Ludwigslust : Gillhoff-Preis für Hannelore Hinz

Der Ludwigsluster Reinhard Heißner (r.) wurde zum Ehrenmitglied der Gillhoff-Gesellschaft ernannt.  Fotos: Michael Seifert
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Der Ludwigsluster Reinhard Heißner (r.) wurde zum Ehrenmitglied der Gillhoff-Gesellschaft ernannt. Fotos: Michael Seifert

Feierliche Preisverleihung fand im Beisein vieler Gäste im Lichthof des Rathauses von Ludwigslust statt. Dirk Römmer hielt Laudatio

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12. Juni 2016, 21:00 Uhr

Sonnenstrahlen überfluten den Lichthof des Rathauses in Ludwigslust. Die Gäste, unter ihnen Bürgermeister Reinhard Mach, sind an diesem Sonnabendnachmittag zahlreich erschienen, zu einem besonderen Ereignis, zur Preisverleihung. Die Gillhoff-Gesellschaft lädt dazu alljährlich ein, zum zweiten Mal findet diese im Rathaus Ludwigslust statt. Hartmut Brun, der Vorsitzende der Gillhoff-Gesellschaft, kann zahlreiche Gillhoff-Preisträger begrüßen und einige von ihnen werden auch zu Wort kommen.

So wie Gillhoff-Preisträger Wolfgang Kniep und Anke Gohsmann, beide sorgen für die musikalische Umrahmung der feierlichen Veranstaltung. Ein weiterer Gillhoff-Preisträger, Dirk Römmer aus Tönning hält die Laudatio auf eine Frau, die ihr ganzes Leben lang der plattdeutschen Sprache verbunden war, die sie auf vielfältige Weise vielen Menschen in diesem Land und darüber hinaus nahebrachte. Die Rede ist von Hannelore Hinz, bekannt als „Treckfidel-Hanne“. Sie erhält in diesem Jahr den Johannes-Gillhoff-Literaturpreis. Und Dirk Römmer bringt es auf den Punkt, wenn er in seiner Laudatio sagt: „Se hett den Pries eegens för allens tohoop, ehr Lebenswark un dormit un bobento för ehr Schrievwark, sünnerlich ehr Lyrik, ehr Gedichten, tosproken kregen.“ Hartmut Bruns überreichte Hannelore Hinz die Urkunde und ein Relief von Johannes Gillhoff. Geschaffen vom Künstler Gerhard Hampel, der auch die Gillhoff-Büste schuf, die im Lichthof des Rathauses von Ludwigslust steht. Doch an diesem Tag gab es auch noch eine andere Ehrung: Das Ludwigsluster Urgestein Reinhard Heißner, der selbst einmal Vorsitzender der Gillhoff-Gesellschaft war, ist für seine Verdienste um die plattdeutsche Sprache und um das Andenken an Johannes Gillhoff zum Ehrenmitglied der Gesellschaft ernannt worden.

Für Hannelore Hinz war es ein großer Moment, als ihr Hartmut Brun die Auszeichnung überreichte und sie dankten in herzlichen Worten für die Ehrung. Hannelore Hinz wurde am 17. Juli 1930 in Rostock geboren. Ihren Lebensunterhalt verdiente sie bis Ende der 70er-Jahre bei der Post, dann wagte sie den Sprung in die Selbstständigkeit. Wichtige Impulse als Künstlerin empfing Hinz, als sie in den Zirkel schreibender Arbeiter bei Ann-Charlott Settgast aufgenommen wurde. Ursula Spethmann holte sie an die Fritz-Reuter-Bühne. Seit den 70er-Jahren war Hinz mit plattdeutschen Unterhaltungsprogrammen im Land unterwegs. Von 1974 bis 1977 war sie regelmäßig im Sender Schwerin und von 1994 bis 1999 im NDR zu hören. Hannelore Hinz ist eine fleißige Arbeiterin. Ihre Gedichte und Kurzgeschichten wurden in verschiedenen Zeitungen und Anthologien abgedruckt. 1998 erschien im Demmler-Verlag ihr Buch „Glücksknüüst. Riemels un Vertellers“. Nicht erst in diesem Band wurde deutlich, dass Hinz vorzüglich für Kinder schreiben kann.
 

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