zur Navigation springen

Kein Entertainment : Hansa-Fan schaut in die Röhre

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Raddenforter ist enttäuscht: Telekom kann Drittliga-Übertragung über Entertainment TV nicht flächendeckend anbieten

svz.de von
erstellt am 12.Sep.2017 | 21:00 Uhr

Achmed Schwenka, großer Fan von Hansa Rostock, hatte mit großem Interesse die Ankündigung der Deutschen Telekom vernommen, mit Beginn der Saison 2017/18 die Spiele der 3. Liga – und somit auch seines Lieblingsvereins – live im Fernsehen über Entertainment TV sehen zu können. Aber schnell wurde klar, dass daraus nichts wird. Die technischen Voraussetzungen reichen dafür an seinem Wohnort nicht aus.

Das kann Achmed Schwenka, der im Neu-Kalisser Ortsteil Raddenfort zu Hause und seit vielen Jahren treuer Telekom-Kunde ist, überhaupt nicht verstehen. „Die Telekom macht groß Reklame und kann diesen Service dann nicht flächendeckend anbieten. Das finde ich nicht in Ordnung.“ Beim Telekom-Shop bekam er die Auskunft, dass die Kabel vor Ort ausreichen würden, aber mit dem Ausbau der Technik wäre man noch nicht soweit. Denn um über Telekom Fernsehen empfangen zu können, ist eine schnelle Internetverbindung nötig – mindestens 16 MBit/s, besser noch wären 32 MBit/s. Diese hat Achmed Schwenka in Raddenfort nicht. Und mit diesem Problem dürfte er in Mecklenburg-Vorpommern nicht allein dastehen. „Ich würde ja gern dafür auch das Geld ausgeben, aber so, wie sich die Sache derzeit darstellt, ist wohl kein Ausbau in Aussicht gestellt“, so Achmed Schwenka, der von den Telekom-Shop-Mitarbeitern geraten bekam, alle drei Monate mal nachzufragen. Über ein Online-Kundencenter des Telekommunikationsriesen erhielt er zudem die Auskunft, dass gar kein Anlass bestehe, in seiner Region den DSL-Ausbau voranzutreiben, wenn sich nur wenige Interessenten melden würden. Das wäre wirtschaftlich nicht vertretbar.

SVZ fragte in Bonn direkt bei der Telekom nach. Torsten Stolley von Group Services Corporate Communications erklärte, wie die aktuelle Situation in der Region ist. „Vor Ort liegen Kupferkabel in der Erde. Wären es Glasfaserleitungen, wären wir schon längst weiter. Die Dämpfung des Kabels ist zu groß, das Kabel ist einfach zu lang. Je länger es ist, desto niedriger sind die ankommenden Frequenzen im Haus des Kunden Achmed Schwenka, der aktuell nur eine 6000er-Leitung zur Verfügung hat. Die empfangene Datenmenge reicht nicht aus für eine schnelle Internetverbindung, die auch Fernsehen über Entertainment TV ermöglichen würde.“ Um diese Dämpfung zu verhindern und ein stärkeres Signal ins Haus zu bringen, müsste eine Verteilerstation zwischengeschaltet werden. „Aber ein Ausbau über Glaserfaserkabel ist im nächsten halben Jahr leider nicht vorgesehen“, so Torsten Stolley.

Achmed Schwenka will aber nicht locker lassen, will weitere Interessenten um sich scharen, die dann die Telekom mit ihrem Wunsch konfrontieren und so auch Druck machen sollen. Zudem hofft der Raddenforter, dass auch über die Gemeinde Neu Kaliß in Sachen Breitbandausbau etwas passiert – und dass das dann vielleicht nicht noch Jahre dauert.

Diese Hoffnung ist nicht ganz unbegründet. Raddenfort gehört zum Projektgebiet 24-15 für den Breitbandausbau im Landkreis Ludwigslust-Parchim. Dieser wird über ein Förderprogramm des Bundes bezuschusst. Für die 16 Projektgebiete im Landkreis wurden die Mittel bereits bewilligt. Im Zusammenhang mit dem Förderprogramm ist von einem Ausbau bis Ende 2018 die Rede.

Neben Raddenfort gehören unter anderem auch Karenz, Malliß, Eldena, Gorlosen, Bresegard bei Eldena und Grebs-Niendorf zum Projektgebiet.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen