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Grabow/Ludwigslust : Heide wächst zu neuer Schönheit

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Rund 100 Hektar Landschaft zwischen Ludwigslust und Grabow werden als A14-Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen renaturiert

von
erstellt am 30.Jan.2015 | 07:00 Uhr

Tief im Wald nahe de A14- Baustellen zwischen Ludwigslust und Grabow. Schwere Technik ist hier auf einer Fläche im Grabower Teil der Ludwigsluster-Grabower Heide im Einsatz. Genauer gesagt sind hier Plaggmaschinen am Werk, diese Geräte wurden für die Bearbeitung von Großflächen entwickelt. Die alte Heideschicht wird abgeschält, so erklärt es Rolf-Peter Meyer von der Spezialfirma für Biotopmanagement aus dem niedersächsischen Winsen/Luhe, die hier im Auftrag der Landesforst MV Maßnahmen zum Erhalt und zur Pflege der Heidelandschaft vornimmt. Es handelt sich bei diesen umfangreichen und aufwändigen Arbeiten um Ersatzmaßnahmen im Zuge des Autobahnbaus A14 im Bereich Grabow und Ludwigslust.

Träger des Vorhabens ist das Straßenbauamt Schwerin. „Hauptauftragnehmer für dieses Projekt ist das Forstamt Ludwigslust unter der Regie der Landesforst MV“, erklärte gestern der Leiter des Forstamtes Ludwigslust, Dr. Holger Voß, am Rande einer turnusmäßigen Bauberatung mitten in der Heidelandschaft. „Hier gibt es einen großen Anteil an alter degenierter Heide, die irgendwann mal komplett wegfallen würde“, so Rolf-Peter Meyer. Die Flächen befinden sich auf zweigeteiltem Gebiet - zum einen ist auf 85 ha die Landesforstanstalt Eigentümer, zum anderen auf 15 Hektar die Stadtforst Grabow. „Was hier gemacht wird, ist für uns nichts Neues, unsere Firma ist seit 35 Jahren in der Biotoppflege und Regeneration von Heideflächen aktiv. Die Neuanlage von Heideflächen als Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen im Rahmen von Verkehrswegeausbau, Bahnbau und Freileitungsbau führte unser Unternehmen mit großem Erfolg durch.“ Heute steht das Unternehmen den Auftraggebern mit einem patentierten Verfahren zur Ansiedelung von Heideflächen auf verschiedensten Standorten zur Verfügung.


Winsener Firma startete Arbeiten im November


„So waren wir auch schon an anderen Standorten in MV aktiv, z.B. in der Bretziner Heide und Hiddenseer Dünenheide“, erklärt Rolf-Peter Meyer. „Diese Arbeiten, die wir ausführen, sind eine der wertmäßig höchsten Kompensationsmaßnahmen am natürlichen Heidestandort.“

Bevor die Mitarbeiter der Winsener Biotopmanagement-Firma im November 2014 ans Werk gehen konnten, wurden die Flächen von alter Munition beräumt, denn bis zur Wende war dieses Areal als Schießplatz der hier stationierten russischen Streitkräfte intensiv genutzt worden.

Zu technischen Abläufen sagte Rolf-Peter Meyer, dass das Choppern eine Lösung für die Regeneration überalterter Heideflächen mit einer starken Rohhumusauflage darstelle. „Bei diesem Vorgang wird die Altheide mit der nicht vergrasten Rohhumusauflage aufgenommen und von der Fläche entfernt. Durch die exakte Freilegung des A-O-Horizontes werde das Keimen der Heidesaat begünstigt.“ Was den Bereich der Ludwigsluster–Grabower Heide betreffe, so könnte sich nach Aussage von Rolf-Peter Meyer auf den bearbeiteten Flächen nach zwei, drei oder spätestens fünf Jahren eine neue Heidevegetation einstellen.

Bis Mitte Februar werden die Biotopmanagement-Spezialisten hier noch ihre Arbeit verrichten. „Ziel ist es, die Heide wieder in einen ordentlichen Zustand zu versetzen, dass sie neu aufwächst“, sagt Rolf-Peter Meyer. Diese Maßnahmen werden in vollem Umfang der Natur zugute kommen, es sind anerkannte Regenerationsmaßnahmen im Naturschutz, um Lebensräume zu erhalten. „Wir wollen damit auch die Heide für die Bürger erlebbar machen, zu einer Erholungslandschaft mit Wanderwegen und Info-Tafeln ausbauen“, so Dr. Voß.


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