Ludwigslust : Gregor Gysi spricht zur Jugendweihe

Freut sich über die Zusage des prominenten Politikers: Irene Korzitze.
Freut sich über die Zusage des prominenten Politikers: Irene Korzitze.

Prominenter Linken-Politiker Festredner bei drei Veranstaltungen in der Ludwigsluster Stadthalle / Einen Tag vorher Lesung im Schlosscafé

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18. Februar 2014, 07:00 Uhr

„Frau Bundeskanzlerin, ich hatte im vergangenen Jahr auch einen Skiunfall. Wir müssen es einfach lernen, altersgerecht Sport zu treiben“. Ein echter Gysi, zu hören im Januar nach der Regierungserklärung Angela Merkels, die sie gezeichnet von ihrem Sportunfall hielt. Gregor Gysis Beiträge in Bundestagsdebatten sind bereits legendär. Im Juni kommt er nach Ludwigslust. Der prominente Politiker, Fraktionsvorsitzender der Linken im Bundestag, wird Festredner bei den drei Jugendweiheveranstaltungen sein, die am 7. Juni, dem Sonnabend zu Pfingsten, in der Stadthalle stattfinden.

Das Interesse an der Jugendweihe ist auch 25 Jahre nach der politischen Wende in der ehemaligen DDR ungebrochen. Von den 367 Mädchen und Jungen, die zwischen Rastow und Dömitz die achte Klasse besuchen, haben sich bisher 229 für die Jugendweihe angemeldet. Weitere sind noch möglich. Allerdings geht aufgrund des demografischen Wandels die Zahl der Jugendweihlinge zurück. Im vergangenen Jahr waren es noch 411 Jugendliche in den achten Klassen.

Der Berliner werde sich viel Zeit in der Lindenstadt nehmen, sagt Irene Korzitze vom örtlichen Verein für humanistische Jugendarbeit und Jugendweihe. Sie freut sich ganz besonders, dass es gelungen ist, Gysi als Redner in Ludwigslust zu gewinnen. Irene Korzitze empfindet es als den Höhepunkt in ihrer 24-jährigen Tätigkeit für den Verein. „Wir hatten allerdings schon viele gute Festredner bei den Jugendweihen in Ludwigslust“, erinnert sie sich. Menschen, die sich für die Interessen der Leute im Osten Deutschlands einsetzen. Auch Landrat Rolf Christiansen war unter denen, die den Jugendlichen passende Worte mit auf ihren weiteren Lebensweg mitgaben. Nun also Gregor Gysi, der bereits am Freitag, dem 6. Juni, einen Tag vor den Jugendweihen, in Ludwigslust erwartet wird. Nach der bisherigen Planung wird Bürgermeister Reinhard Mach den Bundespolitiker um 16 Uhr am Stadtrelief vor dem Rathaus empfangen und etwas über die Lindenstadt erzählen. Ab 17 Uhr soll es im Schlosscafé eine Lesung aus Gysis Buch „Wie weiter? Nachdenken über Deutschland“ geben. Die Gesprächsführung übernimmt Astrid Kloock vom Kunst- und Kulturverein Kukululu Ludwigslust. Dies wird eine öffentliche Veranstaltung sein.

Irene Korzitze freut es, dass sich der Interessenverein für humanistische Jugendarbeit und Jugendweihe im Laufe der Jahre zu einer gesellschaftlichen Größe im Kreis entwickelt hat. Die Akzeptanz äußert sich auch darin, dass Aufwendungen dafür aus dem Teilhabepaket bezahlt werden können. „Eine Kulturveranstaltung, über die man spricht“, so Irene Korzitze. Inzwischen ist die Jugendweihe weitestgehend aus der DDR-Nostalgie-Ecke weggerückt. Obwohl viele nicht wissen, dass dies keine Erfindung der DDR ist.

Der Begriff Jugendweihe tauchte erstmals 1852 auf. Jugendweihen werden traditionell von freireligiösen Gemeinden, humanistischen Organisationen und von speziellen Jugendweihe-Vereinen durchgeführt. Sie finden im Alter von 14 Jahren statt und sollen den Übergang vom Jugend- ins Erwachsenenalter kennzeichnen. Der Verein Jugendweihe Deutschland e. V. versteht sich als Fortführung der Tradition von Aufklärung und Humanismus auf wissenschaftlicher Basis. Er setzt sich unter anderem für die Würde des Menschen und die freie Entfaltung der Persönlichkeit ein, möchte die Gleichheit aller Menschen vor dem Gesetz und in der Gesellschaft realisiert sehen, wendet sich gegen Krieg und Rassenhass und streitet für Toleranz und gewaltfreie Konfliktbewältigung.

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