Neustadt-Glewe : „Göttliches“ von fern der Kirche

Pastorin Silke Draeger hat die Ausstellung, die bereits in verschiedenen Orten zu sehen war, in die Stadtkirche St. Marien geholt.
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Pastorin Silke Draeger hat die Ausstellung, die bereits in verschiedenen Orten zu sehen war, in die Stadtkirche St. Marien geholt.

Ungewöhnliche Fotoausstellung in der evangelischen Stadtkirche St. Marien Neustadt-Glewe zu sehen

svz.de von
01. Juni 2016, 17:00 Uhr

Ein Fahrradfahrer hat gestoppt und spricht mit zwei Nonnen. Der Fotograf hat die Szene im Bild festgehalten. Zu sehen ist das Foto in einer Ausstellung in der evangelischen Stadtkirche St. Marien zu Neustadt-Glewe.

Eine Fotoexposition in einer Kirche ist nicht unbedingt etwas Ungewöhnliches. Was diese Ausstellung dennoch ungewöhnlich und daher besonders interessant macht, erklärt die Neustädter Pastorin Silke Draeger: „Alle acht Fotografinnen und Fotografen, deren Bilder zu sehen sind, haben mit der Kirche mehr oder weniger nichts zu tun. Sie sind entweder ausgetreten, stehen dem Glauben kritisch gegenüber oder haben gar keine Berührung mit der Kirche.“

Auf 15 Tafeln sind Bilder aus verschiedensten Lebenssituationen zu sehen. Da ist beispielsweise ein Mann auf einem Bahnhof, in der Hand einen Beutel. Er tritt an einen Papierkorb heran, möglicherweise auf der Suche nach leeren Flaschen. Die Frage „Wo ist Gott?“ drückt Zweifel aus.

Ein anderes Foto zeigt einen Apfel, der oberhalb des Bodens zwischen Zweigen hängen geblieben ist. Darunter ist zu lesen: „(Auf-) gefangen“. Im übertragenen Sinne: Eine Situation kann verschieden interpretiert werden. „Die Motive behandeln Fragen, die in verschiedenen Lebenssituationen auftreten können“, so Pastorin Silke Draeger.

In einer Erläuterung der Rostocker Arbeitsstelle „Kirche im Dialog“, welche die Ausstellung zusammenstellte, wird darauf hingewiesen, dass die Fotografen mit ihren Bildern ihre Assoziationen zum Thema „Gott“ zeigen. Die Bilder würden „,das Göttliche’ im weitesten Sinne symbolhaft darstellen, Kritik und offene Fragen dokumentieren oder mit Elementen religiöser Praxis spielen“.

Übrigens liegt im hinteren Bereich der Kirche ein Buch aus, in das Besucher der Ausstellung ihre Gedanken eintragen können zum Thema „Wenn ich Gott höre, denke ich an...“ Zu sehen ist die Ausstellung in der Neustädter Kirche bis August diesen Jahres.

Pastorin Draeger hofft auch während des Neustädter Burgfestes am kommenden Wochenende auf viele Besucher, die sich die Ausstellung anschauen. „Wir bieten dazu abseits des Trubels vor unserem Gotteshaus ein Kirchencafé mit Kaffee und selbstgebackenem Kuchen. Der Verkaufserlös kommt der weiteren Unterhaltung unserer Kirche zugute.“

Wie Silke Draeger weiter sagt, lädt Pastor i. R. Alfred Scharnweber außerdem am kommenden Sonntag um 10.30 Uhr zu einem plattdeutschen Gottesdienst in die Neustädter Kirche ein.

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