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Ludwigslust : „Grillo“ hilft bei Schlossparkpflege

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Sechs Mitarbeiter der Landschaftspflege gGmbH als Tochter des Behindertenverbandes Ludwigslust sorgen für eine saubere Anlage

Zwei Männer stehen in den Gräben am Johannisdamm im Schlosspark Ludwigslust. Der eine gehört zum Team der Landschaftpflege gGmbH, der andere ist Praktikant. Teamleiter Holger Bressel weist seine Leute ein, hier in diesem Bereich müssen die Gräben bei niedrigem Wasserstand vom Unkraut befreit werden. Die anderen Mitarbeiter der Landschaftspflege fahren mit ihren „Grillos“, den speziellen Rasenmähern, über das Grün des Schlossparks und sorgen für sauber geschnittene und gepflegte Flächen. „Die Leute sind motiviert, sie machen ihre Sache gut“, sagte Holger Bressel. Er und seine Kollegen sind Menschen mit Behinderungen, zum Teil geistig und körperlich behindert. Sie alle gehörten einst zum Zweckbetrieb Garten- und Landschaftspflege des Behindertenverbandes Ludwigslust. „Aber wir wurden über die Jahre wirtschaftlich immer stärker“, so Jochen Hupka, der damals den Zweckbetrieb leitete. „Zudem haben wir uns ständig mit dem Finanzamt auseinander gesetzt, wir würden als Garten- und Landschaftspflege einen zu hohen Umsatz machen. Zudem dürfe ein Zweckbetrieb einem Verein nicht das Gepräge geben, weil es dann für die Gemeinnützigkeit schädlich sei“, sagte Jochen Hupka. So wurde dann vor eineinhalb Jahren die Ausgliederung beschlossen. „Mit allem, was dazugehört, mit entsprechenden Vorarbeiten. Aber durch die Bürokratie wird es einem nicht leicht gemacht, da gehört auch viel Idealismus dazu, solch ein Vorhaben anzupacken.“ Seit dem 16. April ist die Landschaftspflege gGmbH als Tochter des Behindertenverbandes Ludwigslust in das Handelsregister eingetragen.

„In den zurückliegenden Jahren haben wir im Zweckbetrieb zu 100 Prozent Mitarbeiter eingestellt, die auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht vermittelbar waren“, so Jochen Hupka, der jetzt im 76. Lebensjahr vom Ehrenamt noch einmal zu einem professionellen Job kam und als Geschäftsführer der gGmbH eingestellt wurde. „Seit 2011 haben wir drei Mitarbeiter aus den Lewitz-Werkstätten in den ersten Arbeitsmarkt übernommen. Und von denen, die bei uns in der gGmbH arbeiten, haben alle einen Arbeitsvertrag und bekommen den Mindestlohn.“ Jochen Hupka hofft auf Zuschüsse vom Integrationsamt. „Wir streben den Status als Integrationsunternehmen an. Vielleicht ist es in der nächsten Woche soweit und das Integrationsamt Rostock hat in dieser Sache endgültig entschieden. Wenn die Finanzen sicher sind, ist auch an den Gehältern noch was zu machen.“ Sechs der elf Mitarbeiter der neuen gGmbH sind von der Behinderung her besonders schwer betroffen. „Sie werden von uns betreut und für den Umgang mit der Technik qualifiziert“, ergänzt Jochen Hupka. Für ihn sind nicht so sehr die Fördermittel wichtig, die sie bekommen, sondern die Arbeit. „Dass wir langfristige Verträge haben, damit Geld reinkommt und wir die Leute bezahlen können.“

Der Auftrag zur Schlossparkpflege ist die Hälfte des Auftragsvolumens der Landschaftspflege gGmbH. „Das machen wir seit gut 15 Monaten. Wir waren Subunternehmer einer Firma aus Bad Doberan und über die BBL, Betrieb für Bau und Liegenschaften, sind wir angeschrieben worden. Wir haben ein Angebot unterbreitet und den Nachweis erbracht, dass wir in der Lage sind, das zu übernehmen“, sagte Jochen Hupka, während zwei Mitarbeiter mit ihren Fahrzeugen vom Typ Grillo im Schlosspark ihre Runden drehen und die Rasenflächen mähen. „Der Schlosspark ist ein klasse Objekt. Wir haben von den Anforderungen her bei der Pflege von 120 Hektar die Möglichkeit zu zeigen, was Menschen mit Behinderung leisten können, wenn sie richtig angeleitet werden und motiviert an die Sache gehen. Und wir haben schon viele Rückmeldungen erhalten, dass der Schlosspark noch nie so gut gepflegt worden ist.“

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erstellt am 08.Jul.2016 | 21:00 Uhr

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