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Ludwigsluster Tageblatt

24. August 2017 | 03:02 Uhr

Dömitz : Hausaufgaben an der Elbe gemacht

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Mit Informationszentrum und zertifizierten Partnern erfüllt Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe MV wichtige Kriterien für Unesco-Status

Die Zahl kann sich sehen lassen: Schon mehr als 13 000 Gäste haben das Informationszentrum des Biosphärenreservats Flusslandschaft Elbe MV besucht. Dabei ist die interaktive Ausstellung im Zeughaus der Dömitzer Festung erst vor neun Monaten offiziell eröffnet worden. „Das macht im Schnitt rund 1500 Besucher pro Monat“, sagt Dirk Foitlänger vom Amt für das Biosphärenreservat. Allerdings wurde es auch höchste Zeit für eine solche Anlaufstelle. Ein Besucherzentrum war der Verwaltung des Biosphärenreservats Flusslandschaft Elbe MV schon vor Jahren ins Hausaufgabenheft geschrieben worden – vom MAB-Nationalkomitee für das Unesco-Programm „Der Mensch und die Biosphäre“, das für die Anerkennung und Überprüfung von Biosphärenreservaten in Deutschland zuständig ist. Das Komitee erwartet nun auch in anderen Bereichen Nägel mit Köpfen.

„Unsere Besucher kommen überwiegend von außerhalb. Aus ganz Deutschland, aus Holland, aus Japan, Korea und anderen Staaten“, erklärt Hartmut Brun, einer der Ausstellungsbetreuer im Zeughaus. „Im Sommer sind es sehr, sehr viele Radtouristen.“ Die Resonanz sei durchweg positiv. „Die Besucher gehen nicht nur durch die Räume, sondern äußern sich auch zu dem Gesehenen“, so Brun. „Und oft kommen Kinder, die in der Gruppe hier waren, später mit Eltern oder Großeltern wieder, um zu zeigen, was sie hier gelernt haben.“ Ein besonders beliebter Teil der Schau ist das Biosphäre-Pad. Legt man eine der Karten mit Ansichten aus der Region auf das große Display, öffnet sich auf der digitalen Landkarte ein Fenster mit weiteren Informationen. Nicht minder interessiert sind die Gäste an der riesigen Luftaufnahme an der Wand, die die Flächenstruktur der Region sehr anschaulich darstellt. Bislang haben rund 600 Kinder und Erwachsene die Ausstellung bei 19 Führungen kennen gelernt.

In diesem Jahr wird sie auf ungewöhnliche Art und Weise erweitert. Die neuen Räumen sollen sich unter der Erde befinden – in den Kasematten der Bastion „Greif“, deren Eingänge gleich hinter dem Zeughaus liegen. „Dort soll es um das Thema Nachhaltigkeit gehen. Wie wurde das Land früher genutzt, wie wird es heute genutzt, wie in Zukunft, und welche Folgen hat das für das Ökosystem?“, erklärt Anke Hollerbach, Dezernentin im Biosphärenreservatsamt. „Wir wollen die Besucher anregen, ihren eigenen Vorstellungen und Verhaltensweisen ,auf den Grund‘ zu gehen.“ Kindern wird die Ausstellung in den Gewölberäumen, deren Titel „Im Grunde“ lauten soll, besondere Erlebnisse bieten. Etwa ein Suchspiel mit Schwarzlicht-Stirnlampen. Die Grobplanung für die neuen Räume steht, die Feinplanung läuft. Im Frühjahr soll die Sanierung der Bastion „Greif“ beginnen, die rund eine Million Euro kostet. Das Geld für Bauarbeiten und Ausstellung kommt vom Land, von der Stadt Dömitz, der EU und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). „Für Frühjahr 2015 ist die Eröffnung geplant“, so Anke Hollerbach.

Vorwärts gehen soll es in diesem Jahr auch mit dem Gesetz für das Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe MV. „Für uns ist es ein Erfolg, dass die öffentliche Anhörung zum Gesetzentwurf durchgeführt wurde und dabei eine ganze Menge Anregungen aufgenommen wurden“, so Anke Hollerbach. „Derzeit ist der Entwurf im Agrarausschuss, im Frühjahr kommt er zum zweiten Mal in den Landtag.“ Aus ihrer Sicht ist dieses Gesetz unbedingt nötig, um den mecklenburgischen Teil des Biosphärenreservats rechtlich zu sichern. „Dass viele der enthaltenen Regelungen auch heute schon gelten, wird in der Öffentlichkeit oft nicht wahrgenommen“, sagt die Dezernentin mit Blick auf die Kritik, die verschiedene Interessengruppen am Entwurf geübt hatten. Mecklenburg-Vorpommern hat als letztes der fünf am Unesco-Biosphärenreservat beteiligten Bundesländer ein solches Gesetzgebungsverfahren eingeleitet. Käme das Gesetz nicht, müsste man fürchten, dass bei der nächsten Überprüfung im Jahr 2017 der Status Biosphärenreservat aberkannt wird – so zumindest die Auffassung von Landesregierung und Reservatsverwaltung. „Die rechtliche Sicherung ist ein Pflichtkriterium“, betont Anke Hollerbach.

Auch das zu wenig ausgebaute Regionalmarketing war eines der 2007 genannten Defizite. Doch in diesem Bereich ist ebenfalls einiges passiert. 2011 waren die ersten Partner des Biosphärenreservats zertifiziert worden, aktuell sind es zwischen Boizenburg und Dömitz mehr als 20. Der BiosphäreElbe Markt, der im April auf der Dömitzer Festung seine Premiere erlebte, soll ebenfalls die Regionalentwicklung ankurbeln. Dort präsentieren sich zertifizierte Partner und andere Regionalanbieter. Die zweite Auflage ist für den 27. April 2014 geplant. „Interessenten können sich bei uns melden“, so Dirk Foitlänger.

 

 

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erstellt am 20.Jan.2014 | 17:15 Uhr

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