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Ludwigslust-Parchim : Geteilte Welt bei den Müllgebühren

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Zankapfel Müllgebühren: Bei den Müllgebühren im Großkreis Ludwigslust-Parchim wird es auch ab Januar bei geteilten Welten bleiben. Das zumindest sagen die Berechnungen der Verwaltung.

svz.de von
erstellt am 09.Okt.2012 | 10:01 Uhr

Ludwigslust | Bei den Müllgebühren im Großkreis wird es auch ab Januar bei geteilten Welten bleiben. Teils drastische Erhöhungen im Altkreis Parchim stehen moderaten Senkungen im Altkreis Ludwigslust gegenüber. Das zumindest sagen die Berechnungen der Verwaltung, die ihre Zahlen nun den Ausschüssen im Kreistag vorgelegt hat.

Damit kommen auf den Parchimer Bereich des neuen Großkreises teils spürbar steigende Kosten zu - wenn der Kreistag die Vorlage absegnet. So würde die Grundgebühr für eine 120-Liter-Abfalltonne von derzeit 49,40 Euro (gewerblich 24,40 Euro) auf 68,40 Euro steigen. Für die Entleerung müssten die Bürger dann statt wie bisher 4,50 Euro ab 1. Januar 2013 immerhin 5,80 Euro berappen. Was Parchimer wurmen wird: Im Ludwigsluster Teil des Kreises sinken die Gebühren sogar leicht, weil ein Gebührenüberschuss aufgelaufen ist. Fakt ist, die Unterschiede zwischen den früheren Kreisgebieten sind von den Kostenstrukturen her immer noch so groß, dass an einheitlichen Gebühren erst in Jahren zu denken ist.

Neue kreisweite Ausschreibungen und damit gleiche Müllgebühren von Plau bis Boizenburg sind wegen der geschlossenen Verträge erst ab 1. Januar 2017 möglich. Bis dahin bleibt der Landkreis im Abfallbereich zweigeteilt, gelten zwei Entsorgungsbereiche.

Grund für den Gebührensprung sind die aufgebrauchten Rücklagen im Altkreis Parchim. Zum Jahresabschluss 2012 wird im Abfallbereich mit einem deutlichen Jahresdefizit von rund 425 000 Euro gerechnet. Damit laufen die Kosten aus dem Ruder, weil in den vergangenen Jahren im Parchimer Bereich Gebührenanpassungen vermieden wurden, argumentiert die Verwaltung. Die kommen jetzt aber verspätet und tun richtig weh, weil sie das gewaltige Defizit auffüllen müssen, was spätestens bis zum Jahr 2015 gelingen soll.

Weil die Altkreise Parchim und Ludwigslust mit völlig unterschiedlichen Entsorgungskonzepten gearbeitet haben und Verträge mit teils langen Laufzeiten abgeschlossen wurden, steigen die Gebühren nur im Parchimer Bereich. Zum Beispiel setzte man hier bei der Altpapiersammlung lediglich auf ein Iglusystem.

Ludwigslust stellte den Bürgern nach langem Kampf mit den privaten Entsorgern kreiseigene Blaue Tonnen zur Verfügung und behielt den Erlös im Kreis, während in Parchim private Entsorger das Geschäft machten.

Was die Sache für den Parchimer Altkreis nicht einfacher macht: Die Abfallmengen und damit die Gesamteinnahmen gehen zurück. Fielen 2011 im Altkreisgebiet noch 10 999 Tonnen Hausmüll und gewerbliche Siedlungsabfälle an, werden es 2013 und 2014 wohl nur 10 300 Tonnen sein.

In jedem Fall sind heftige Diskussionen vorprogrammiert. Als erster wird der Wirtschaftsausschuss heute das Thema in Angriff nehmen. Doch eine wirkliche Wahl hat der Kreistag eigentlich nicht.

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