Grabow: Heizen mit Hackschnitzel?

Bauer Korl mit Stefan Sternberg vor dem Rathaus
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Bauer Korl mit Stefan Sternberg vor dem Rathaus

Stadtvertretung spricht sich für Machbarkeitsstudie zu Blockheizkraftwerk auf Holzbasis aus / Zentrale Wärmeversorgung im Gespräch

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16. Juni 2016, 17:00 Uhr

Energie einzusparen, damit den Haushalt der Stadt zu entlasten und somit für die Zukunft gut aufgestellt zu sein, das steht als wichtige Aufgabe auch in Grabow ganz oben auf der Prioritätenliste. Gedanken darüber hat sich auch die CDU-Fraktion der Stadtvertretung gemacht, die ihre Überlegungen auf der Sitzung am Mittwochabend im Rathaussaal vorstellte. Die Fraktion stellte den Antrag, eine Machbarkeitsstudie zur Anlage eines Blockheizkraftwerkes (BHKW) auf Holzbasis durchzuführen. Der Antrag der CDU-Fraktion, den Stadtvertreter Reno Nerling erläuterte, soll drei Punkte abdecken: Die Erzeugung von Strom zur Betreibung des Waldbades und des Sportplatzes. Die Bereitstellung von Wärme zur Aufheizung des Wassers des Waldbades sowie von noch erforderlichen Räumlichkeiten. Und damit soll eine längere Nutzungsmöglichkeit des Waldbades erreicht werden. „Das derzeitige BHKW funktioniert auf Gas-Basis, das ist nicht CO2-neutral“, so Reno Nerling. „Wir müssen umdenken und Heizenergie aus eigenen Ressourcen nutzen, und das sollte in eine Studie einfließen.“

Vorteile dieses auf Holzbasis arbeitenden BHKW sieht die CDU-Fraktion darin, dass das Waldbad Eigentum der Stadt ist, die Heizenergie aus dem Holz der Wälder der Stadt Grabow kommt und dass das Management gegebenenfalls von den Stadtwerken – hier ist die Stadt selbst Mitgesellschafter – organisiert werden kann. „Genau diese Studie gab es vor Jahren schon“, warf Bürgermeister Stefan Sternberg ein. „Im Hauptausschuss wurde das damals ausführlich diskutiert, und die Stadtvertretung sagte Nein zu diesem Vorhaben.“ So habe sich die Stadt im Ergebnis einer Marktstudie und einer Kosten-Nutzen-Berechnung für eine mobile bio-erdgasbetriebene BHKW-Lösung entschieden. Jetzt diese Machbarkeitsstudie nur auf das Waldbad zu beziehen, wäre das falsche Signal, so der Bürgermeister, denn in das Gas-BHKW sei viel Geld investiert worden. Der Bürgermeister schlug indes vor, den Antrag der CDU-Fraktion zu öffnen – und zwar für den ganzen Stadtbereich. „Wenn die Stadtvertretung uns als Verwaltung den Auftrag gibt zu prüfen, ob ein Blockheizkraftwerk auf Holzbasis, konkret auf Hackschnitzel, möglich sei, dann sollten wir diesen Antrag aufweiten auf mögliche Energieeinsparungen im gesamten Stadtbereich. In dem Fall, dass die CDU-Fraktion da mitgehen könnte“, so Stefan Sternberg. Das fand Zustimmung und das sah auch die Mehrheit der Grabower Stadtvertreter so, die dem nun veränderten Antrag ihre Zustimmung gaben - bei zwei Gegenstimmen.

Den Ansatz, diesen Antrag auf die Durchführung einer Machbarkeitsstudie zur Anlage eines Blockheizkraftwerkes auf ganz Grabow auszudehnen, begrüßt auch Stadtwerke-Geschäftsführer Wulf-Peter Bosecke. Denn solch ein Vorhaben allein nur auf das Waldbad Grabow zu beziehen, würde sich nicht rechnen. Das BHKW am Standort des Waldbades hat sich bewährt, die Sache entwickelt sich gut und die Freizeitstätte wird dadurch für Nutzer nicht nur aus Grabow, sondern auch für auswärtige Besucher immer attraktiver.

„An einer zentralen Lösung für die Wärmeversorgung auf Basis von Holzhackschnitzeln im Bereich der Plattenbauten in der Nähe des Waldbades, so im Bereich Schillerstraße, wird gearbeitet“, ergänzt Wulf-Peter Bosecke. Da ist auch die WBV Wohnungsbau und Wohnungsverwaltungsgesellschaft mbH Grabow mit eingebunden. „Diese Variante wird definitiv untersucht, wir wollen Gas als Brennstoff ablösen“, so Wulf-Peter Bosecke.

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