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Ludwigsluster Tageblatt

20. November 2017 | 18:35 Uhr

ludwigslust : "Giftliste" kommt im November

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Landkreis legt demnächst Liste der von Schließung bedrohten Schulen vor / Viele erfüllen nicht die neuen Kriterien von Minister Brodkorb

von
erstellt am 11.Okt.2014 | 07:00 Uhr

Am 14. November will der Landkreis eine Liste der von einer möglichen Schließung bedrohten Schulen veröffentlichen. Das kündigte Stefan Sternberg (SPD) in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Bildung, Kultur und Sport als dessen Vorsitzender öffentlich an. „Über diese Risikoliste können wir dann sogleich in unserer nächsten Sitzung am 17. November beraten.“

Die Christdemokraten hatten das offenbar vorausgesehen, denn sie hatten in einem Antrag unter anderem gefordert, die Schülerzahlen der vergangenen vier Jahre auf möglicherweise gefährdete Schulstandorte zu analysieren. Dieser Passus des CDU-Antrags wurde vom Ausschuss wegen der aktuellen Sachlage als erledigt angesehen und deshalb gestrichen.

„Zähneknirschend“, so Nico Skiba (CDU), akzeptierten die Christdemokraten außerdem, dass der Ausschuss auch ihre Forderung auf Erstellung eines Teilkonzepts zum Schulentwicklungsplan kippte. „Am 19. Januar 2015 beraten wir den kompletten Plan“, begründete Ausschussvorsitzender Sternberg die Ablehnung.

Was letztlich vom CDU-Antrag übrig blieb, birgt aber dennoch ausreichend Zündstoff für eine breite Diskussion. Die Christdemokraten fordern nämlich dazu auf, an sämtlichen Schulen im Kreisgebiet eine interne Qualitätsbeschreibung vorzunehmen. Grundlage dafür war ihre Beobachtung, dass der Anspruch auf freie Schulwahl von Eltern und Schülern nicht immer an die eigentlich für den betreffenden Wohnort zuständige Schule führte und deshalb einzelne Standorte gefährde. „Die Möglichkeit eines optimalen, attraktiven Unterrichts muss nachteilsfrei auch in erreichbarer Nähe gegeben sein.“ Der Ausschussvorsitzende Stefan Sternberg erinnerte daran, dass der Kreistag 2013 Leitlinien verabschiedet habe. „Darin ließen wir marktwirtschaftliche Prinzipien und Wettbewerb der Schulen ausdrücklich zu.“ Seine Stellvertreterin Ute Frehse (CDU) rief dazu auf, dem Wahlverhalten der Eltern und Schüler Einhalt zu gebieten und mehr auf die Förderung pädagogischer Qualitäten zu setzen. „Es bringt nichts, wenn wir ein Schulgebäude toll sanieren, aber die Schüler weglaufen.“ Sybill Moß (FDP) warnte dagegen davor, in das Prinzip der freien Schulwahl einzugreifen. Die verbliebenen Passagen des CDU-Antrags zu beschließen, kritisierte Guido Wiese vom Schulverwaltungsamt als zeitlich nicht mehr umsetzbar. Von Bildungsminister Mathias Brodkorb gebe es nämlich bereits eine Verordnung, die ab dem Schuljahr 2015/16 für die nächsten fünf Jahre gelte und bald Rechtskraft erlange. „Demgemäß erfüllen viele unserer Schulen im Landkreis nicht die ministeriellen Mindestanforderungen.“

Dennoch wurden Landrat und Fachdienst vom Ausschuss einstimmig beauftragt, gemeinsam mit den von rückläufigen Schülerzahlen bedrohten Schulen, den Eltern, Bürgermeistern und dem Staatlichen Schulamt die Ursachen von Abwanderungen zu ermitteln und Lösungswege zu beraten.

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