zur Navigation springen
Ludwigsluster Tageblatt

22. November 2017 | 05:03 Uhr

Glaisin : Hahn Willi ist das Maskottchen

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Wolfgang Menzel verwirklicht in Glaisin einen Traum: Sein kleines Museum zeigt, wie sich das Leben einst auf dem Lande abspielte. Mit dabei: Hahn Willi.

von
erstellt am 02.Mai.2015 | 08:00 Uhr

Willi der Sechste ist ein imposanter Kerl. Eigentlich heißt er ja Güntar. Aber der Name würde nicht zu einem Hahn passen, der einem „Hof Willi“ genannten Projekt seinen Namen verleiht. Es ist ein Stück Traum, den Wolfgang Menzel hier in Glaisin verwirklicht. Der frühere Bootsmann im Sanitätsdienst hat auf dem rund drei Hektar großen Terrain ein Museum eingerichtet. Es will das Leben zeigen, wie es sich früher auf dem Lande abgespielt hat. Und Willi-Güntar ist das Maskottchen. Er entstammt der Rasse Cochin, die ihren Ursprung im heutigen Kambodscha hat. Markant: die Größe und das Federkleid, das bis auf die Krallen herunterreicht. Dann sind da noch Hedwig Eins und Zwei, Rassegefährtinnen von Willi-Güntar, außerdem Carlsson der wachsame Ganter, und viele andere Tiere. Über alle kann Wolfgang Menzel Geschichten erzählen.

Die imposanten Hühner haben ein Problem mitgebracht, das viele Hühnerhalter kennen. Grabmilben haben sich in den Krallen abgesetzt und zu Entzündungen geführt. Regelmäßiges Einreiben mit Hausmittelchen sorgt nun dafür, dass es den Tieren schon wesentlich besser geht und sie auch besser laufen können.

Wolfgang Menzel erzählt solche Geschichten vom Landleben seinen Besuchern auf dem Hof und zeigt es ihnen am praktischen Beispiel. Dass die Krallen von Willi und Hedwig stellenweise eine dunkle Färbung angenommen haben, ist ein gutes Zeichen: Die Milben sterben ab.

Vor allem Grundschulkinder sind es, die zu Wolfgang Menzel auf den Hof kommen. Sie bestaunen hier zum Beispiel Exponate aus dem Wald. Das sind seltene Äste und Baumstämme. An der Hauswand lehnt ein langer Ast, der in einem scharfen Bogen gewachsen ist. Verantwortlich dafür ist die Sitkalaus, eine Art der Blattläuse. Sie hat den Ast befallen und der Baum ist im Wuchs zur Seite ausgewichen, hat einen Bogen geschlagen.

Doch der Reiz des Hofes Willi ist mehr. Hier können die wissbegierigen Gäste selbst ausprobieren, wie die Urgroßeltern Waren abwogen. Gewichte anzuwenden, die Zahlen zusammenzurechnen, jenseits aller Handys und Taschenrechner, das ist bei vielen Kindern bereits zur Herausforderung geworden.Wer hierher kommt, tut es gezielt, weil er durch die „Mundpropaganda“ auf den Hof aufmerksam geworden ist, oder zufällig den Weg hierher findet. So außergewöhnlich ist das in Glaisin gar nicht. Der Raseneisenstein-Radweg führt hier durch, der Orte um Ludwigslust verbindet, in denen dieses Baumaterial verwendet wurde. Auch der Elbe-Ostsee-Radweg führt durch das Dorf und bringt viele neugierige Touristen, die ihren Wissenshorizont erweitern wollen.

Wolfgang Menzel hat das auf die Idee gebracht, eine „Fahrradtankstelle“ einzurichten. Das steht zwar am Hofeingang, ist aber natürlich nicht wörtlich zu nehmen. Vielmehr ist es eine Unterwegshilfe für Pedalritter. Wie zum Beispiel jüngst für einen Radler, der in Glaisin vorbeigekommen war, dem dann in Neustadt-Glewe ein Reifen platzte und der sehr dankbar war, als Wolfgang Menzel ihm einen neuen Reifen brachte.

Kommerz ist das für Wolfgang Menzel nicht, was er tut. Er macht es aus Freude, tauscht Exponate für sein Museum oder arbeitet auf, was ihm jemand vorbeibringt. „Ich bin in Stellau, einem Ortsteil von Barsbüttel bei Hamburg, aufgewachsen. Das Ländliche hat mich schon immer fasziniert. Hier in Glaisin kann ich meinen Traum verwirklichen“, sagt er.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen