Ludwigslust : Geschichte in Bildern festgehalten

Das Filmteam: Lehrerin Christiane Pioch mit den sechs Schülern aus dem Geschichtskurs.
Das Filmteam: Lehrerin Christiane Pioch mit den sechs Schülern aus dem Geschichtskurs.

Rastower Schüler vom Erfolg ihrer Dokumentation „Ludwigslust 1933 bis 1945“ überrascht: Wochenend-Vorstellungen ausgebucht

von
11. Januar 2016, 17:26 Uhr

Aus Geschichtsinteresse wurden sie zu Filmemachern: Steven Hitz, Sebastian Bennühr, Martino Manske, Philipp Hader, Hannes Heller und Klemens Redmann von der Rastower Regionalschule haben als Achtklässler an der Dokumentation „Spuren der Vergangenheit – Ludwigslust 1933 bis 1945“ mitgearbeitet. Mirko Schütze von der Sophie-Medienwerkstatt hatte die Regie bei diesem Gemeinschaftsprojekt der Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin und der Schule. Konkret waren die Jungs aus dem Wahlpflichtkurs Geschichte und Lehrerin Christiane Pioch im vorigen Schuljahr die Partner der Filmemacher. Am Wochenende wird der 25-minütige Streifen im Ludwigsluster Kino „Luna“ zum wiederholten Male gezeigt. Und wieder sind alle vier Vorstellungen ausgebucht.

„Mit so einer großen Resonanz hatten wir nicht gerechnet“, fasst Klemens Redmann die Meinungen der Schüler zusammen. Das ging schon los bei der ersten Vorstellung im „Luna“. Da war der Andrang so groß, dass der Film gleich zweimal an einem Abend gezeigt werden musste. Und sich dabei auf der großen Bühne den Fragen der Zuschauer stellen, das war für die Schüler eine enorme Herausforderung (SVZ berichtete). „Zumal wir darauf nicht vorbereitet waren“, wie Steven Hitz erzählt. Doch das war für die Neuntklässler das Tolle an diesem Projekt: Es hat jede Menge Überraschungen gebracht, sie vielseitig gefordert.

Los ging es vor knapp zwei Jahren: Die Schüler mussten sich damals entscheiden, welches Fach sie im Wahlpflichtunterricht für die achte Klasse wählen. Russisch und Mathe waren auch im Angebot. Doch alle aus dem Sextett sind an Geschichte interessiert und wählten den Kurs bei Christiane Pioch. Die unterhält als Geschichtslehrerin ohnehin gute Kontakte zu den Mahn- und Gedenkstätten in Wöbbelin. Rastower Schüler helfen so bei der Grabpflege und haben auch am Denkmal „Gesichter des KZ Wöbbelin“ mitgearbeitet. „Sich mit den Geschehnisses dieser Zeit auseinander zu setzen, ist sehr spannend“, betont Sebastian Bennühr. „Und das gilt erst recht, wenn es um konkrete Ereignisse in unserer Region geht.“ „Gerade die Treffen mit Zeitzeugen und deren Erzählungen waren spannend“, fügt Philipp Hader hinzu. Denn die Erinnerungen von Dieter Ueltzen und Reinhard Heißner stehen im Mittelpunkt der Dokumentation. Beide Ludwigsluster Senioren erzählen vor der Kamera, wie sie die Reichspogromnacht, den Bombenangriff auf den Bahnhof und auch die Bestattung von KZ-Opfern zwischen Schloss und Stadtkirche erlebt haben. Hinzu kommen historische Filmaufnahmen und Fotos.

„Das waren insgesamt mehr als acht Stunden Filmmaterial“, erzählt Martino Manske. Dann wurde ausgewählt, zusammengefügt und geschnitten – bis die 25-minütige Dokumentation fertig war. Denn zum Projekt gehörte, dass die Jugendlichen lernen, Filme zu machen: Recherche, Gesprächsführung, Drehen, Tonaufnahmen, Schneiden...

Ob nun die Historie oder das Filmemachen spannender waren – da sind sich die Jungs nicht einig. Jeweils drei entscheiden sich heute für einen dieser Aspekte. Aber einen Beruf will daraus keiner machen. Jeder Teilnehmer am Projekt hat jedoch eine DVD zu Hause, die mehr als ein Erinnerungsstück ist. „Die verwenden wir übrigens auch im Geschichtsunterricht“, betont Christiane Pioch. Nazi-Diktatur und Zweiter Weltkrieg stehen übrigens in der neunten Klasse auf dem Stundenplan. Steven Hitz, Sebastian Bennühr, Martino Manske, Philipp Hader, Hannes Heller und Klemens Redmann haben da dank des Wahlpflicht-Unterrichts in der achten Klasse schon einen Vorlauf.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen