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Ludwigsluster Tageblatt

24. November 2017 | 23:31 Uhr

Ludwigslust : Größerer Konsum-Markt möglich?

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Stadtplaner untersuchen Folgen der Erweiterung im Parkviertel. Schlechte Aussichten dagegen für Nahversorger an Neustädter Straße

von
erstellt am 21.Mär.2017 | 07:00 Uhr

Auf einen Lebensmittelmarkt am Ortsausgang Richtung Neustadt-Glewe können die Bewohner von Georgenhof und Vogelgegend kaum hoffen. Zumindest wenn die Stadt dem neuen Einzelhandelskonzept folgt, dessen Entwurf derzeit durch die städtischen Gremien wandert. Grünes Licht gäbe es nach diesen Empfehlungen dagegen für Vorhaben von Norma und Aldi. „Das Einzelhandelskonzept dient als Entscheidungshilfe bei Anfragen von Investoren“, erklärte Szymon Smolana vom Stadtforschungs- und Planungsbüro Junker+Kruse aus Dortmund, das das Konzept erstellt, auf der jüngsten Wirtschaftsausschusssitzung.

Im Bereich Georgenhof/Vogelgegend gibt es durchaus eine räumliche Versorgungslücke. Das bestätigte auch Szymon Smolana. Kein Bewohner kann in fußläufiger Entfernung – die Stadtplaner setzen dafür eine Distanz von 700 Metern an – einen Lebensmittelmarkt erreichen. Für viele ist es sogar mehr als ein Kilometer. Doch es gibt Kriterien, die gegen den Bau eines Nahversorgers dort sprechen.

Laut Szymon Smolana ist die Zahl der Bewohner innerhalb des 700-Meter-Bereichs zu klein. Derzeit seien es rund 400, selbst mit der Erweiterung des Georgenhofs käme man perspektivisch nur auf etwa 500. „Außerdem handelt es sich um einen städtebaulich nicht integrierten Standort, weil er nicht von mindestens zwei Seiten von einer zusammenhängenden Wohnbebauung umgeben ist“, erklärte der Stadtplaner mit Blick auf die Kriterien der Landesplanung. Laut Einzelhandelskonzept wäre ein Markt an dieser Stelle nicht möglich, die Landesplanung würde aber schon vorher „Nein“ sagen, so Smolana.

Uwe Langmaack (AfL) hakte nach, warum die Bewohner der Vogelgegend bei den Zahlen nicht berücksichtigt wurden. Die Antwort: Von dort würde niemand bis zu einem Supermarkt am Ortsausgang laufen. Mit Blick auf die Versorgungslücke meinte Szymon Smolana jedoch, dass man in einem anderen Bereich dieses Stadtgebiets nach einem geeigneten Ort für eine Ansiedlung suchen könnte. Wo genau, ließ er aber offen.

Ganz grün ist das Licht auch für einen Neubau des Konsum-Frischemarktes im Parkviertel noch nicht, der ebenfalls Thema der Sitzung war. Im Einzelhandelskonzept bekam er ein Orange. „Wir haben von der Stadt den Auftrag zu prüfen, welche Folgen eine Erweiterung des Marktes von 900 auf 1600 Quadratmeter hätte“, erklärt Szymon Smolana. Sie dürfe keine negativen Auswirkungen auf Nachbarkommunen und Nahversorgungsstandorte in Ludwigslust haben. „Das Gutachten wird in Kürze vorliegen.“

Der Eigentümer und Vermieter des Objektes, das von der Konsumgenossenschaft Hagenow eG betrieben wird, ist derweil mitten in der Planung (SVZ berichtete). Im Wirtschaftsausschuss wurde der Entwurf für den erforderlichen Bebauungsplan vorgestellt. Inzwischen hat sich aus den ursprünglich drei Varianten eine als die machbare herauskristallisiert. „Von der Denkmalschutzbehörde bekamen wir den Hinweis, den Abstand zur denkmalgeschützten Bebauung zu vergrößern“, erklärte Torben Klaucke vom Büro Evers & Küssner aus Hamburg. Und das Schallgutachten habe ergeben, dass bei einem quadratischen Bau mit dann größerem Parkplatz die Lärmbelästigung für die Anwohner zu groß werden würde. „Zwei kräftige Belange zu Lasten von Variante 2“, so Klaucke. Somit soll es nun ein rund 85 Meter langes Gebäude mit rechteckiger Grundfläche an gleicher Stelle wie das bisherige Objekt werden. Der Wirtschaftsausschuss stimmte mehrheitlich den Entwürfen des Einzelhandelskonzepts und des B-Plans zu. Das letzte Wort hat die Stadtvertretung.  

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