Grabow : Geschenk aus Güritz für das Archiv

Freuen sich über die Schenkung von Elke Ferner: Bürgermeister Stefan Sternberg, Stadtarchivar Christian Krautz und Archivmitarbeiterin Angelika Alwardt.
Freuen sich über die Schenkung von Elke Ferner: Bürgermeister Stefan Sternberg, Stadtarchivar Christian Krautz und Archivmitarbeiterin Angelika Alwardt.

Ortschronistin und Heimatforscherin Elke Ferner übergibt historische Dokumente, Bücher und Fotos an Stadtarchivar Christian Krautz

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30. Januar 2018, 05:00 Uhr

Historische Unterlagen, alte Fotos, Farbnegative, Postkarten und Zeitungsausschnitte aus der SVZ liegen auf dem Tisch im Vorraum des historischen Archivs im Grabower Rathaus. Elke Ferner blättert in der Chronik von Güritz, einem Ortsteil der Gemeinde Eldena. Mit der Geschichte dieses Ortes hat sich die ehemalige Bürgermeisterin ausführlich beschäftigt, hat viel aufgeschrieben und zusammengetragen. All diese Schätze übergab sie nun im Beisein von Grabows Bürgermeister Stefan Sternberg dem Stadtarchivar Christian Krautz.

Im Rahmen der Chroniknachmittage, die regelmäßig bei Familie Bühring auf dem Margaretenhof in Güritz stattfanden, nahm Christian Krautz mit Elke Ferner Kontakt auf. „Das war bei der Veranstaltung zum 100. Jahrestag des Buches ,Jürnjakob Swehn, der Amerikafahrer’ von Johannes Gillhoff. Hauptfigur in dem Buch ist Carl Wiedow, der 1847 auf Bellevue, dem heutigen Margaretenhof in Güritz, geboren wurde und 1868 nach Amerika auswanderte. Bei dieser Lesung war auch Herr Krautz zugegen“, erinnert sich Elke Ferner.

Ende Dezember hatte der Stadtarchivar dann bei Elke Ferner nachgefragt, ob sie sich vorstellen könnte, ihre geschichtliche Sammlung dem Archiv zu überlassen. „Ich musste erst einmal eine Nacht drüber schlafen und dann war ich der Ansicht, ich mache das, weil hier im Archiv in den letzten Jahren viel aufgebaut wurde. Ich weiß, dass meine Dokumente und Unterlagen in guten Händen sind“, so Elke Ferner. Seit mehr als 30 Jahren beschäftigt sich die Güritzerin mit Ahnen- und Heimatforschung, ihre Aufzeichnungen beschäftigen sich mit dem alten und neuen Güritz, das als Ort auch eine enge Bindung zur Kirchgemeinde Grabow hatte. Schwerpunkt ist die Entwicklung des Ortes ab 1816, als Güritz aufgesiedelt wurde. Die Häuslerei war ein Thema, ab 1896 entstanden hier vier Häuslerparzellen. „Die damaligen Bewohner haben rund 30 Jahre gebraucht, um das zu bebauen.“ Spannende Heimatgeschichte, die neben den Häuslern auch die Büdner, die Fischerei und Grenzverhandlungen zu Flurstücken betrifft, ebenso die Schule. Ja, auch die Zeit der Hexenverfolgung, Sagen und Geschichten haben in den Aufzeichnungen ihren Platz. „Wenn man erst mal damit angefangen hat, will man nicht mehr aufhören“, erklärt Elke Ferner lächelnd.


Dankbar für die Geschichten der Leute

„Als Heimatforscherin bin ich dankbar, dass einem ältere Leute viel aus ihrem Leben und der Geschichte ihres Wohn- und Lebensortes berichten.“ Dabei werden auch solche sensiblen Themen wie Kriegsende, Flucht und Vertreibung angesprochen.

Alles in allem wird in den gesammelten und selbst verfassten Werken der Heimatforscherin die Infrastruktur der letzten hundert Jahre betrachtet und für die Nachwelt festgehalten. „Auch zwei meiner Bücher übergebe ich dem Archiv, hier sind auch viele Geschichten aus und um Güritz enthalten. Dazu kommen auch zwei Ansichtskarten, die ich von Güritz habe anfertigen lassen, eine hat ein Motiv aus dem Jahre 1920.“ Bürgermeister Stefan Sternberg zeigt sich sehr erfreut darüber, dass Elke Ferner auf diese Weise das Archiv unterstützen will. „Das, was uns Frau Ferner zur Verfügung gestellt hat, ist das, was wir uns wünschen, um unsere Geschichte aufarbeiten und für die nachfolgenden Generationen erhalten zu können.“

Im Anschluss daran unterzeichneten der Bürgermeister und Elke Ferner den Schenkungsvertrag. „Wir werden das uns übergebene Material inhaltlich erschließen und würdig aufbereiten“, so Stefan Sternberg.

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