zur Navigation springen
Ludwigsluster Tageblatt

20. Oktober 2017 | 05:36 Uhr

Wanzlitz : Goa-Party zieht nach Wanzlitz

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Areal in Strohkirchen war wegen steigender Teilnehmerzahl und schärferen Auflagen zu klein geworden / Amt Grabow misst Lärmpegel

svz.de von
erstellt am 02.Jun.2014 | 21:15 Uhr

Eine Invasion von Goanauten steht dem südwestlichen Teil des Amtes Grabow bevor. Ihr Ziel ist der „Psychedelic Circus 3D“, ein Open-Air-Festival für Psytrance-Musik in der Nähe des Gewerbeparks Wanzlitz. Der Veranstalter rechnet mit 2000 bis 3000 Besuchern aus ganz Deutschland, aber auch aus Skandinavien und Australien. Ab Donnerstag werden sie anreisen.

Die Goa-Party ist kein Neustart, sondern ein Umzug. 15 Jahre lang hatte sie in Strohkirchen stattgefunden. „Doch es kommen immer mehr Besucher und gleichzeitig werden die Auflagen der Behörden strenger“, sagt Rouven Pohl vom Veranstalter WWT-Event aus Wöbbelin. „Dadurch stießen wir mit dem Platz in Strohkirchen an unsere Grenzen.“ Nachdem lange nicht klar war, ob sich rechtzeitig eine Alternative findet, wurde man bei Wanzlitz schließlich fündig.

Auf einer gepachteten Wiese werden vier Dancefloors, Kunst- und Lichtinstallationen, Dusch- und Toilettenwagen, Versorgungsstände und ein Markt aufgebaut. Die Besucher stellen ihre Zelte auf und können dann von Donnerstag bis Montag tanzen und sich von den schnellen Beats der elektronischen Musik, von akustischen und optischen Reizen mitreißen lassen. Mehr als 60 Künstler – DJs und Live Acts – sorgen rund um die Uhr für die richtigen Rhythmen. „Wir fliegen sogar Künstler aus Mexiko, Brasilien und Portugal ein“, so Rouven Pohl.

Doch bevor der Veranstalter das Tor zum Festivalgelände öffnen kann, muss er einen langen Weg durch den Behördendschungel bewältigen. Mit Polizei und Feuerwehr ist ein Sicherheitskonzept abzustimmen, die Verpflichtung von Sicherheits- und Sanitätsdienst und die Errichtung einer Wasserversorgung sind u.a. nachzuweisen. Weil in der Nähe eine Schweinemastanlage steht, musste auch das Veterinäramt gefragt werden.

Bis gestern Nachmittag hatte das Amt Grabow die Genehmigung noch nicht erteilt. Allerdings scheint das nur eine Frage der Zeit zu sein. Bereits Mitte vergangener Woche hatte Ordnungsamtsleiter Wolfgang Kann signalisiert, dass alle eingereichten Unterlagen in Ordnung seien. „Wenn der Veranstalter alle Auflagen erfüllt und es somit keine Versagensgründe gibt, können wir die Genehmigung nicht verwehren.“ Das Pfingstwochenende sei für eine solche Veranstaltung aber nicht gerade ideal. Das Amt wird auf jeden Fall ein Auge auf die Goa-Party haben, unter anderem auf die Einhaltung der Dezibel-Vorgaben. „Wir werden Lärmpegelmessungen vornehmen, und der Veranstalter muss ein Lärmprotokoll führen“, so Wolfgang Kann.

Auch die Polizei ist vorbereitet. „Wir versetzen zusätzliche Kollegen in den Dienst, um die Veranstaltung durchgängig zu begleiten“, sagt Gilbert Küchler, Leiter des Ludwigsluster Polizeihauptreviers. So solle es u.a. bei An- und Abreise Kontrollen geben. „Uns geht es darum, Fahrten unter Drogen- und Alkoholeinfluss zu verhindern, um Unbeteiligte zu schützen“, so Küchler. Auch die Einhaltung des Jugendschutzes werde überwacht.

„Die Absprachen mit den Behörden liefen recht unkompliziert“, sagt Rouven Pohl. „Dafür sind wir dankbar.“ Auch deshalb hat der Veranstalter eine Spendenaktion ins Leben gerufen, deren Erlös Kindertagesstätten in der Grabower Region zugute kommen soll. Bei der Ankunft auf dem Festivalgelände bekommt jeder Besucher einen Müllsack und muss dafür fünf Euro bezahlen. Das Geld bekommt er bei der Abreise zurück, wenn er den Sack gefüllt abgibt. „Wir rufen die Besucher auf, diese fünf Euro dann in die Spendendose zu stecken“, so Rouven Pohl. Die Summe wird noch durch den Getränkepfand aufgestockt, den die Besucher nicht wieder eingelöst haben.

Während die Grabower mit etwas Argwohn der Goa-Party entgegenblicken, bedauert Strohkirchens Bürgermeisterin den Wegzug. „Es war eine gute Zusammenarbeit und wir hatten keine nennenswerten Probleme im Ort“, sagt Bärbel Romanowski. „Ich hoffe, dass sie wiederkommt.“


 

 

 

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen