Ludwigslust : Gräber mit Geschichten

Karl-Hans Dommerich (r.) führte die Besucher über den Ludwigsluster Friedhof.
Karl-Hans Dommerich (r.) führte die Besucher über den Ludwigsluster Friedhof.

Karl-Hans Dommerich zeigte bei Ludwigsluster Friedhofsführung Grabstätten regionaler Persönlichkeiten

svz.de von
28. April 2015, 07:00 Uhr

Knapp 20 Personen warteten am Sonnabendnachmittag vor dem Eingangstor des Ludwigsluster Friedhofes, das auch als „Glockentürme“ bekannt ist. Sie waren gekommen, um eine Friedhofsführung mitzumachen und Wissenswertes über Gräber und die Begräbniskultur im Wandel der Zeit zu erfahren.

Initiiert wurde die Führung von Karl-Hans Dommerich und Horst Hintze. Es hätte den Wunsch vieler Bürger gegeben, noch einmal eine Friedhofsführung durchzuführen, so Karl-Hans Dommerich. „Die letzte geplante Führung war im Jahr 2013“, erinnerte sich daraufhin Horst Hintze.

Der Friedhof gehört der Evangelisch-Lutherischen Stadtkirchengemeinde Ludwigslust und zählt zu den größten kirchlichen Friedhöfen in Mecklenburg-Vorpommern. Ende des 18. Jahrhunderts wurde er in Zusammenhang mit der Errichtung des neuen Residenzsitzes der Herzöge von Mecklenburg- Schwerin in Ludwigslust geplant. „Es gab insgesamt fünf Erweiterungen der Friedhofsanlage in der Zeit von 1764 bis 1945“, erzählte Dommerich. Seitdem habe es jedoch keine Erweiterung mehr gegeben.

Bei der Führung über den Friedhof ging Dommerich auf bekannte Persönlichkeiten der Stadt Ludwigslust ein, den Schriftsteller Johannes Gillhoff etwa und den einstigen Ludwigsluster Stadtrat Otto Kaysel. Er zeigte zudem sowohl gewöhnliche als auch eher untypische Grabsteine, die aufgrund der Form oder der Verzierung sich von anderen abgehoben haben, und erklärte die Bedeutung von Gedenkkomplexen.

„Ich bin in Ludwigslust geboren und interessiere mich sehr für die Geschichte, deshalb wollte ich an der Friedhofsführung teilnehmen“, sagte Ruth Zirkler. Auch Ingeborg Dommerich erzählte, dass sie den Wandel über die Begräbniskultur mitverfolgt. „Man neigt heute mehr zu kleinen Grabsteinen“, sagte sie.

Um die älteren Grabsteine auf dem Ludwigsluster Friedhof zu erhalten und sich auch um die Bepflanzung zu kümmern, wurde bei der Friedhofsführung der Wunsch geäußert, einen Förderverein zu gründen. „Doch es ist immer schwer, jemanden zu finden, der dann den Hut auf hat“, sagte Horst Hintze abschließend.

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