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Diabetikerwarnhund in Grabow : Größter Wunsch der kleinen Josi

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Marina Hinz aus Grabow wünscht sich für ihre kranke Tochter einen Diabetikerwarnhund / Ausbildung kostet rund 6000 Euro

von
erstellt am 17.Okt.2017 | 06:00 Uhr

Die kleine Josephine spielt in ihrem Kinderzimmer. In der Hand hält sie eine Puppe. Mama Marina Hinz (33) setzt sich zu ihrer kleinen Tochter, spielt mit. Das Mädchen, das jetzt sechs Jahre alt ist, erlitt vor zwei Jahren einen großen Schicksalsschlag, sie erkrankte schwer an Diabetes. „Josi wünscht sich von ganzem Herzen einen Diabetikerwarnhund. Dieser kann die teils lebensgefährlichen Blutzuckerschwankungen riechen und durch Kratzen und Bellen anzeigen“, sagt die junge Mutter und erinnert sich an den Moment, der alles veränderte. „Es war die Nacht zum Nikolaus 2015. Während andere Kinder voller Vorfreude auf die Süßigkeiten in ihren Stiefelchen in ihren Betten lagen und träumten, musste Josi, die zum damaligen Zeitpunkt gerade erst vier Jahre alt war, spät nachts ins Krankenhaus“, schildert ihre Mutter Marina die Situation. Die Diagnose war Diabetes Mellitus Typ 1 – chronisch, unheilbar. „Und plözlich stand unser Leben Kopf, ein unbeschwertes normal kindliches Leben ist für Josi seit der Erkrankung unmöglich“, sagt die junge Frau. Von nun an ist das kleine Mädchen ständig auf Hilfe angewiesen, auch nachts. „Ich passe immer auf, dass Josi nicht derartig unterzuckert, dass sie ins Koma fällt“, so Marina Hinz, die ihrer Tochter als Integrationshelfer zur Seite steht, bezahlt wird das vom Sozialamt. „Es hat sich über das Sozialamt niemand gefunden, der diese Aufgabe von der Qualifikation her übernehmen konnte. Da ich als gelernte Arzthelferin während meiner Tätigkeit in der Praxis auch viel mit Diabetikern zu tun hatte, bin ich nun Krankenschwester für meine Tochter.“ Josi geht auch in Grabow zur Kita, im Regelfall jeden Tag sechs Stunden. „Auch dort stehe ich ihr als Integrationshelfer zur Seite. In der Kindertagesstätte steht für den Fall der Unterzuckerung, dass Josi nicht mehr ansprechbar ist, im Kühlschrank ein Notfall-Kit bereit.“

Josi hat sehr unter der Krankheit zu leiden. Das Mädchen zeigt sich in einer depressiven Stimmung, sagt, dass sie sich nicht mehr wohlfühlt in ihrem Körper. „Da läuteten bei mir die Alarmglocken, ich musste etwas tun. Der Diabetologe riet uns, wenn es nicht besser wird, einen Psychologen aufzusuchen, Aber das wollte ich neben den vielen Arztbesuchen meiner Tochter nicht auch noch zumuten. So erfuhr ich vom Diabetologen, dass ein Diabetikerwarnhund eine Alternative wäre.“

Allerdings wird dieser speziell ausgebildete Assistenzhund von den Krankenkassen bislang nicht als Hilfsmittel anerkannt. Marina Hinz muss diese sehr zeitintensive und aufwendige Ausbildung des Assistenzhundes selbst bezahlen.

Die junge Mutter informierte sich und kam mit einem Hundetrainer in Friesack vom Hundezentrum Rhinluch in Kontakt. „Seit Sommer telefoniere ich regelmäßig mit dem Hundetrainer Erhard Genschmer, habe mir Infos geholt, wie alles abläuft, wenn man sich einen Diabetikerwarnhund ins Haus holt.“ Das Hundezentrum Rhinluch ist auf die Ausbildung derartiger Hunde spezialisiert. „So ein Hund zeigt ja nicht nur an, wenn eine Unterzuckerung vorliegt, er ist ja auch für das Kind in sozialer und emotionaler Hinsicht ein Partner, in dessen Nähe sich das Kind wohlfühlt.“

Sechs bis acht Monate dauert die Ausbildung eines Asssistenzhundes. „Wenn wir es selbst in die Hand nehmen, also uns einen Welpen holen, dann kostet die Ausbildung rund 6000 Euro.“

Marina Hinz freut sich schon auf den Mittwoch, da fährt sie zu einer Züchterin nahe Dömitz und schaut sich zwei Labrador-Mischlingshundwelpen an. Einen wird sie mit nach Hause nehmen „Nach fünf bis sechs Wochen, wenn sich der Welpe eingelebt hat, fahren wir nochmal zum Hundetrainer nach Friesack.“ Den Welpen bekommt Marina Hinz von der Züchterin als Spende. Denn die rund 6000 Euro müssen erst einmal aufgebracht werden. „Wir haben dazu auf Facebook einen Spendenaufruf für einen Diabetikerwarnhund gestartet und alles zu diesem Vorhaben Wichtige veröffentlicht. Bislang weist unser Spendenkonto 2170 Euro auf. Es wäre schön, wenn uns viele Menschen unterstützen würden, damit wir es schaffen und bis Februar 2018 diese Summe zusammen bekommen. Denn dann beginnt im Frühjahr die Ausbildung des Assistenzhundes. Und wenn alles gelingt, hat Josi auch wieder ein Stück mehr Lebensqualität und Lebensfreude“, sagt Marina Hinz.

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