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Ludwigsluster Tageblatt

17. November 2017 | 18:55 Uhr

Glaisin : Goa-Party mit Polizeieinsatz

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Jahrelang Strohkirchen, dann Wanzlitz und nun Glaisin: Der „Psychedelic Circus“ zieht weiter. Bei der Goa-Party am ersten Juni-Wochenende dabei ist auch die Polizei mit Kontrollen.

Jahrelang Strohkirchen, im vergangenen Jahr Wanzlitz und nun Glaisin: Der „Psychedelic Circus“ zieht weiter. Zur Goa-Party am ersten Juni-Wochenende auf einem von Wald umgebenen Areal zwischen dem Ludwigsluster Ortsteil und Menkendorf werden bis zu 3000 Besucher erwartet.

Während sich die Festivalgemeinde auf Tanz und Party bei Psytrance-Musik freut, fürchtet manch’ Bewohner der umliegenden Dörfer um seine Wochenend-Ruhe. Zu Recht. Denn nicht nur die Fahrzeugkolonnen bei der An- und Abreise werden für eine verstärkte Geräuschkulisse sorgen, sondern auch die dumpf wummernden Bässe. Dennoch hatte sich die Glaisiner Ortsteilvertretung mehrheitlich dafür ausgesprochen, mit dem Veranstalter zu kooperieren.

„Natürlich gibt es Einwohner, die dagegen sind. Aber andere Bürger sind dafür, und zudem würde die Goa-Party sowieso stattfinden – ob mit oder ohne unser Votum“, erklärt Holger Friel das Zustandekommen des Beschlusses. Jürgen Rades von der Ludwigsluster Stadtverwaltung bestätigt: „Uns ist angezeigt worden, dass diese Veranstaltung stattfinden soll. Wenn alle gesetzlichen Vorgaben und alle Auflagen eingehalten werden, haben wir keine Handhabe, sie zu verhindern.“

Rouven Pohl von WWT-Event versicherte, dass man sich an die Vorgaben, u.a. zur Lautstärke, halten wird. „Wir haben einen unabhängigen Dienstleister mit Lärmpegelmessungen beauftragt“, erklärt er im SVZ-Gespräch. Es gebe in alle Himmelsrichtungen Messpunkte, die regelmäßig kontrolliert werden. Wahrnehmen werde man das Festival in der Umgebung aber schon, so Pohl.

Konsequenzen hat der Veranstalter aus dem Vermisstenfall des Vorjahres gezogen, als ein 16-Jähriger verschwunden war und später dehydriert im Wald gefunden wurde. „Besucher, die unter 18 Jahre alt sind, erhalten andersfarbige Armbänder, damit sie besser zu unterscheiden sind“, so Rouven Pohl. Zum Veranstaltungsgelände selbst haben sie zwischen 24 und 6 Uhr nur Zutritt, wenn sie in Begleitung eines Elternteils sind oder eine Erklärung der Eltern zur Übertragung der Personenfürsorge hinterlegt und in Kopie dabei haben. Dass das Jugendamt dieser Regelung zugestimmt hat, sieht die Polizei kritisch. „Wir sehen die Veranstaltung als Bereich, der eher jugendgefährdend ist“, sagt Gilbert Küchler, Leiter des hiesigen Polizeihauptreviers. „Wir empfehlen Eltern, ihre jugendlichen Kinder nicht ohne Aufsicht dorthin gehen zu lassen.“

Die Polizei bereitet sich seit Monaten auf den Großeinsatz vor. „Wir sind von Donnerstag bis Montag vor Ort, werden Stand- und mobile Kontrollen machen“, sagt Polizeihauptkommissar Reimund Kube. Hauptaugenmerk liege dabei auf dem Fahren unter Drogen- oder Alkoholeinfluss. Nach den Kontrollen rund um die Goa-Party bei Wanzlitz waren 124 Ermittlungsverfahren eingeleitet worden. Damals waren im Vorfeld auch Drogendepots entdeckt worden, so Gilbert Küchler.

Am Donnerstag werden die ersten Besucher auf dem Festivalgelände erwartet. „Sie kommen vornehmlich aus Deutschland, Dänemark, Frankreich, England und der Schweiz. Aber auch Mexikaner und Australier sind dabei“, so Rouven Pohl. International sei auch die Liste der Künstler: Bliss und Bubble (beide aus Israel) stehen genauso im Line-up wie Phaxe und Morten Granau aus Dänemark. Bewohner aus einigen umliegenden Dörfern haben übrigens freien Eintritt zum „Psychedelic Circus“.

Die Glaisiner Ortsteilvertreter werden die Goa-Party genau beobachten. „Sollte die Sache aus dem Ruder laufen, werden wir im nächsten Jahr versuchen, auf den Privateigentümer der genutzten Flächen einzuwirken“, so Holger Friel.  

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