Grabow : Grabow lebendig in alten Ansichten

Christian Krautz und Angelika Albert erschließen die alte Foto- und Postkartensammlung des Grabower Stadtarchivs.  Fotos: M. Seifert
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Christian Krautz und Angelika Albert erschließen die alte Foto- und Postkartensammlung des Grabower Stadtarchivs. Fotos: M. Seifert

Christian Krautz und Angelika Alwardt erschließen und bearbeiten die Foto- und Postkartensammlung des Stadtarchivs.

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16. Januar 2018, 07:00 Uhr

Kleine Andenken in schwarz-weiß und in Farbe liegen vor Stadtarchivar Christian Krautz auf dem Tisch. Postkarten mit Motiven aus Grabow und umliegenden Orten, die aus dem Jahre um 1900 stammen. „So wie diese colorierte Postkarte vom Grabower Wasserturm um 1910“, sagt Christian Krautz und holt mit Handschuhen diese postalische Erinnerung aus einem Schutzumschlag hervor. Diese Schätze gehören zum Bestand der Postkarten- und Fotosammlung, die der Stadtarchivar gemeinsam mit Angelika Alwardt von Anfang an komplett neu erschließen und für die Nachwelt erhalten will. „Wir freuen uns, dass wir Angelika Alwardt als gebürtige Grabowerin mit dabei haben, denn es ist doch von Vorteil, wenn man eine Mitarbeiterin hat, die aus der Region stammt und hier aufgewachsen ist. Die Geschichte miterlebt hat und Personen kennt, die wir nicht kennen. Aber auch zu Gebäuden, Bauten und Denkmälern etwas sagen kann.“ So wie zur Skulptur des „Sackträgers“. „Diese Figur stand in Grabow auf dem St. Pauli auf einem Sockel nahe der einstigen Dampfmühle“, so Angelika Alwardt. Die Skulptur ist verschwunden, nur noch Bildmaterial gibt es davon.

Auf alten Fotos, die jetzt ebenfalls für die Sammlung archiviert werden, sind noch viele alte Gebäude zu sehen, die jetzt nicht mehr existieren oder es entstanden dort Neubauten, die eine ganz andere Erscheinungsform haben. „Straßen und Plätze haben sich in der Vergangenheit verändert, so wie es auf Fotos aus DDR-Zeiten zu sehen ist, wo es auf der Freifläche vor dem früheren Hotel Stadt Lübeck, im Bereich der jetzigen Mühlenstraße 9 eine Bushaltestelle gab.“ Die Bildmotive zu identifizieren, gehört seit gut einem halben Jahr zur täglichen Arbeit von Christian Krautz und Angelika Alwardt. „Diese Aufgabe, die Foto- und Postkartensammlung zu erschließen, finde ich sehr spannend und bei der Arbeit ergänzen wir uns gegenseitig“, so Angelika Alwardt. „Insgesamt haben wir bislang 326 Bildeinheiten für die Sammlung aufbereitet, wobei unter einer Nummer auch zwei Beiträge erfasst sein können“, ergänzt Christian Krautz. „Die Fotos und Ansichtskarten werden, nachdem sie erschlossen sind, neu verpackt und können dann im Stadtarchiv in der oberen Etage des Rathauses eingesehen werden. Unser großes Ziel ist es, nach der Erschließung ein Findbuch zu haben.“ Was natürlich dann auch den Nutzern die Suche nach bestimmten Themen und Inhalten erleichtert.

Die Motive sind vielfältig, sie reichen von Fotos historischer Gebäude und Sehenswürdigkeiten bis hin Ausflugszielen, Festen, Feierlichkeiten und Jubiläen. Bei den Ansichtskarten umfasst die Zeitspanne 1900 bis zur heutigen Zeit. „Es ist schon interessant zu sehen, welche Wege die Ansichts- und Postkarten gehen, was da drauf steht und wo sie produziert wurden“, sagt Angelika Alwardt. „Eine alte schwarz-weiße Ansichtskarte vom Schützenhaus Grabow um 1900 ist von einem Grabower damals aus dem rheinland-pfälzischen Bad Neuenahr als Gruß in die Eldestadt abgeschickt worden. „Die Karte selbst ist aber im englischsprachigen Ausland hergestellt worden“, hat Christian Krautz bei seinen Nachforschungen herausgefunden. Der Bestand der Ansichtskarten und alten Fotos ist im Laufe der Jahre angewachsen – ein Drittel haben Christian Krautz und Angelika Alwardt schon durchgesehen und erschlossen. „Wir haben auch von vielen Grabowern, da wären zum Beispiel Karl-Heinz Voß und Günter Mallick zu nennen, Fotos und Ansichtskarten bekommen. Und wir freuen uns über jeden, der uns etwas bringt. Wer etwas erbt, sollte es nicht wegwerfen, sondern das bei uns im Archiv vorbeibringen“, so der Archivar. „Ich denke, dass wir rund 1200 Bilder und Karten haben, die auf ihre Erschließung warten“, sagt Christian Krautz.

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