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Tarifstreit : Grabower Süßwaren: Noch keine Einigung

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Im Tarifstreit zwischen Grabower Süßwaren und Arbeitgeber gibt es noch keine Einigung. Gewerkschaft will in den Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der Süßwaren GmbH weitere Vorschläge unterbreiten

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erstellt am 11.Feb.2015 | 07:00 Uhr

Eine Einigung um den Abschluss des Tarifvertrages bei der Grabower Süßwaren GmbH ist derzeit nicht in Sicht. Der Tarifvertrag ist nicht unterschrieben, beide Seiten, sowohl die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) und die Arbeitgeber verharren auf ihren Positionen. „Wir als Gewerkschaft sind dabei, weitere Vorschläge zu machen, aber das müssen wir auch von den Arbeitgebern erwarten können“, so Jörg Dahms. „Es kann nicht sein, dass beide Seiten festgefahren sind. Wir haben noch keinen weiteren Verhandlungstermin bestätigt bekommen, erst für Mitte März. Und das ist uns zu spät.“ Der Arbeitgeber, so Jörg Dahms, sei den Arbeitnehmern in keiner Weise entgegengekommen. „Und zur Tarifverhandlungsrunde am 30. Januar einfach nicht zu kommen, kann keine Bewegung sein“, ergänzt Jörg Dahms. Ein Basta, es bleibe bei dem Ergebnis, könne aus Gewerkschaftssicht nicht hingenommen werden. Wobei sich aus Sicht von Jörg Dahms die Frage stellt, warum es bei den Tarifverhandlungen denn gehen solle, da es ja inhaltlich nichts zu verhandeln gebe. „Der Tarifvertrag ist ausgehandelt, meiner Meinung nach hat die Arbeitgeberseite nur einen Grund gesucht, am Freitag nicht am Verhandlungstisch zu erscheinen“, so der NGG-Geschäftsführer, der klar stellte, dass die Geschäftsführung per Mail sehr wohl vom Warnstreik informiert worden sei. „Wenn die Arbeitgeberseite jetzt verhandelt hätte, wäre es nicht zu einem weiteren Warnstreik gekommen.“


76,5 Prozent vom Tarif Ost für die Beschäftigten


Nach mehreren Runden in den Tarifverhandlungen hatten die Arbeitgeber ein schriftliches Angebot unterbreitet mit der Absicht, bis 2025 dann 100 Prozent Tarif Ost in der Süßwarenbranche zu zahlen. Vereinbart war eine Anhebung der Tarife auf 81 Prozent im Jahr 2015, dann eine jährliche Anhebung von 2,1 Prozent, so dass man dann im Jahre 2025 bei 100 Prozent im Flächentarif Ost angelangt wäre.

Der Arbeitgeber habe aber keinen Tarifvertrag unterschrieben, nur eine Absichtserklärung vorgelegt, so Jörg Dahms. Die über 180 Mitglieder der Gewerkschaft NGG bei Grabower Süßwaren GmbH äußerten ihre Unzufriedenheit mit der aktuellen Situation wie folgt: Sie legte an zwei Werktagen für je vier Stunden die Arbeit nieder.

Alles war besprochen, alles war geklärt, unterstreicht Ulf Evers, das, was sein Gewerkschaftskollege gesagt hat. Aber es gebe bislang noch keinen Tarifvertrag. „Wir hier in Grabow sind mit unserem traditionsreichen Unternehmen ein Leuchtturm in MV, nur senden wir leider die falschen Signale aus“, meint der Betriebsratsvorsitzende, der auch Vorsitzender des Gesamtkonzernbetriebsrates der in der Bakeries Continental Group tätigen deutschen Unternehmen ist.

Aktuell erhalten die Beschäftigen 76,5 Prozent vom Tarif der Süßwarenindustrie in Ostdeutschland - das sind 700 Euro Brutto weniger. Eine Fachkraft verdient bei 100 Prozent Tarif Ost 2648 Euro Brutto - und das wird 13 mal im Jahr gezahlt. Da wollen auch die Grabower Beschäftigten einmal hin, aber das geht nur, wenn beide Seiten zu einer Einigung kommen.

Gesprächs- und Verhandlungsbereitschaft signalisiert die Werksleitung. Simone Koltzau: „Die Vertreter der Gewerkschaft waren jetzt eine Woche im Urlaub. Jetzt sind wir dabei, die Termine auszutauschen, eine Terminbestätigung liegt aber noch nicht vor. Sobald es soweit ist, hoffe ich auf ein sachgerechtes Gespräch mit den Vertretern der Gewerkschaft.“

 

 

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