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Ludwigsluster Tageblatt

21. November 2017 | 08:59 Uhr

Dömitz : Gläserne Kunst für die Kirche

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Ute Stender gestaltete mit rund 600 Kindern ein Fenster für die katholische Kirche. Am Sonntag wird es eingeweiht

svz.de von
erstellt am 15.Jul.2017 | 10:59 Uhr

Ute Stender ist glücklich: Das Fenster für die katholische Kirche in Dömitz, das sie gemeinsam mit Kindern gestaltet hat, ist fertig. Beim Gedanken an den Abschluss des Projektes wird sie jedoch auch ein bisschen melancholisch. „Weil ich befürchte, dass es nicht die nachhaltige Wirkung hat, die ich erhofft habe“, sagt die 50-Jährige. „Dass die wundervolle Möglichkeit, mit Kindern gemeinsam ein Werk zu schaffen, nicht weiter genutzt wird.“ Zudem sei sie nun von einem Tag auf den anderen nicht mehr für die Kinder da. „Man baut doch eine intensive Beziehung auf, zumal einige Kinder von Anfang an dabei waren“, so Ute Stender.

Vor gut drei Jahren hatte sie ihr Projekt „Mond- und Sonnenfenster“, das vom Jugend- und Kulturverein Wanzeberg e.V. getragen und über das Bundesprogramm „Künste öffnen Welten“ gefördert wurde, begonnen. In Schulen und Horten zwischen Ludwigslust und Dannenberg, bei Workshops in ihrer Werkstatt in Dömitz gestaltete sie mit Kindern zwischen sechs und 13 Jahren kleine Kunstwerke aus Glas. Um die 600 Mädchen und Jungen dürften es in den gut drei Jahren gewesen sein. „Die Techniken entwickelten sich erst im Laufe der Zeit“, sagt Ute Stender. Es wurde geschnitten, geätzt und geschliffen. Fensterfarbe wurde flüssig aufgetragen und gepudert. Am Ende waren so viele Kinderkunstwerke da, dass die Glaskünstlerin gar kein Problem hatte, dass 1,60 mal 0,50 Meter große Fenster zu füllen. „Wir mussten auswählen, welche Teile wir nehmen und welche nicht“, so Ute Stender. „Aus den übrig gebliebenen Kunstwerken könnten wir noch ein Fenster machen. Vielleicht findet sich dafür ein Sponsor?“ Auch im Werkraum des Gymnasialen Schulzentrums Dömitz, das ein Kooperationspartner war, gibt es ein solches Fenster, der Hort in Neu Kaliß soll es in den nächsten Tagen bekommen. Dort arbeitete Ute Stender mit der Volkssolidarität zusammen.

Sonne, Blumen, Federn, Sterne, Fische und all die anderen Glaskunstwerke aus Kinderhand hat Ute Stender nun zu einem Gesamtwerk zusammengeklebt. Gestern wurde das Fenster in der katholischen Kirche eingebaut. „Ich finde die Idee toll, auch weil sich die Kinder, die hier wohnen mit diesem Werk identifizieren“, sagt Diakon Christophorus Baumert von der katholischen Kirchengemeinde Maria Rosenkranzkönigin. „Schön ist, dass man das Kunstwerk durch das entstandene Relief auch ertasten kann.“ Künftig will er das Fenster von innen anstrahlen, so dass es eine ganz besondere Wirkung entfalten kann.

Nach dem Gottesdienst am Sonntag (9 Uhr) wird das Fenster der Kinder eingeweiht (10 Uhr). Da wird Ute Stender, die sich mit dem Porträt eines der  Kinder mit einem Rosenkranz auf dem Kopf  auch direkt in das Kunstwerk eingebracht hat, viele ihrer kleinen Künstler noch einmal wiedersehen.

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