Warlow : Handschlag für Dorfgemeinschaft

Landesvater zum Anfassen: Erwin Sellering begrüßt die Kleinen aus der Kita „Stupsnase“. Fotos: Uwe Köhnke
1 von 2
Landesvater zum Anfassen: Erwin Sellering begrüßt die Kleinen aus der Kita „Stupsnase“. Fotos: Uwe Köhnke

Ministerpräsident Erwin Sellering besuchte gestern Abend Warlow / Ehrenamt im Mittelpunkt der Stippvisite

von
26. August 2016, 07:00 Uhr

Da war selbst Ministerpräsident Erwin Sellering baff, als er gestern Abend die Gemeinde Warlow besuchte. „Das habe ich noch nicht erlebt“, gestand er staunend, als Bürgermeister Rainer Zimmermann ihm jedes einzelne Mitglied der großen Gesprächsrunde im Dorfgemeinschaftshaus persönlich vorstellte.

Spätestens in diesem Moment hat der Gast aus Schwerin eine Vorstellung davon bekommen, warum die Dorfgemeinschaft in dem 500-Einwohner-Dorf vor den Toren Ludwigslusts funktioniert. Auf Augenhöhe nämlich, wo ein Handschlag noch etwas gilt, wo man sich einbringt. Rainer Zimmermann ist seit 22 Jahren Bürgermeister in Warlow und einer, mit dem man sich über den Gartenzaun unterhalten kann. Zahlreich sind die Beispiele, die der Ministerpräsident bei seinem Besuch über das ehrenamtliche Engagement der Dorfbewohner erfuhr. Im Gespräch mit René Neumann beispielsweise, dem Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr des Ortes. Oder am Gedenkstein für den Lehrer und Dichter Richard Giese, als der Vorsitzende des Plattdeutschklubs Günther Arend ein plattdeutsches Gedicht Gieses vortrug.

Ein kleiner Rundgang über den Dorfanger bot Gelegenheit, sich auch darüber auszutauschen, wo der Schuh drückt.Der aktive Gemeindevertreter und weltweit tätige Unternehmer Tom Henning ermutigte den Ministerpräsidenten, nicht darin nachzulassen, die Wirtschaftsbeziehungen mit Russland am Leben zu erhalten. Henning nannte Umsatzeinbußen von 1,2 Millionen Euro durch das Russland-Embargo.

Rainer Zimmermann wäre nicht der erfahrene Bürgermeister, wenn er die Gelegenheit des Ministerpräsidenten-Besuches nicht nutzen würde, Wünsche an Erwin Sellering loszuwerden. Im Warlower Fall geht es um einen Anbau an das Gerätehaus der örtlichen Feuerwehr, damit ein Fahrzeug, das momentan noch anderweitig untergestellt werden muss, künftig seinen Platz im Gerätehaus bekommen kann.

Die Warlower als intakte Dorfgemeinschaft hätten momentan ein Problem damit, eine Gemeindefusion eingehen zu müssen. „Das wollen wir nicht“, haben einige Frauen dem Gast aus Schwerin auch eindeutig zu verstehen gegeben. Warum auch: Der Altersdurchschnitt beträgt 44 Jahre. Seit der Wende wurden 35 Häuser in der Gemeinde gebaut. Die Nachfrage sei steigend, berichtet der Bürgermeister. „Der Bau der Autobahn und die Erschließung eines weiteren Industriegebietes in Ludwigslust wirken sich positiv aus“, so Zimmermann.

Natürlich spielte auch der Wahlkampf eine Rolle, denn der SPD-Landeschef Sellering vergaß nicht, den Direktkandidaten seiner Partei für diesen Wahlkreis, Dirk Friedriszik, vorzustellen. Allerdings blieb der vordergründige Wahlkampf Randthema. Erwin Sellering zog es vor, bei Grillfleisch mit den anwesenden Warlowern ins Gespräch zu kommen. „Ich möchte ganz viel erfahren, was Sie bewegt“, sagte er.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen