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Ludwigslust / Hagenow : GLP tritt erhobenen Hauptes den Rückzug an

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Von Untergangsstimmung im Stammsitz der GLP ist nichts zu spüren. In der Keramikwerkstatt geht die Arbeit weiter, und Geschäftsführer Jürgen Brix sitzt an seinem PC. Und doch sind die Tage der Gesellschaft gezählt.

svz.de von
erstellt am 30.Jan.2012 | 10:12 Uhr

ludwigslust/hagenow | Im Stammsitz der Gemeinnützigen Ludwigsluster Projektgesellschaft (GLP) - sie sitzt an der Hagenower Rudolf-Tarnow-Straße in einer Baracke - ist von Untergangsstimmung nichts zu spüren. Unten in der Keramikwerkstatt geht die Arbeit wie gewohnt weiter, und auch Geschäftsführer Jürgen Brix sitzt noch an seinem Computer. Und doch sind die Tage der Gesellschaft gezählt (SVZ berichtete). "Aufgrund der Fördersituation ist eine Weiterführung der GLP als eigenständiges Unternehmen nicht mehr möglich. Die Gesellschafter haben ihre Liquidation beschlossen, um ein geordnetes Beenden der Gesellschaft zu ermöglichen", sagt Jürgen Brix, der nun als Liquidator eingesetzt ist. Die wenigen fest angestellten Mitarbeiter sollen überwiegend bis Ende April entlassen werden. Zum Ende dieses Jahres soll die Gesellschaft Geschichte sein.

Eine Erfolgsgeschichte, weshalb die GLP auch hoch erhobenen Hauptes den geordneten Rückzug vom zweiten Arbeitsmarkt antritt. Wenn sie am Ende des Jahres liquidiert ist, geht genau ein Jahrzehnt ihres Bestehens zu Ende. Am 1. Januar 2002 war sie hervorgegangen aus der Gemeinnützigen Boizenburger Beschäftigungsgesellschaft, der Leisa GmbH Ludwigslust und der PQS Neustadt-Glewe. Was die Abkürzungen bedeuten, wissen heute nur noch Insider, doch sie sind für viele Suchende, die auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht Fuß fassen konnten, zu Versalien der Hoffnung geworden.

In die Fußstapfen ihrer Vorgänger sei die GLP getreten, bringt Jürgen Brix zum Ausdruck. Zeitweise waren mehr als 500 Teilnehmer in Maßnahmen zu betreuen.

Brix steht vor einer Karte, auf denen blaue Stecker den gesamten Landkreis überziehen. Überall dort hat die GLP ihre Spuren hinterlassen. Die Statistik bekräftigt es: In Regie der Gesellschaft gab es in den zehn Jahren 985 Maßnahmen mit 5733 Teilnehmern, darunter 2318 Frauen.

Der Auftrag war klar umrissen: Langzeitarbeitslose, Schwerbehinderte und Jugendliche sozial betreuen und auf den Eintritt in den ersten Arbeitsmarkt einstellen. Das geschah oft auch in Zusammenarbeit mit Bildungsträgern im Landkreis Ludwigslust, wie Ufat Wöbbelin, Jessenitzer Aus- und Weiterbildungswerk oder BBS Start Ludwigslust.

Dabei habe sich die GLP als Dienstleister der Kommunen besonders profiliert, sagt der Geschäftsführer. Er nennt die Schauwerkstätten mit ihrer Darstellung und Wiederbelebung des Mecklenburger Brauchtums. Er verweist auf die Wiedergewinnung historischer Baustoffe. Im ökologischen Holzbau wurden Unterstände, Sitzecken, Wegweiser und Infotafeln für die Tourismusentwicklung der Kommunen hergestellt. Die GLP betreibt die Möbelbörse in Boizenburg. Seit 2005 waren Beratungsstrukturen - Job assistenzen genannt - aufgebaut worden. Es wurden Chroniken gestaltet…

Jürgen Brix muss nun Ende 2012 die Tür zuschließen. "Vielen Dank den langjährigen Gesellschaftern, dem Landkreis Ludwigslust und der Stadt Boizenburg/Elbe für die vertrauensvolle Zusammenarbeit", unterstreicht er, denn das liege ihm am Herzen zu sagen.

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