Neustadt-Glewe : Hagelsturm hinterlässt Verwüstung

Zwischen Friedrichsmoor und Rusch entwurzelte der Sturm dutzende Bäume.  Fotos: Privat, Dref, Migb
1 von 4
Zwischen Friedrichsmoor und Rusch entwurzelte der Sturm dutzende Bäume. Fotos: Privat, Dref, Migb

Nach Unwetter am Sonntagabend schwere Schäden zwischen Fahrbinde und Neustadt-Glewe. L 092 bleibt auch heute gesperrt

von
29. August 2016, 17:30 Uhr

Das Unwetter von Sonntagabend wird die Ludwigsluster Straßenmeisterei auch noch Tage später beschäftigen. Auf der L 092 hinterließ der Hagelsturm zwischen Rusch und Friedrichsmoor ein Feld der Verwüstung. Gegen halb sieben am Abend erreichte Reinhard Sturm, Amtswehrführer von Neustadt-Glewe, der erste Alarm. „Danach ging es Schlag auf Schlag und wir mussten die Wehren aus Groß Laasch, Hohewisch und die Ludwigsluster mit ihrer Drehleiter dazu rufen“, sagt er. „Dutzende Bäume lagen quer über der Fahrbahn. Immer wieder fegten heftige Orkanböen über uns. Wir haben dann entschieden, die Straße zu sperren.“ Die Insassen eines Autos, das zwischen den Bäumen gefangen war, hätten Todesängste ausgestanden. Das Paar sei dann von den Einsatzkräften in Sicherheit und später mit dem Taxi nach Hause nach Schwerin gebracht worden.

In Fahrbinde und Neu Zachun haben fast zeitgleich schwere Hagelkörner Autos zerbeult, Fenster zerschlagen und Terrassendächer durchlöchert. „Die Körner waren so groß wie Tennisbälle“, sagt Reinhard Sturm.

Von einer Naturgewalt, die er so noch nie erlebt habe, spricht Tilo Röpcke aus Neu Zachun. „Der Hagelschauer dauerte nur wenige Minuten. Die Teile schossen eiergroß auf die Erde und beschädigten unser Auto und die Dachfenster im Haus.“ Für Menschen im Freien sei der Hagelschauer lebensgefährlich gewesen, so Röpcke.

Auch der Verkehr auf der A 24 kam sofort zum Erliegen. In der Lewitz war nahe eines Gestüts wegen des Unwetters eine Pferdeherde ausgebrochen. „Die Hagelkörner schossen nicht senkrecht vom Himmel, sondern mit großer Kraft seitlich“, erzählt Tilo Röpcke.

Welche Schäden der Hagel an dem Abend anrichtet, erlebt Reinhard Sturm fast live am Handy mit. Noch während des Unwetters erhält der Versicherungsfachmann die ersten Schadensmeldungen mit Fotos über Whats App. Bis gestern hätten allein in Neustadt-Glewe zwanzig seiner Kunden Hagel- und Sturmschäden gemeldet.

Amtswehrführer Reinhard Sturm fühlte sich an den 25. September 1992 erinnert. Auf den Tag genau vor 24 Jahren sei über Neustadt-Glewe ein Wirbelsturm gefegt, der ähnliche Spuren hinterließ.

Grabow und Ludwigslust dagegen blieben am Sonntag von dem Unwetter weitestgehend verschont. Die Ludwigsluster Wehr musste einmal raus und im Ahrensburger Ring eine gefallene Eiche bergen. In Grabow hatte man sich wegen der Unwetterwarnung auf eine lange Nacht eingestellt, am Nachmittag noch die Motorsägen geschärft. Doch die Alarmierungen blieben aus.

Die L 092 zwischen Rusch und Friedrichsmoor war bis in den gestrigen Montag unpassierbar. Weil die Bäume einen Durchmesser von ein bis zwei Metern haben und die Wurzeln den Asphalt aufrissen, gestalte sich die Wiederherstellung der Straße schwierig, so Dietmar Greßmann vom Schweriner Straßenbauamt. Nur mit schwerer Technik könnten die dicken Pappeln beseitigt werden. „Die Sperrung wird durchaus bis zum Dienstag andauern“, so Greßmann.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen