Neustadt-Glewe : Gestempelte Geschichte

Treffen sich regelmäßig zum Fachsimpeln über Briefmarken: René Sanguinette (v.l.n.r.), Eberhard Partzsch, Knut Koltzau und Daniel Piasecki. Diesmal schaut auch Dieter Wendlandt vorbei.
Treffen sich regelmäßig zum Fachsimpeln über Briefmarken: René Sanguinette (v.l.n.r.), Eberhard Partzsch, Knut Koltzau und Daniel Piasecki. Diesmal schaut auch Dieter Wendlandt vorbei.

Briefmarkensammler treffen sich in Neustadt-Glewe zum Fachsimpel. Ausstellung zu Theodor-Körner-Denkmälern geplant

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26. Februar 2018, 07:00 Uhr

Eberhard Partzsch greift die Lupe und schaut die Briefmarken noch einmal genau an. Aber diesmal kann er René Sanguinette nicht helfen. Der Ludwigsluster sammelt Briefmarken aus indischen Feudalstaaten und kennt sich in diesem Bereich gut aus. „Aber ich habe keine Ahnung, aus welchem Feudalstaat diese Marken kommen. Die Schrift kann ich nicht entziffern, und in den Katalogen habe ich sie noch nicht gefunden“, erzählt er. Partzsch und Sanguinette sitzen mit anderen Männern im Hotel „Glewe“ – wie an fast jedem letzten Sonnabend im Monat. „Wir wollen Briefmarken anschauen, tauschen und ein bisschen fachsimpeln“, sagt Eberhard Partzsch. Der Neustädter sammelt seit rund 60 Jahren Briefmarken und gehört zur Gruppe Neustadt-Glewe/Grabow des Vereins für Postwertzeichensammler 1894 e.V. Hamburg.

Auch die anderen Männer haben ihre Spezialgebiete. Bei Daniel Piasecki, dem Vereinsvorsitzenden, sind es Motivsammlungen, Marken aus der Sowjetunion, Polen und der DDR. Knut Koltzau hat es die Schifffahrt angetan. Und das aus gutem Grund. „Ich bin zur See gefahren und habe mich schon von Kindheit an auf Schiffe spezialisiert“, erzählt der Wismaraner, der bis vor Kurzem in Grabow lebte. Den Philatelisten geht es nicht nur darum, Briefmarken zu kaufen, zu tauschen und in Alben zu sortieren. „Man recherchiert sehr viele Fakten zu den einzelnen Marken. Welche Maße hatten die Schiffe? Wo waren sie wie im Einsatz?“ erklärt Knut Koltzau. Er hat eine spezielle Sammlung über den Seekrieg im Zweiten Weltkrieg zusammengestellt und durch Daten, Fakten und Karten ergänzt. „Das kostet viel Zeit.“ René Sanguinette ergänzt: „Man hat einfach Interesse an Geografie und Geschichte.“

Ein besonderes Thema ist diesmal der 29. April. Da will der Verein zum Großtauschtag auf die Neustädter Burg einladen. Und es geht um Theodor Körner. „Wir sind dabei, gemeinsam mit den Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin eine Ausstellung vorzubereiten“, erklärt Daniel Piasecki. „Diesmal soll es um Denkmäler gehen, die zu Ehren von Theodor Körner aufgestellt wurden.“ Auch um solche, die abgerissen oder im Krieg zerstört wurden. Alte Motivpostkarten sollen Auskunft dazu geben.

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