Ludwigslust : Haar: Millionen für die Zukunft

Blick auf ein neues Drehfräszentrum. Fotos: Mick
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Blick auf ein neues Drehfräszentrum. Fotos: Mick

Ludwigsluster Metallbauunternehmen hat in neue Maschinen und Softwarelösungen investiert/ Steffan Meier als neuer Ingenieur im Team

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27. November 2014, 07:00 Uhr

Seine Abschlussarbeit für den Bachelor im Maschinenbau schrieb Steffan Meier bei der Firma Haar Mecklenburg GmbH in Ludwigslust - das war vor gut einem Jahr. Inzwischen gehört der 31-Jährige zum Stamm der Belegschaft dieses renommierten Unternehmens in der Lindenstadt. Und auch Produktionsleiter Christoph Möller freut sich, dass das Unternehmen nun einen kompetenten Mitarbeiter dazu bekommen hat. „Steffan Meier hat bei uns zum Thema Kompressoren seine Arbeit geschrieben und nach dem Abschluss seiner Ausbildung haben wir ihn bei uns eingestellt. Es war ein von uns lang gehegter Wunsch, einen betreuenden Ingenieur in die Firma zu holen“, so Christoph Möller. Das war vor gut einem dreiviertel Jahr. Steffan Meier ist froh darüber, nach seinem dreieinhalbjährigen Studium an der Fachhochschule Lübeck in diesem bedeutenden Metallbauunternehmen eine Anstellung gefunden zu haben. „Die Stelle hier habe ich durch Zufall bekommen“, sagt der junge Ingenieur. „Über einen Freund, der Kontakt zur Handwerkskammer Schwerin hatte, kam dann über die Hochschule Wismar das Angebot, bei der Firma Haar die Abschlussarbeit zu schreiben“, erklärt der junge Mann beim Rundgang durch den Betrieb.

Haar Mecklenburg GmbH ist ein Metallbauunternehmen, das auch Aufträge für die Bundeswehr ausgeführt hat. Gebaut werden Betankungsanlagen für Flugzeuge, Schiffe und Hubschrauber, die Firma Haar produziert Tankstellenanlagen für Flughäfen. Das Ludwigsluster Unternehmen gehört zur Alfons-Haar-Gruppe mit Stammsitz in Hamburg. 15 Tochterfirmen agieren weltweit. 90 Prozent aller Zerspanungsaufträge werden für den Stammsitz ausgeführt. Alfons Haar ist der führende Hersteller der vollständigen Produktpalette für den Brennstofftransport. Das Unternehmen hat sich zudem auf den Bau modularisierter Tank-Ausrüstung für Flugzeuge und Hubschrauber spezialisiert. In der spanenden Fertigung produzieren die Ludwigsluster Metallbauer Ventile jeder Art für Tankwagen, wie Ablassventile und Schlauchtrommelventile. Auch Kompressoren und Pumpen werden hier produziert.

Entscheidenden Anteil daran, dass Steffan Meier und die Firma Haar jetzt beruflich gemeinsame Wege gehen, trägt auch der Einsatz der Wirtschaftstransferbeauftragten in Mecklenburg-Vorpommern. „Über sie soll die wissenschaftliche Kompetenz aller Hochschulen und der außeruniversitären Forschungseinrichtungen von Mecklenburg-Vorpommern für die Wirtschaft besser nutzbar gemacht werden“, erklärt Henrik Wegner, der Wirtschaftsförderer der Stadt Ludwigslust. „Das ist die Hauptaufgabe der fünf Wirtschaftstransferbeauftragten (WTB), die seit Frühjahr 2011 an den Hochschulen in Mecklenburg-Vorpommern und den Wirtschaftskammern des Landes etabliert sind“, so Henrik Wegner, der der Meinung ist, „dass man auch als Student hier in MV hochqualifizierte Arbeitsplätze finden kann.“

Christoph Möller: „Über die WTB geeignete Bewerber zu finden, war auch für uns interessant. Für uns als Unternehmen ist es wichtig, Fachkräfte an die Region zu binden. Also junge Leute, die hier im Land jetzt noch studieren oder ihre Ausbildung absolvieren. Und unser Betrieb gehört seit vielen Jahren zu denen, die sich bei Berufsstartertagen und Berufsorientierungsmessen präsentieren. Wir setzen auf die jungen Leute und wollen ihnen hier demonstrieren, was wir machen. Und dass wir auf einem sehr hohen Niveau ausbilden“, ergänzt der Produktionsleiter. „Wir haben mit Beginn des neuen Lehrjahres auch wieder zwei neue Azubis in unser Team aufgenommen. Denn wir bilden auch für uns aus. Wir brauchen vor allem Maschinenbediener, deshalb richten wir uns an die Zehntklässler, bieten auch Praktika und Ferienjobs an.“

Aktuell werden im Unternehmen fünf junge Leute ausgebildet, zwei von ihnen werden im nächsten Jahr ihre Lehre beenden. Das Unternehmen Haar, in dem gegenwärtig 70 Beschäftigte arbeiten, verfügt über den High-End-Stand der modernsten Zerspanung. Seit 1991 befindet sich die Firma Haar am Standort in der Bauernallee 7. „In den letzten Jahren haben wir uns ständig erweitert. Dazu zählt der Stahllageranbau und die Anschaffung von drei neuen Maschinen, hochmoderne Drehfräszentren. In den letzten vier Jahren haben wir rund vier Millionen Euro in neue Technik und Softwarelösungen investiert.“

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