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Ludwigsluster Tageblatt

15. Dezember 2017 | 15:16 Uhr

Balow : Großherzog stimmte gnädig zu

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Fritz Möhring aus Balow besitzt eine Urkunde vom 21. Januar 1817 über eine Verfügung zwischen Gutsherrn und sechs Bauernfamilien

von
erstellt am 19.Jan.2017 | 07:00 Uhr

Fritz Möhring sitzt im Wohnzimmer am Tisch und zeigt mit dem Finger auf eine alte Karte. „Die habe ich von meinem Ururgroßvater und hier sind die Häuser und Grundstücke meiner Familie und weiterer fünf Familien aus Balow eingezeichnet. Nach den Befreiungskriegen wurden die Flächen neu verteilt“, so der 87-Jährige, der die Geschichte seiner Vorfahren als Hauswirte und Bauern mit zahlreichen Unterlagen belegen kann. „Die Karte ist im Original erhalten“, so Fritz Möhring, und legt eine Mappe auf den Tisch. Sie trägt den Titel „De Söß Balowschen Buern - Transkript der Hofakte Möhring“. Zusammengefasst sind hier alte Dokumente, Unterlagen, Zeichnungen von Land und Acker, Zahlen und Fakten aus ländlicher Geschichte der hier ansässigen Bauernfamilien.

Stolz zeigt Fritz Möhring auf die Urkunde, die auf ein Ereignis verweist, das vor 200 Jahren stattfand und von Friederich Franz von Gottes Gnaden, Großherzog von Mecklenburg, genehmigt wurde. Dort geht es um das Regulativ, also um eine Vereinbarung zwischen den Hauswirten Schulzen, Schröder, Möhring, Baguhn, Schult, Prill und Lüdert zu Balow und dem Gutsherrn zur Bewirtschaftung von Flächen.

„Die Urkunde ist datiert vom 21. Januar 1817“, ergänzt Fritz Möhring. Diese und weitere historische Hinterlassenschaften hat Lothar Kluck aus Muchow aus einer alten Schrift, der deutschen Kurrent, in die neue deutsche Schreibweise übersetzt.

Dazu gehört auch die Bestätigung des Erbpachtkontrakts über die Hufe Nr. IV zu Balow zwischen der Gutsherrschaft und dem Bauern Friedrich Ch. J. G. Möhring zu Balow, de dato Grabow am 12. Januar 1884 abgeschlossen. „Das war mein Großvater“, so Fritz Möhring. „Lothar Kluck hat uns alles übergeben. Und freundlicherweise hat unser Dorfchronist Raik Madaus aus Balow alles eingescannt und uns dann gebunden überreicht“, freut sich Fritz Möhring.

Die Möhrings haben in Balow eine lange Familientradition. „Und all das, was meine Großeltern und Eltern mir an Dokumenten hinterlassen haben, will ich auf diese Weise für die nachfolgenden Generationen meiner Familie bewahren“, sagt der 87-Jährige im Gespräch mit der SVZ, der wie viele andere Bauern auch Höhen und Tiefen erlebt hat. „Bis 1960 haben wir selbstständig gewirtschaftet, dann kam die LPG-Zeit. 1969 sind wir mit Grund und Boden in die Groß-LPG eingetreten. Ich habe 20 Jahre lang mit Maschinen und Krantechnik zu tun gehabt, war in der Viehwirtschaft tätig. Meine Frau Ilse hat mehr als 20 Jahre als Köchin in der Küche der Kinderkrippe gearbeitet.“

Gemeinsam mit seiner Frau Ilse (86) hat Fritz Möhring vier Kinder, ein Sohn (47) und eine Tochter (49) sind schon verstorben. „Insgesamt gehören sieben Enkelkinder zu unserer Familie“, so Fritz Möhring und zeigt auf eine Familienfotomontage (siehe Foto links) an der Wand. Es zeigt die Bilder von Vertretern mehrerer Generationen. „Auf dem Bild unten rechts ist mein Großvater Ferdinand Möhring zu sehen, geboren 1854. Darüber ist mein Vater Friedrich Möhring, der 1885 geboren wurde.“ In der Mitte des Bildes sitzt Fritz Möhring, das Foto entstand zu seinem 80. Geburtstag. Rechts neben ihm sein Sohn Fred, geboren 1965, gestorben im August 2012. Links neben Fritz Möhring steht sein Enkel Franz Möhring, der im November 1989 geboren wurde. Und es werden sicher viele weitere Fotos in Familienalben und Chroniken hinzukommen, die die Erinnerungen an die Möhrings und andere Bauernfamilien in Balow wachhalten und der Geschichte der Gemeinde neue Kapitel hinzufügen.

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