Gefährliches Erbe : Granatenfund in Friedrichsmoor

Fachleute des Munitionsbergungsdienstes, Trupp Schwerin, an der Fundstelle in Friedrichsmoor.  Fotos: Michael Seifert
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Fachleute des Munitionsbergungsdienstes, Trupp Schwerin, an der Fundstelle in Friedrichsmoor. Fotos: Michael Seifert

Spezialisten des Munitionsbergungsdienstes fanden auf einem Privatgrundstück in Friedrichsmoor Weltkriegsmunition und Waffenteile

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04. August 2015, 07:00 Uhr

Der kleine Bagger fährt zurück, damit der Mann mit dem Metalldetektor ans Werk gehen kann. Monoton summt das Spezialgerät über der Fläche nahe dem Wohnhaus in der Ringstraße in Friedrichsmoor. Spezialisten für Munitionsbergung suchen hier nach gefährlichen Überbleibseln aus dem zweiten Weltkrieg. „Am Sonnabend haben wir hier acht 7,5 cm-Sprenggranatpatronen, sechs 7,5 cm-Sprenggranaten und 24 Sprenggranaten mit 10,5 cm Kaliber geborgen“, sagte gestern beim Vor-Ort-Termin Frank Treichel, der an der Fundstelle als Einsatzleiter fungierte. Informiert wurden die Fachleute des Munitionsbergungsdienstes von der Einsatzleitstelle in Schwerin. Der Eigentümer des Grundstücks hatte Baumaßnahmen geplant und war auf die Vergrabung mit der Munition gestoßen.


Auch Handgranaten kamen zum Vorschein


„Hinzu kamen dann noch ein paar Hülsen Treibladung und neun Stielhandgranaten. Die Munition deutscher Bauart war hier auf dem Grundstück verbuddelt, dabei handelte sich um Funde aus dem Zweiten Weltkrieg. Wahrscheinlich haben sie deutsche Soldaten auf der Flucht schnell noch verschwinden lassen“, so der Experte vom Trupp Schwerin des Munitionsbergungsdienstes.

Am Sonnabend wurde der Fundort erst einmal wieder geschlossen und gesichert und die Stelle unzugänglich gemacht.

Am gestrigen Montag kam dann ein kleiner Bagger zum Einsatz. Und im Laufe der Untersuchung des Geländes, auf dem nach Aussage des Eigentümers früher einmal eine Scheune gestanden haben soll, traten weitere Muntionsfunde zutage. Gestern wurden dann nochmals 18 Sprenggranatpatronen vom Kaliber 7,5 cm herausgeholt, zudem fanden sich Waffenteile und eine Stielhandgranate. Die Munition lag in einer Tiefe zwischen 30 Zentimetern und 1,50 Meter.

Die Fundstücke werden nun auf das Areal des Munitionszerlegebetriebes Jessenitz gebracht und dort dann vernichtet.

Für Frank Treichel und seine Leute war es das erste Mal, dass sie in unmittelbarer Wohnnähe Überreste von Weltkriegsmunition entdeckten. Bislang hatte sich ihr Einsatz auf die Wiesen rund um Friedrichsmoor und die Lewitz konzentriert.

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