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Konzert-Event : Groß Laasch erlebt "Rocken für Lau"

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Sandro Kunz, Laascher, nur der Arbeit wegen nach Lüneburg gezogen, macht schon über 15 Jahre Musik, spielt Gitarre, singt, schreibt Songs. Jetzt ist für ihn die Zeit reif, das Konzert "Rocken für Lau" zu organisieren.

svz.de von
erstellt am 21.Aug.2012 | 10:55 Uhr

Sandro Kunz (36), eigentlich Laascher, nur der Arbeit wegen nach Lüneburg gezogen, macht schon über 15 Jahre Musik, spielt Gitarre in Bands, singt, schreibt Songs. Jetzt ist für ihn die Zeit reif, das Konzert "Rocken für Lau" zu organisieren. Gut 150 Leute sind schon fest angemeldet über Internet, Plakate und Flyer sind gedruckt. Was sich hinter der spontanen Aktion verbirgt, erklärt Sandro Kunz im SVZ-Interview.

Die Gemeinde hat gleich Ja gesagt?

Sandro Kunz: Das war der Punkt. Natürlich hab’ ich den Bürgermeister Markus Lau gleich angesprochen. Der war schon Fan von meiner damaligen Metal-Band "Lymentria", die Mitte der neunziger Jahre auf dem Sommerfest in Groß Laasch gespielt hat. Der hat gleich grünes Licht gegeben. Als wenn er nur drauf gewartet hat. Ich denk mir, er hat gedacht, es ist was Gutes fürs Dorf und die Region. Das ist fern ab von Politik. Das ist Rock’n Roll, das ist wie ’ne Religion, die Menschen verbindet.

Deshalb "Rocken für Lau"? Als Verbeugung vor dem Bürgermeister?

Ich wollte da keinen ausschließen. Deswegen heißt das "Rocken für Lau". Das hat nichts mit dem Bürgermeister Markus Lau zu tun. Die Bands spielen ohne Gage. Die verkaufen wohl ihre Artikel, T-Shirts, CDs und so, aber mehr nicht.

Wer ist alles bei dem Konzert dabei?

Vier Bands sind dabei. "I Drink Sausage Water" aus Neustadt-Glewe, eine sehr junge, harte Band, "Etepetete" ursprünglich aus Lüblow, eine Rock’n Roll Band mit deutschen Texten, "Orphee", die schon größere Dinge gemacht haben hier in Mecklenburg, sind jetzt in Schwerin zu Hause. Aus Groß Laasch kommen "Los Baterias". Das ist eine Percussion-Gruppe. Das macht Alain aus Grabow, ein Tierarzt. Der kommt aus karibischen Gebieten. Der hat diese Beats hier reingebracht ins Dorf, und viele Leute springen da auf. Und danach spielen wir, die "Rockaholic Rebels". Das ist Rock’n Roll aus den fünfziger, sechziger Jahren - Johnny Cash, Elvis, Carl Perkins. Aber auch eigene Musik in diesem Stil. Es ist härterer Rockabilly, es hat diesen Herzschlag-Takt. So was gibt’s hier in der Gegend noch nicht.

Sicher gibt’s auch ein Rahmenprogramm.

Es wird hier nicht nur das Konzert sein.

Ab 11 Uhr können die Leute hier anreisen und Zelte aufbauen. Um die Mittagszeit rum soll schon ’ne Hüpfburg für die Kinder stehen. Der Kindergarten aus Groß Laasch hat sich angemeldet. Ab 14 Uhr gibt der Verein Groß Laasch Flexibel Kaffee und Kuchen. Der hat auch die Hüpfburg organisiert. Der Wirt Dieter Reder macht zwei Getränkestände. Es gibt eine Torwand vom Sportverein und ’ne Kegelbahn, wahrscheinlich ’ne Schießbude vom Schützenverein, alles aber nur, bis das Konzert anfängt. Ein paar Bauernspiele wird es geben, wie Nagel einschlagen, alles so einfache Sachen, die früher schon gut waren. Ich hab’n Sommerrodelschlitten gebaut für den Rodelberg. Aus zwei Sackkarren und einem alten Mountainbike. Da ist ein Schlitten drauf, da kann man mit drei Mann runterheizen.

Wie ist die Idee für das Event entstanden?

Eigentlich war das spontan als Gartenparty mit meiner Rock’n Roll-Band, den "Rockaholic Rebels" aus Lüneburg bei meinen Eltern in Groß Laasch geplant. Danach wollten wir ganz entspannt zu unserem Termin fahren. Das Hauptkonzert haben wir bei der "Heroes Night" in Neustadt-Glewe, einer Veranstaltung, die ein Bikerclub organisiert. Ok., hab’ ich gesagt, wenn wir grillen, dann können wir auch bisschen Musik machen. Dann ging das irgendwie so schnell, dass ich ein Flashmob über Internet gestartet hatte und mitkriegte: Oh, Sch…, das wird zu groß. Und da kam erst die Idee. Weil ich das Gelände hier kenne, hab’ ich gedacht, das ist ideal: Der Rodelberg, Wasser- und Stromanschluss, es gibt Zeltmöglichkeiten, man ist bisschen weiter weg vom Schuss.

Und was steckt hinter der Idee?

Wenn es mal einen Tag geht, gemeinsam eine gute Zeit zu haben, warum nicht auch den nächsten Tag. Kleine Schritte, nicht Politik für die nächsten vier Jahre, was sowieso nicht aufgeht. Es ist ein Experiment, was mit finanziellen Interessen gar nichts zu tun hat. Früher war die Gemeinsamkeit größer im Dorf. Ich hab’ einfach die Leute angesprochen. Rüdiger Köhn gibt mir zum Beispiel Bauzaun für lau. Der wird auch einen Toilettenwagen hinstellen. Der Verein Groß Laasch Flexibel bringt sich ein. Die Feuerwehr stellt das Gelände zur Verfügung, auch der Karnevalsverein macht mit. Und wie gesagt: Es kostet nichts. Nur eine Spendenbox wird es geben, auf freiwilliger Basis also.

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