Dömitz : Graues Langohr mit Nachwuchs

Artbestimmung: In Gothmann wurde eine Wasserfledermaus im Fangnetz entdeckt und dann bestimmt.
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Artbestimmung: In Gothmann wurde eine Wasserfledermaus im Fangnetz entdeckt und dann bestimmt.

Große Fledermaus-Fangaktion zwischen Dömitz und Boizenburg mit erfreulichen Funden / Insgesamt zehn Arten nachgewiesen

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08. Juli 2014, 07:00 Uhr

Das Graue Langohr ist wieder da. Gleich mehrere Fledermäuse dieser Art zappelten in den Fangnetzen, die Experten vom Landesfachausschuss Fledermausschutz MV des Naturschutzbundes in den vergangenen Tagen zwischen Dömitz, Lübtheen und Boizenburg aufgestellt hatten.

„Das Graue Langohr war in Dömitz und ganz Mecklenburg-Vorpommern jahrzehntelang nicht mehr nachgewiesen worden“, erklärte Dirk Foitlänger vom Amt für das Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe, das die Aktion unterstützte. Nachdem die Art dann vor Kurzem bei einer Kartierungsaktion auf der Festung Dömitz im Winterquartier wiederentdeckt worden war, konnte sie erstmals wieder im Sommer festgestellt werden. Und nicht nur das. „Bei dem jetzt entdeckten Weibchen handelte es sich offenkundig um ein Muttertier, das Junge versorgt. Das ist eine tolle Sache.“

Die Mitglieder des Ausschusses wollten erforschen, welche Arten von Fledermäusen im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe MV leben und wie groß ihre Population ist. Die Daten sollen in einen Fledermaus-Atlas einfließen, der die Verbreitung der Jäger der Nacht in Mecklenburg-Vorpommern darstellt. Der Bereich zwischen Dömitz und Boizenburg war bisher ein weißer Fleck auf der Verbreitungskarte. Nach der erfolgreichen Fangaktion solle die Herausgabe des Atlas verschoben werden, so Dirk Foitlänger.

In einem Waldgebiet bei Rüterberg nahe der Elbe hatten Henrik Pommeranz vom Landesfachausschuss und seine Helfer zwei große engmaschige Netze aufgestellt. Mit ihrer Hilfe sollten – wie auch nahe des Klein-Schmölener Bracks, in Gothmann und im Vierwald bei Boizenburg – Fledermäuse gefangen werden, um sie zu bestimmen und aufzulisten. An allen Standorten hatten auch interessierte Besucher an einem der Abende Gelegenheit, den nachtaktiven Säugern ganz nahe zu kommen. Vier Ranger des Biosphärenreservats – Simone Schneider, Renate Colell, Ingo Valentin und Wilfried Jungblut – begleiteten die Gruppen.

Wilfried Jungblut war mit Teenagern aus Düsseldorf und deren Betreuerinnen von einem Reiterhof in Woosmerhof, wo die Mädchen einige Zeit ihrer Sommerferien verbringen, unterwegs. Die Feriengäste hatten Fledermäuse aus der Nähe und solche Naturlandschaft nach eigener Aussage noch nie zu Gesicht bekommen.

Die Zählaktion war in den Augen von Dirk Foitlänger ein großer Erfolg – nicht nur wegen des Grauen Langohrs mit Nachwuchs. „Insgesamt konnten zwischen Dömitz und Boizenburg zehn unterschiedliche Arten nachgewiesen werden“, so der Mitarbeiter der Biosphärenreservatsverwaltung. Das sei mit Blick auf die in MV nachgewiesenen 17 Arten ein sehr gutes Resultat. In Rüterberg hatten die Experten Wasserfledermaus und Braunes Langohr entdeckt, im Vierwald die Zwergfledermaus, den Großen Abendsegler und die Breitflügelfledermaus, in Gothmann sehr viele Exemplare des Großen und des Kleinen Abendseglers. Erstaunlich sei die große Zahl von acht verschiedenen Arten gewesen, die allein in Klein Schmölen registriert worden waren, so Foitlänger.

Möglicherweise steigt die Zahl der nachgewiesenen Arten noch, denn die Auswertung der Horchboxen steht noch bevor. Das sind Geräte, die die Ultraschalllaute der Fledermäuse digital aufzeichnen. Sie werden mit technischen Hilfsmitteln von einem Experten ausgewertet, der anhand der Töne die jeweilige Art erkennen kann.


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