Dömitz : Geschichte auf alten Karten

Festung Dömitz blickt in diesem Jahr auf 450 Jahre zurück / Ausstellung, Fachtagung und neue Besucherbroschüre zum Jubiläum

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14. April 2015, 07:00 Uhr

Wenn Jürgen Scharnweber in den alten Karten und Grafiken auf seinem Tisch blättert, kommt er ins Schwärmen. „Wie fein diese Zeichnungen, die vor Hunderten Jahren entstanden, gearbeitet sind“, sagt der Leiter des Museums Festung Dömitz. „Sie liefern uns heute ein gutes Bild von der Entwicklung der Festung.“ Bis in deren Anfänge reicht die umfangreiche Sammlung des Museums an Karten und Grafiken zurück. In diesem Jahr sollen sie zu besonderen Ehren kommen – in einer Ausstellung zum 450. Geburtstag der Festung.

Eines der ältesten Exponate wird dann eine Bestandszeichnung sein, die auf bräunlichem Papier die Festung nach ihrer Fertigstellung im Jahr 1565 zeigt. Johann Albrecht I. von Mecklenburg hatte sie seinerzeit zum Schutz der mecklenburgischen Landesgrenze errichten lassen. Dabei war die Ruine einer alten Burg einbezogen worden, so dass die ältesten Teile der Festung bereits über 760 Jahre alt sind.

Im Bestand befinden sich außerdem Bauzeichnungen und Bestandskarten, mit denen das Ausmaß von Zerstörungen, vor allem nach Kriegen, aufgenommen worden war. So zeigt eine Grafik von 1653 den Turm mit ausgebranntem Dachstuhl. „Sehr viele Bestandskarten haben wir aus dem 19. Jahrhundert“, erklärt Jürgen Scharnweber. „Denn Mitte des 19. Jahrhunderts war die Festung umfangreich saniert und für das Militär nutzbar gemacht worden.“ Die historischen Karten sind Kopien, deren Originale im Landeshauptarchiv in Schwerin liegen. Neuere Darstellungen stammen häufig von der Denkmalpflege und wurden im Zusammenhang mit geplanten Sanierungsvorhaben angefertigt. Ab 23. Mai kann auch die Öffentlichkeit die Geschichte der Festung anhand der Zeichnungen und Grafiken nachverfolgen. An diesem Tag wird die Ausstellung „Festungskarten. 450 Jahre Festung Dömitz“ eröffnet.

Zu diesem Zeitpunkt soll auch ein anderes Projekt vollendet sein. Ein Hamburger Verlag hat in Zusammenarbeit mit dem Museum kleine Heftchen erarbeitet, die über die Baulichkeiten der Festung informieren und die Besucher bei ihren Rundgängen begleiten können. „Die Broschüren sollen zu Pfingsten hier sein“, so Jürgen Scharnweber.

Das Festungsjubiläum wird auch im Mittelpunkt einer Traditionsveranstaltung stehen – dem Tag der Landesgeschichte, der alljährlich im Oktober Historiker im Pulverkeller vereint. Und zum Jahresende soll den Zinnfiguren aus der Sammlung von Wilfried Stövesand, die das Museum vor einiger Zeit erworben hatte, ein bisschen Leben eingehaucht werden. „Es ist die Idee entstanden, die Zinnfigurenausstellung mit dem Märchen ,Der standhafte Zinnsoldat’ in Verbindung zu bringen“, so Jürgen Scharnweber. Aber bis dazu endgültig eine Entscheidung getroffen werden muss, ist noch etwas Zeit.

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