Ludwigslust : Gespannt wie ein Flitzbogen

Der neunjährige Tim Pröhl spannt unter Anleitung von Heinz Jauert zum ersten Mal den Bogen.
Der neunjährige Tim Pröhl spannt unter Anleitung von Heinz Jauert zum ersten Mal den Bogen.

Zehn Kinder und Jugendliche besuchen im Rahmen der Zebef-Ferienspiele den Schießübungsplatz des Schützenvereins Ludwigslust

svz.de von
22. März 2016, 21:00 Uhr

Der neunjährige Tim Pröhl spannt zum ersten Mal den Bogen. Er zieht den Pfeil so weit es geht zurück. Gar nicht so einfach. Dann lässt er los, der Pfeil fliegt und trifft genau in die Mitte der Zielscheibe – zehn Punkte.

Der Grundschüler besuchte gestern mit seinem Zwillingsbruder Jan und acht weiteren Jungen den Schießübungsplatz des Schützenvereins Lindenstadt Ludwigslust im Rahmen der Osterferienspiele des Zebef. „Eigentlich waren nur vier Jungs für den Ausflug angemeldet, doch heute morgen kamen spontan noch welche dazu“, erzählte Erzieher Kevin Henning. Schon vorher seien die Jungs begeistert von dem Ausflug gewesen, voller Vorfreude. Auf dem Gelände konnten sie sich vor Neugier kaum noch bremsen. Nichtsdestotrotz hörten sie aufmerksam zu, was ihnen von Heinz Jauert, Schatzmeister des Schützenvereins, über die Schussübungen, die verschiedenen Disziplinen und die Anlage im Allgemeinen erzählt wurde.

Bereits zum dritten Mal war das Zebef anlässlich der Ferienspiele beim Schützenverein zu Gast. „Das begann damals kurz nachdem ich den Bogensport vor zweieinhalb Jahren bei uns ins Leben gerufen habe“, erklärte Heinz Jauert. Der Verein gründete sich im Juni 1990. Doch schon vorher war der Schießsport in Ludwigslust vertreten. Zunächst durch die Eichkoppelschützengesellschaft aus dem Jahr 1821, die 1886 durch die Ludwigsluster Schützenzunft abgelöst wurde. Heute zählt der Verein 69 Mitglieder und veranstaltet unter anderem regelmäßiges Training und Wettkämpfe. Vom Bogensport über kleinkalibrige Schusswaffen bis hin zu den Großkalibern ist im Schützenverein alles vertreten.

Dass richtiges Schießen nicht nur das ist, was im Fernsehen oder in Computerspielen zu sehen ist, verstanden die Kinder schnell. Es ist ein Sport und die zehn Jungs waren erstaunt, als sie erfuhren, wie zielgenau Schützen auf eine Entfernung von 50 Metern oder weiter treffen.

Die Versuchung war groß, es selbst einmal auszuprobieren. Und das durften sie auch – im Bogenschießen. Schatzmeister Heinz Jauert erklärte wie es geht, gab Hilfestellungen, wenn es nötig war. Jeder „Jungschütze“ durfte drei Mal auf eine sieben Meter entfernte Zielscheibe schießen. Jeder Ring entsprach einer spezifischen Punktzahl. In zwei Kategorien, Kinder bis zehn Jahre und Kinder ab zehn Jahre, traten die Jungen gegeneinander an.

Nach den Schussübungen erhielt jeder Teilnehmer eine Urkunde mit seiner geschossenen Ringzahl. Doch nicht nur die Jungen, auch Schatzmeister Heinz Jauert bekam eine kleine Anerkennung. „Ich sehe die Begeisterung in den Augen der Kinder. Das ist für mich wie eine kleine Belohnung“, so der 65-Jährige. Auch Tim Pröhl freute sich über seinen ersten Platz mit 23 Ringen und die Tüte mit österlichem Naschwerk. Seinen schokoladigen Preis teilte der Neunjährige sofort mit allen Teilnehmern – schließlich hatten ja auch alle den Bogen gespannt und sich der Herausforderung gestellt.

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