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Ludwigslust : Großeltern für junge Familien gesucht

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Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Projekt „Oma Hurtig“ des Mehrgenerationenhauses Ludwigslust nach zwei Jahren mit positiver Bilanz / Gegenwärtig gibt es 24 Anfragen

svz.de von
erstellt am 17.Jan.2014 | 07:00 Uhr

Der kleine Yannick strahlt übers ganze Gesicht, hält sein Stofftier fest in den Händen. Brigitte Novotny, die den Knirps auf dem Arm hat, konnte dem 5-Jährigen gerade eine Oma vermitteln, die ihn künftig betreuen wird.

Es geht um das Projekt „Oma Hurtig“. Die beim Mehrgenerationenhaus in Ludwigslust angesiedelte Initiative startete vor zwei Jahren. Ziel ist es, Eltern, darunter Alleinerziehende und Pendler, bei der Betreuung ihres Nachwuchses zu unterstützen. Senior-Trainerin Brigitte Novotny hatte dieses Projekt damals ins Leben gerufen. „Viele Muttis oder Vatis müssen dann und wann länger arbeiten und können ihre Kleinen so nicht immer pünktlich aus Kindergarten oder Hort abholen, weil sie erst später nach Hause kommen. Die zeitlichen Lücken zwischen der Betreuung durch Kita und Hort einerseits sowie durch Eltern andererseits zu schließen, ist unser Anliegen“, berichtet Brigitte Novotny. Aber auch, wenn Eltern Behördengänge oder Arztbesuche zu erledigen haben, zum Einkaufen gehen oder Notsituationen auftreten, soll das Projekt „Oma Hurtig“ helfen. „Dabei bieten wir aber keine Ganztagsbetreuung über die gesamte Woche“, erklärt Brigitte Novotny. „Es geht wirklich darum, zeitliche Lücken an einzelnen Tagen zu schließen.“

Seit es das Projekt gibt, konnten in 13 Fällen Omas an junge Eltern vermittelt werden. Davon sind zur Zeit fünf Omis aktiv, die sich regelmäßig um Kinder kümmern. Zu wenig, denn gleichzeitig hat Brigitte Novotny 24 Gesuche von Familien auf dem Tisch, die eine Hilfe für die zeitweise Betreuung ihrer Kinder suchen. Vor allem in Ludwigslust, Grabow, Neu Lüblow, Boizenburg, Hagenow und Rastow gibt es gegenwärtig Eltern, die gerne Hilfe durch das Projekt in Anspruch nehmen würden.

Welche Voraussetzungen brauchen die Omis eigentlich? Brigitte Novotny: „Sie sollten mobil sein, natürlich fit, und sie benötigen ein erweitertes Führungszeugnis. Eine Altersbegrenzung gibt es nicht.“ Ist eine Oma für eine Familie gefunden, werden beide Seiten zu einem ersten Gespräch eingeladen, an dem auch die Kinder teilnehmen. „Jeder gibt in diesem Gespräch seine Erwartungen preis. Man merkt gewöhnlich schon dort, ob alles zusammen passt“, weiß Brigitte Novotny. „An das Gespräch schließt sich eine 6-wöchige Probephase an. Anschließend steht wieder ein gemeinsames Gespräch an. Dann wird entschieden, ob es eine unverbindliche Vereinbarung über die Betreuung gibt.“ Diese Vereinbarung kann übrigens jederzeit von beiden Seiten gekündigt werden.

Den Omas werden im Rahmen des Projekts auch Weiterbildungen angeboten wie zum Beispiel zum Thema „Erste Hilfe beim Kind“. In diesem Zusammenhang sei auf eine Veranstaltung am 10. März 2014 (19.30 Uhr) im Mehrgenerationenhaus hingewiesen. Dann spricht der bekannte Erziehungswissenschaftler Thomas Rupf zum Thema „Wutzwerge“. Eltern und Großeltern sind dazu herzlich eingeladen. Anmeldungen unter Tel. 03874 571815 sind wünschenswert. Unter dieser Telefonnummer können sich auch Interessenten für „Oma Hurtig“ melden.

Andrea Bade, Koordinatorin im Mehrgenerationenhaus, lobt das Projekt ausdrücklich: „,Oma Hurtig‘ ist absolut wertvoll und in kurzer Zeit über die Region hinaus bekannt geworden. Das Projekt ist eng mit dem Namen Brigitte Novotny verbunden, die es versteht, Omas zu motivieren und Kontakte zu vermitteln.“

Brigitte Novotny selbst kann sich gut in die Motive der Omas hineinversetzen, im Projekt zu arbeiten. „Einige haben selbst keine Enkel oder sie wohnen weit entfernt. Viele unserer Omas hatten früher als Lehrerinnen oder Erzieherinnen Kontakt zu Kindern und vermissen diesen jetzt. Unser Projekt gibt ihnen die Möglichkeit, wieder mit Kindern zusammen zu sein.“ Die heute 63-Jährige hat selbst zwei Enkel. „Sie wohnen in Berlin. Ich freue mich immer wieder, wenn ich sie nach einiger Zeit sehen kann“, sagt sie.

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