Grabow : Grabow auf Flüchtlinge vorbereitet

Welcome heißt es bald auch in Grabow an Grund- und Regionalschule. Dort ist eine DAZ (Deutsch als Zweitsprache)-Stelle geplant.
Welcome heißt es bald auch in Grabow an Grund- und Regionalschule. Dort ist eine DAZ (Deutsch als Zweitsprache)-Stelle geplant.

In der Stadt werden 30 Wohnungen hergerichtet - Arbeitsgruppe koordiniert seit Juni Integrationsarbeit

svz.de von
11. September 2015, 08:00 Uhr

In einem offenen Brief an die Grabower hatte  Bürgermeister Stefan Sternberg  im August für eine gelungene  Willkommenskultur  geworben. Die Reaktionen darauf seien unglaublich positiv gewesen, so Sternberg. „Viele  haben uns angerufen und gefragt, wie sie helfen können“, erzählt er. Einige machten auch schon  ganz konkrete Angebote. So will ein Reiterhof im Amt kostenlose Reitstunden für Flüchtlingskinder geben. Zwei  Frauen möchten  mit ihren Sprachkenntnissen beim  Unterricht oder nötigen Übersetzungen helfen.  Andere wiederum fragen, wo und was gespendet werden kann.

Spätestens Ende September werden auch in Grabow die ersten Flüchtlingsfamilien eintreffen. Für sie  hat die kommunale Wohnungsbau- und Wohnungsverwaltungsgesellschaft  (WWV) fünf Wohnungen an den Landkreis vermietet. 25 Wohnungen stellt die Wohnungsgenossenschaft An der Elde eG Grabow bereit.

Bereits seit Juni befasst sich die Stadt mit der Flüchtlingskrise. Sternberg hatte dazu eine Arbeitsgruppe gegründet und Kirche, Kita, Schule, AWO, die RAA, die Feuerwehr, Vereine, den Landkreis und Stadtverwaltung an einen Tisch geholt. Seitdem ist viel passiert. So hat die Schule eine DAZ-Stelle (Deutsch als Zweitsprache) beantragt und genehmigt bekommen. „Die Bewerbergespräche sind abgeschlossen“, sagte gestern Schulleiterin  Jutta Bloßfeld. „Jetzt warten wir auf schnelle Antwort vom Schulamt.“   Die Stadtvertreter haben kurzfristig Geld aus dem  Haushalt für die Flüchtlinge freigegeben. Die Verwaltung hat ihre Willkommensbroschüre in fünf  Sprachen übersetzen lassen. Ebenso die Hausordnungen. Auch spezielle Stadtpläne sind  gedruckt worden. „Wir werden versuchen, die Flüchtlinge nach bestem Wissen und Gewissen zu begleiten“, sagte Sternberg gestern. 

Wie gut und unkompliziert die Hilfe der Grabower funktioniert, hat der Bürgermeister  am Mittwochabend erlebt. In der Erstaufnahmeeinrichtung in Horst wurden dringend Decken benötigt, weil die Flüchtlinge in den Zelten nachts gefroren haben. „Also haben wir mit Kita und Feuerwehr spät abends  sämtliche Decken zusammengetragen und nach Horst gefahren“, erzählt Sternberg. Auch gestern war er für die Flüchtlinge unterwegs, brachte  Gebäck von der Grabower Süßwaren GmbH in die Notunterkunft nach Heidhof.

Mit der  Situation der Flüchtlinge vor Ort befasst sich auch der Grabower  Sozialausschuss. Am Dienstag ab 18.30 Uhr  im Sitzungssaal des Rathauses.

Alles rund um die aktuelle Flüchtlingsdebatte lesen Sie in unserem Dossier.

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