Grabow : Gleiche Probleme, andere Lösungen

Die Teilnehmer des Internationalen Symposiums in Tokio, an dem auch die Stadt Grabow mit Bürgermeister Stefan Sternberg teilnahm.
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Die Teilnehmer des Internationalen Symposiums in Tokio, an dem auch die Stadt Grabow mit Bürgermeister Stefan Sternberg teilnahm.

Grabower bei Tokio-Symposium zum demografischen Wandel dabei / Über Förderung des Engagements der älteren Generation reden

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22. Mai 2017, 21:00 Uhr

„Interessant war für uns, dass man um die halbe Welt fährt, um sich mit Vertretern anderer Kommunen zum Thema demografischer Wandel auszutauschen und dann zu sehen, dass die Probleme überall die gleichen sind“, sagte Grabows Bürgermeister Stefan Sternberg gestern im Gespräch mit der SVZ nach der Rückkehr vom Internationalen Symposium aus Tokio. „Demografischer Wandel als kommunalpolitische Herausforderung – Lösungsstrategien japanischer und deutscher Gemeinden“ war das Thema der Veranstaltung. „Der Geburtenrückgang, die kontinuierlich steigende Lebenserwartung, die damit verbundene Alterung und die steigende Urbanisierung prägen den demografischen Wandel. Die Technisierung und die wachsenden Anforderungen an die kommunale Ebene, an die Verwaltung sind Herausforderungen der Zukunft, der wir uns stellen müssen“, so Stefan Sternberg. Neben Grabow und der Stadt Dortmund war auch die Gemeinde Vrees aus dem Emsland auf dem Symposium vertreten. Drei von den acht Teilnehmern des Projekts „Demografiewerkstatt Kommunen“ traten die Reise zum Meinungs- und Gedankenaustausch nach Japan an. Mit diesem Projekt unterstützt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) zwei Gemeinden, zwei Städte und vier Landkreise mit Hilfe externer Beratungsteams über einen Zeitraum von fünf Jahren bei der Entwicklung von Lösungsansätzen. Neben dem BMFSFJ fördert auch die Deutsche Fernsehlotterie das Projekt.

„Dass Grabow mit dabei sein konnte, sehe ich als Ehre und Auszeichnung zugleich an. Und wir sind dankbar, dass wir diese Erfahrung machen konnten“, so der Bürgermeister, der im Rahmen des Symposiums auch einen Vortrag hielt. Im Mittelpunkt standen die Ergebnisse der Städtebauförderung in Zusammenhang mit der Belebung der Altstadt und des Servicegedankens am Markt. Das heißt, für die Bürger so viel wie möglich an Dienstleistungen im Zentrum zu konzentrieren, wie Bürgerservice und sämtliche Verwaltungsangebote, um auch älteren Bürgern lange Wege zu ersparen. „So werden wir Ideen aus Japan mit unserer Projektgruppe 2020 besprechen. Da geht es z.B. um die Silver-Akademie, wie wir in der Stadt das Engagement der älteren Generation fördern können, das alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens betrifft“, erläutert Stefan Sternberg. „Wir wollen aus der Silver-Generation die Generation Platin machen“, ergänzt Diana Ottoberg, Wirtschaftsförderin der Stadt. „Ich finde es spannend, dass es zwar in den Kommunen in Sachen Demografiewandel die gleichen Probleme gebe, aber eben auch andere Lösungsansätze. Bei jedem funktioniert Ehrenamt auch anders. Da werden Dinge angesprochen, auf die man von alleine nicht gekommen wäre. Diesen kommunalen Austausch, auch auf Länderebene, halte ich für sehr wichtig.“

Die am Demografie-Projekt beteiligten Kommunen werden über einen Zeitraum von fünf Jahren bei der Umsetzung eines gemeinsam erarbeiteten Konzeptes („Werkstattplan“) begleitet. Basis ist eine Bestandsaufnahme durch die wissenschaftliche Begleitung und ein anschließender Strategieworkshop. Jede Kommune wird im Rahmen des Projekts mit jährlich maximal 40  000 Euro gefördert. „Die Gelder setzen wir in Grabow ein für Beratungsleistungen, wo wir Fachdozenten einladen, die uns bei der Umsetzung von Projekten, wie jetzt bei der Silver-Akademie, begleiten und unterstützen“, so Stefan Sternberg.

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