grabow : Haschischzüchter vor Gericht

Ein Lkw der Polizei holte die Pflanzen am 19. Februar dieses Jahres bei Boberow ab.
Ein Lkw der Polizei holte die Pflanzen am 19. Februar dieses Jahres bei Boberow ab.

Amtsgericht Perleberg verhandelt wegen Beihilfe, Prozess gegen Hauptangeklagten ab August am Landgericht Neuruppin

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18. Juli 2014, 07:00 Uhr

Beihilfe zum Handel mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge – mit diesem Vorwurf müssen sich zwei Frauen aus der Ukraine seit dieser Woche auseinandersetzen. Vor dem Jugenschöffengericht des Amtsgerichts Perleberg hat der Prozess gegen die beiden 20- und 24-Jährigen begonnen, denen vorgeworfen wird, bei der Pflege und Ernte der Pflanzen auf einer Cannabisplantage geholfen zu haben.

Der professionelle Anbau war am 19. Februar dieses Jahres bei einer Razzia der Kriminalpolizei in Grabow entdeckt worden. Weitere Ermittlungen führten die Beamten, darunter Kräfte des Kommissariates Schwere Kriminalität der Polizeidirektion Nord des Landes Brandenburg, zu Plantagen in Gosedahl bei Boberow, wo auf drei Etagen eines abgelegenen Hauses rund 1000 Pflanzen gefunden wurden sowie in Blüthen, wo sich eine Plantage offenbar im Aufbau befand.

Neben insgesamt 3500 Pflanzen beschlagnahmten die Beamten seinerzeit auch Größenordnungen von Technik, die zur Aufzucht der Pflanzen benötigt wird wie beispielsweise Speziallampen. Mehrere Lkw waren nötig, um das Material abzutransportieren. Die Menge der sichergestellten Pflanzen in unterschiedlichen Wuchsstadien deute auf „Profi-Plantagen“ hin, hieß es im Februar von Seiten der Staatsanwaltschaft Neuruppin.

Treibende Kraft hinter der Drogenproduktion in der Prignitz und im Landkreis Ludwigslust-Parchim soll ein 38-Jähriger aus Perleberg gewesen sein. „Der Mann soll 2013 rund 93 Kilogramm Cannabis verkauft und damit einen Gewinn von mehr als 144 000 Euro gemacht haben“, informiert ein Sprecher des Amtsgerichts Perleberg. Der Prozess gegen ihn beginnt am 6. August vor dem Landgericht in Neuruppin.

Die beiden Ukrainerinnen, die in Perleberg vor dem Richter stehen, wiesen in der Verhandlung am Dienstag jede Schuld von sich. Sie hätten in den Objekten lediglich den Haushalt geführt und von der Drogenproduktion nichts gewusst, heißt es aus dem Amtsgericht. Die Verhandlung wird am 30. Juli fortgesetzt, weitere Termine zur Klärung der Schuldfrage schließt das Gericht nicht aus.

Schließlich beginnt vor dem Perleberger Schöffengericht am 7. August der Prozess gegen einen Mann aus Rumänien, dem ebenfalls Beihilfe im Fall der Cannabisplantagen vorgeworfen wird. Der Prozess ist laut Gericht vorerst auf drei Verhandlungstage angesetzt. Ein weiterer Mann, der im Zusammenhang mit den Ermittlungen im Februar festgenommen worden war, musste mangels Haftgründen bereits nach wenigen Tagen wieder entlassen werden.

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