„Psychedelic Circus“ Eldena : Goa-Party zieht nochmal um

Die Goaparty in Glaisin im Juni wurde von dem Tod einer 26-jährigen Frau aus Litauen überschattet.
1 von 2
Die Goaparty in Glaisin im Juni wurde von dem Tod einer 26-jährigen Frau aus Litauen überschattet.

Polizei bereitet umfangreiche Kontrollen mit Rauschgiftsuchhunden vor. Kein Zutritt für unter 18-Jährige

von
01. Juni 2016, 06:00 Uhr

Für die Einwohner von Eldena und Umgebung könnte das Wochenende unruhig werden. Auf einem Areal in der Nähe des Ortes beginnt morgen der diesjährige „Psychedelic Circus“. Nach Wanzlitz und Glaisin ist Eldena nun die dritte Station in drei Jahren in der Ludwigsluster Region. Dabei schien der Veranstalter mit dem zwischen Glaisin und Menkendorf gelegenen Festivalgelände des Vorjahres durchaus zufrieden. Eine EU-Verordnung zwang ihn jedoch, wieder nach einer Alternative zu suchen.

„Wir wollen kein Wanderfestival werden, sondern uns an einem Ort verwurzeln“, betont Rouven Pohl von worldwidetribe events UG aus Schwerin. „Doch auf einer Ackerfläche muss nach EU-Vorgaben mindestens alle fünf Jahre eine Frucht angebaut werden, damit der Status erhalten bleibt. In Glaisin war die Zeit nun ran.“ Doch langfristig plane man mit Glaisin. „Es ist eine sehr schöne Fläche, abgelegen, idyllisch, von Wald umgeben“, so Pohl. „Und wir hatten die absolute Akzeptanz in der Anwohnerschaft.“ Auch die Zusammenarbeit mit Ämtern und Behörden sei gut gelaufen. Aber die klappe auch jetzt in Eldena super. „Alle Genehmigungen liegen uns vor. Wir warten nur noch darauf, dass es losgeht“, so Pohl.

Vom Ordnungsamt Grabow hat der Veranstalter eine Reihe von Auflagen erteilt bekommen. „Die Dezibelwerte laut Bundesimmissionsschutzverordnung müssen vor allem auch in der Nacht eingehalten werden“, betont Amtsleiter Wolfgang Kann gegenüber SVZ. „Außerdem müssen Feuerwehr und Rettungsdienst vor Ort sein, das Lebensmittelrecht beachtet und die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung gesichert sein.“

Den Lärmpegel muss der Veranstalter selbst überwachen und bei Überschreiten der Höchstwerte die Musik herunterregeln. „Wir werden aber zusätzlich zu bestimmten Zeiten am Tag und in der Nacht eigene Messungen durchführen“, so Wolfgang Kann. Wenn alle Auflagen erfüllt werden, habe das Amt keine Handhabe, eine solche Veranstaltung zu verhindern.

„Natürlich werden ein paar Beeinträchtigungen nicht ausbleiben, aber man kann ja auch nicht alles verbieten“, meint Bürgermeisterin Elke Ferner. Und die Verkaufseinrichtungen zum Beispiel könnten vom Zustrom junger Leute sogar profitieren. „Wir haben die Bürger rechtzeitig informiert, so dass sie genügend Zeit hatten, sich darauf einzustellen“, so die Bürgermeisterin.

Auch die Polizei hat sich auf die Goa-Party eingestellt. „Wir werden an einer festen Kontrollstelle und mit mobilen Kontrollen die An- und Abreise der Teilnehmer begleiten“, erklärt Einsatzleiter Björn Klöckner. Besonderes Augenmerk gilt dabei Drogen. „Im vergangenen Jahr gab es 117 Strafanzeigen wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz. In mehr als 30 Fällen standen Autofahrer unter Drogeneinfluss“, so Klöckner. Deshalb werden relativ viele Rauschgiftsuchhunde eingesetzt, die mit ihren Hundeführern größtenteils aus anderen Dienststellen anreisen. „Wir wollen die Veranstaltung nicht kriminalisieren, die Leute sollen feiern. Unser Anliegen ist es aber, dass so etwas wie im Vorjahr nicht wieder passiert“, so Klöckner. Damals war eine 26-jährige Festivalbesucherin nach Drogenkonsum gestorben.

Dass unter 18-Jährige in diesem Jahr keinen Zutritt zur Goa-Party haben, begrüßt der Polizeiführer ausdrücklich. „Das ist im Interesse des Jugendschutzes ein echter Fortschritt.“ Rouven Pohl: „Wir halten uns strikt an das Mindestalter 18. Eine Übertragung der Aufsichtspflicht mit dem ,Mutti-Zettel’ bringt nichts.“ Einzige Ausnahme sei, wenn Kinder in Begleitung ihrer Eltern sind.  

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen