zur Navigation springen
Ludwigsluster Tageblatt

18. Dezember 2017 | 21:41 Uhr

Neustadt-Glewe : Heftige Debatte um Kita-Zukunft

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Wie es mit der Kindertagesstätte „Kiku Kinderland“ in Neustadt-Glewe weitergeht, war Thema auf der Stadtvertretersitzung

svz.de von
erstellt am 19.Sep.2014 | 16:25 Uhr

Die Zukunft der Kita „Kiku Kinderland“ in Neustadt-Glewe interessierte viele Einwohner, die am Donnerstagabend die Stadtvertretersitzung mitverfolgten. Ursprünglich sollte das Thema im nichtöffentlichen Teil behandelt werden, aber ein entsprechender Antrag, eingereicht von Christian Rosenkranz, dem Vorsitzenden der CDU-Fraktion, dies öffentlich zu beraten, fand eine übergroße Mehrheit.

Die Kinderzentren Kunterbunt mit Sitz in Nürnberg hatten im Juni 2014 die Absicht bekundet, die Trägerschaft der Kita zum 31. Dezember zu kündigen. Hintergrund war, dass die Einrichtung defizitär arbeitet (SVZ berichtete). Ende August gab es dann im Remter der Burg eine Versammlung, zu der Eltern, Erzieherinnen und Stadtvertreter erschienen waren. „Wir haben die Kündigung der Trägerschaft zurückgezogen, das heißt, wir bleiben Träger“, verkündete damals der kaufmännische Leiter der Kinderzentren Kunterbunt (Kiku).

Mit dem nun von der Stadtverwaltung vorgelegten Zahlenwerk, das aussagt, welche finanziellen Belastungen auf Neustadt-Glewe für die Fortführung der Kita zukommen würden, hatten sich im Vorfeld der Stadtvertretersitzung der Hauptausschuss, der Bildungs-, Kultur- und Sozialausschuss und der Finanzausschuss beschäftigt – letzterer hat die Beschlussvorlage abgelehnt. Auch in den anderen Ausschüssen sei es nach Aussage von Bürgermeister Arne Kröger noch zu keiner Abstimmung gekommen – es sind einfach zu viele Fragen offen.

Vorbehaltlich der Zustimmung der Stadtvertretung habe die Stadt dem Träger, der erhebliche finanzielle Probleme hat, ein Angebot unterbreitet. „Der Träger hat, um es kurz zu machen, auf der Elternversammlung gesagt, wenn die Prämissen stimmen, nimmt er die Kündigung zurück und auch die Kündigung der Erzieherinnen. Ein Fax der Geschäftsleitung liegt aber bis heute Abend nicht vor“, so Arne Kröger.

Wenn der Träger sage, dass er die Kündigung zurücknehme, dann sei das aus seiner Sicht nicht interpretationsbedürftig, erklärt Christian Rosenkranz. Er erwarte vom Betreiber, dass das dann auch umgesetzt werde. Was den Vertrag mit der Stadt und dem Betreiber betrifft, so seien zwar Absprachen getroffen worden, von den Stadtvertretern sei aber keiner dabeigewesen. „Sicher ist, der Betrieb wird fortgeführt, wichtig ist, eine vernünftige Vereinbarung zu treffen“, fordert Christian Rosenkranz. „Es müsste ein komplett neuer Betreibervertrag ausgehandelt werden.“ Der Betreiber, so Rosenkranz, sollte der Stadtvertretung seine Zahlen vorlegen, das sei bislang nicht passiert.

Peter Warnecke von der Fraktion Die Linken sagte, es wird keine Erhöhung der Elternbeiträge geben. Und er fragt zugleich: Warum haben die Kontrollgremien und Mechanismen nicht funktioniert? Hätten nicht schon eher Signale kommen können, dass der Betreiber finanziell in Schieflage geraten ist? „Wir erwarten eine schriftliche Rücknahme der Kündigung durch den Arbeitgeber. Die Einrichtung müssten wir dann sowieso weiter betreiben, wir sind in einer Rechtspflicht“, ergänzt Peter Warnecke. „Die CDU-Fraktion wird sich nicht verweigern, den notwendigen Beitrag für den Betrieb der Kita zu leisten“, warf Christian Rosenkranz ein. Jürgen Rosenbrock von der SPD-Fraktion: „Mir fehlt der Wille des Trägers, etwas zu ändern, täglich laufen Minusbeträge auf, aber eine Reaktion ist nicht zu erkennen.“

Die hitzige, lebhafte und emotionale Debatte wurde dann kurz vor 21.30 Uhr für gut zehn Minuten unterbrochen. Danach verkündete Bürgermeister Arne Kröger, dass die Stadt an der Rücknahme der Kündigung durch den Träger festhalten werde. „Wir haben viele Termine mit dem Träger und dem Landkreis zu entsprechenden Verhandlungen. Das warten wir ab. Dann nach den Verhandlungen wird die Stadtvertretung einberufen, um die Ergebnisse darzulegen. Das heute vorgelegte Zahlenwerk werden wir zurücknehmen und die Verwaltungsvorlage zurückziehen.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen