.

Zur Reinigung kommen Laster, die in ihren Tanks flüssige, pulverisierte und kristallisierte Lebensmittel oder Zutaten transportieren : zum Beispiel flüssige Schokolade, Milch, Öl, Zucker. Nach der Entladung am Bestimmungsort müssen die Tanks professionell gereinigt werden. Je nach Art der im Tank zurückgebliebenen Reste wird mit heißem Dampf (bis zu 170 Grad Celsius) oder warmem bzw. heißem Wasser (45-80 Grad) gereinigt. Bei Milch beispielsweise wird der Tank nach der Reinigung nochmals mit kaltem Wasser gespült, weil die später zu ladende Milch sonst schlecht werden würde. Je nach Art der Reinigung sowie der Beschaffenheit des Tanks dauert die Prozedur 30 bis 60 Minuten.

Gegenwärtig übrigens sind Jan Neumann und seine Kollegen in Fahrbinde – neben den Tankreinigungen – mit der Fertigstellung der Zufahrt für die neue Anlage beschäftigt. Dazu müssen unter anderem Pflastersteine verlegt werden. Abhängig vom Wetter in den kommenden Tagen und Wochen, könnte dann auf der anderen Seite der neu errichteten Halle mit der Fertigstellung der Abfahrtfläche begonnen werden. Hier sollen auch Parkflächen für 15 bis 20 Kunden-Laster entstehen, so dass die Fahrer hier ihre Ruhezeiten verbringen können.

Zum Service des Unternehmens gehört übrigens auch ein Bistro (6-22 Uhr), in dem es neben Getränken auch frisch zubereitete warme Speisen gibt. Kostenlose Duschgelegenheiten sind ebenfalls vorhanden.

Das Investitionsvolumen für die neue Halle mit Ausstattung beläuft sich auf 904 000 Euro. Das Wirtschaftsministerium von MV unterstützt das Ganze aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ und des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung mit insgesamt 225 400 Euro.

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