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Ludwigsluster Tageblatt

18. November 2017 | 17:10 Uhr

Ludwigslust : Gesucht: Ein Platz für Sperger

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

In Ludwigslust sahen sich Vertreter von Stadt und Denkmalpflege mit Architekten und dem Künstler mögliche Standorte für Skulptur an

von
erstellt am 14.Nov.2017 | 07:00 Uhr

Da stand er nun, Johann Matthias Sperger als Styropor-Modell, entworfen vom Bildhauer Andreas Krämmer aus Seßlach im Landkreis Coburg. Sperger auf einer Rasenfläche nahe der Schlossbrücke, auf der zu Herzogs Zeiten ein Pavillon stand. Auf der Suche nach einem geeigneten Standpunkt für die Skulptur hatte die kleine Gruppe der Experten nach fast zweistündiger Ortsbegehung einen Konsens gefunden. Die später von Andreas Krämmer in Bronze gegossene Skulptur des bekannten Komponisten Johann Matthias Sperger soll Endpunkt der „Literarischen Steine“ sein. Und ein würdiger Abschluss für das Projekt „Kunst im Raum“ in Ludwigslust, das die beiden Berliner Architekten Constanze Altemüller und Elmar Torinus vor knapp 15 Jahren entwickelt hatten.

Jens Gröger, Fachdienstleiter Stadtentwicklung und Tiefbau, seine Kollegin Ulrike Ehrecke, Landschaftsarchitekt Matthias Proske, Sabine Schöfbeck von der Landesdenkmalbehörde und Sabine Pauligk von der Unteren Denkmalbehörde des Landkreises Ludwigslust-Parchim nahmen mehrere mögliche Varianten in Augenschein. Ein Standort war ursprünglich von Constanze Altemüller und Elmar Torinus vom Architektur-Atelier Berlin an der Schlossfreiheit, in Verlängerung der Schlossstraße und als Blickpunkt am Schlossplatz angedacht. „Durch die leicht gedrehte Ausrichtung der Skulptur ,Johann Sperger mit Kontrabass’ lenkt die Komposition auf den Weg in Richtung Kreismusikschule, für die er als Namenspatron steht“, erläuterte Elmar Torinus den damaligen Ansatzpunkt. „Beim heutigen Ortstermin wollen wir den Standort für Sperger festlegen, ausgehend von der denkmalpflegerischen Zielstellung bei der Schlossplatzgestaltung und am Bassin“, so Jens Gröger.

Aus städtebaulicher und denkmalpflegerischer Sicht gab es für den von Constanze Altemüller und Elmar Torinus gemeinsam mit Andreas Krämmer gewählten Standort wohl Einwände, weshalb nun diese Zusammenkunft zustande kam.

Auf dem Rasenstück in unmittelbarer Nähe des Restaurants „Alte Wache“, in Sichtachse des Schlosses und der Kirche, wo Sperger zur Zeit von Großherzog Friedrich Franz I. musikalisch wirkte, hatte Andreas Krämmer das Styropor-Modell aufgestellt. „Aber durch die Neugestaltung des Areals und aufgrund von Neuanpflanzungen wird es diesen Rasen später so nicht mehr geben“, sagte Jens Gröger. „Man könnte Sperger auch direkt an der Musikschule aufstellen, die ja seinen Namen trägt“, so Andreas Krämmer, „aber dann sehen ihn die Leute nicht.“

Eine weitere Standortvariante wäre in Verlängerung der Sichtachse vom letzten der Literarischen Steine hin zu einem Platz neben dem Kutschenmuseum an der Schlossfreiheit. Ein anderer Standort wäre dann in Nähe des Restaurants „Alte Feuerwache“ an der Schlossbrücke.

Doch dann kam ein völlig neuer Standort ins Gespräch – das Rondell, auf dem der ehemalige Tee-Pavillon des Herzogs stand. Elmar Torinus legte dann schon mal mit Hilfe der anderen Teilnehmer des Ortstermins aus umliegenden Ästen die Form des Rondells nach, als möglicher Platz, auf dem die Sperger-Figur dann stehen könnte. „Der Vorschlag ist charmant“, sagte Andreas Krämmer, der sich nach intensiver Beschäftigung mit dieser Idee einverstanden zeigte – und was auch die Expertenrunde so sah.

„Mit der entsprechenden Gestaltung des Rondells und des Weges dahin könnte man einen besseren Verweilplatz für die Besucher schaffen. Die Verbindung mehrerer Sichtachsen würde dann gut funktionieren“, ergänzt Sabine Schöfbeck. Constanze Altemüller sprach sich ebenso für die von Jens Gröger vorgeschlagene kleinere Sockelhöhe für die Sperger-Skulptur von 15 bis 18 Zentimetern aus. „Das wäre auch eine Reverenz an das ehemalige Gebäude, wenn der Stellplatz für die Plastik und der Sockel entsprechend gestaltet würden“, so Constanze Altemüller.

Und auf den Hintergrund des Standorts angesprochen, der sich aktuell mit der Remise und dem Prinzenpalais in keinem sehr schönen Zustand präsentiert, sagte Jens Gröger, dass sich die Optik für die Besucher der Sperger-Skulptur verbessern werde. „Es laufen Gespräche zwischen Stadt und Investor zur Sanierung des Prinzenpalais. In einigen Jahren wird sich das hier ganz anders darstellen.“

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