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ludwigslust : Grabmal erhält den Glanz zurück

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Stahlkonstruktion verschwindet in dieser Woche aus dem Helenen-Paulownen-Mausoleum im Ludwigsluster Schlosspark

Es herrscht dicke Luft im Mausoleum der Helene Paulowna. Der trutzige Bau reckt sich mitten zwischen den Bäumen des Schlossparks Ludwigslust hervor. Drinnen regiert der Schweißbrenner und treibt den Männern das Wasser auf die Stirn. Mitarbeiter der Firma Metallbau Kolbow demontieren in dieser Woche die Stahlkonstruktion im Kapellenraum. Eine Knochenarbeit ist das. „Die Stücke heute gehen ja noch. Die gestern waren richtig schwer!“ Christian Wolf nimmt sich einen Augenblick Zeit, um zu verschnaufen. Er und sein Kollege Felix Rechberger haben gerade ein gewichtiges Profilstück auf den Anhänger gewuchtet. Nach einer Minute geht es weiter.

„Das Mausoleum wurde von 1970 bis 2001 vom damaligen Museum für Ur- und Frühgeschichte – jetzt Landesamt für Bodendenkmalpflege – als Depot genutzt“, erzählt Steffi Dahl vom Betrieb für Bau und Liegenschaften (BBL) des Landes. „Um zusätzliche Lagerfläche zu schaffen, wurde dann 1977 diese Stahlkonstruktion als Zwischendecke eingebaut.“ Momentan wird das Helenen-Paulownen-Mausoleum saniert. Während der Arbeiten hatte die Stahlkonstruktion bis jetzt nur noch als Arbeitsgerüst gedient. Um die Restaurierung der Wandfassungen fertig stellen zu können, sei die Demontage nunmehr erforderlich, so Steffi Dahl.

Das Mausoleum war 1804 bis 1806 als Grabstätte des Mecklenburgischen Großherzoghauses erbaut worden; eingeweiht wurde es 1808 mit der Umbettung der 1803 verstorbenen Gattin des Erbprinzen, Helene Paulowna. 1897/98 ist die Grabstätte dann noch einmal erweitert worden.

Wer diese Helene Paulowna war, hat der Ludwigsluster Geschichtsinteressierte Hans Kenzler in einem SVZ-Beitrag am 14. Februar 2009, Seite 20, unter dem Titel „Sechs Wochen läuteten die Trauerglocken“ beschrieben: Die Großfürstin von Russland war mit Herzog Friedrich Ludwig von Mecklenburg-Schwerin verheiratet und wurde nur 18 Jahre alt. Da war sie bereits Mutter von zwei Kindern. „Am 24. September 1803 morgens um 4 Uhr wurde Dr. Brown zur Erbprinzessin gerufen. Er fand sie sehr krank vor und glaubte, dass sie noch am Vormittag sterben werde. Am Abend um 9 Uhr wurde sie von ihrem Leiden erlöst“, zitiert Hans Kenzler einen Bericht der russischen Hofdame Sophie von Campenhausen, der ihren Tagebuchaufzeichnungen entstammt. Vermutlich ist die Fürstin an einer Lungenentzündung verstorben. Die Erbprinzessin war die erste, die in dem neuen Mausoleum beigesetzt wurde, ihr sollten weitere zehn Angehörige des mecklenburg-schwerinschen Herrscherhauses folgen.

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erstellt am 24.Apr.2014 | 07:00 Uhr

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